Abstieg rückt nach 0:0 gegen Fürth immer näher
Fünf Spieltage vor Saisonende wird der Abstieg des SC Preußen Münster immer wahrscheinlicher. Gegen den direkten Tabellennachbarn SpVgg Greuther Fürth lieferte der SCP wieder ein phasenweise extrem schwaches Spiel ab und vergab in der zweiten Halbzeit die wenigen echten Chancen. Allen Aufmunterungen zum Trotz tritt der SCP damit auf der Stelle und mit Blick auf das Restprogramm fehlt mittlerweile doch die Hoffnung, dass sich die längst bekannten Probleme ausgerechnet gegen Schalke, Hannover oder Elversberg lösen lassen.
Zwei Wechsel gab es in der Startelf der Preußen. Für den mit Gelb gesperrten Marvin Schulz rückte Rico Preißinger ins Team. Und Yassine Bouchama spielte für Oliver Batista Meier, der mit den Nachwirkungen einer kleinen Schulter-Verletzung nur auf der Bank saß – über 90 Minuten.
Wer vor 10.297 Zuschauern Feuer oder Leidenschaft im Spiel oder wenigstens vom SC Preußen erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Die Partie im Preußenstadion war in weiten Teilen Fußball zum Abgewöhnen – auf beiden Seiten. Das kam nicht unerwartet und Schönheitspreise stehen jetzt eben nicht mehr an. Dennoch: Fürth wirkte praktisch durchgehend dominant, was am Ende fast 70 Prozent Ballbesitz auch in Zahlen ausdrückte. Mit 281 gespielten Pässen lag Münster gegen Fürth (646) deutlich zurück. Anders gesagt: Von dem Ende-Fußball ist nichts mehr übrig. Was jetzt auf dem Rasen passiert, ist Defensiv-Beton mit seltenen Ausreißern.

Bis zur 34. Minute ergab sich keine einzige Offensivaktion der Preußen, null, nichts. Die Angst vor dem Fehler war Münster deutlich anzumerken, Fürth war auch gar nicht gefährlich, wirkte aber einfach insgesamt bemühter. Erst nach mehr als einer halben Stunde erarbeitete sich der SCP mal einen Freistoß, den Jannis Heuer dann allerdings weit über das Tor setzte.
Es war ein bisschen der Auftakt zu einer Mini-Drangphase der Preußen, die in den Minuten danach zweimal mit Hereingaben im Ansatz gefährlich wurden. Erst brachte Makridis den Ball von links scharf in Richtung zweiten Pfosten, wo Amenyido den Ball aus wenigen Metern nicht mehr aufs Tor brachte. Dann war es ter Horst, der von links Mees einsetzte – doch auch der brachte den Ball nicht richtig aufs Tor. Immerhin mal ein Lebenszeichen. Leider war es das auch schon in der ersten Halbzeit.
Spieldaten:
Nach dem Seitenwechsel wirkte der SC Preußen nach kurzem Anlauf endlich mal so energisch, wie man sich das im Abstiegskampf wünschen würde. Da kamen ein paar Aktionen hintereinander, die auch das Publikum etwas aufweckten. Ein Eckball landete nach Umwegen knapp vor der Torlatte, ehe Keeper Prüfrock ihn zur nächsten Ecke lenkte. Die wurde dann auch wieder gefährlich, weil Fürths Keeper vorbeirauschte, aber Mees nicht genug Druck auf den Ball bekam. Und dann die beste Szene: Mees profitierte von einem Ballverlust der Früher, war plötzlich frei – und spielte Fürths Torwart aus, brachte den Ball aber dann nicht im leeren Tor unter, weil Will gerade noch in letzter Sekunde ein Bein vor den Ball bekam.
Das waren ein paar Minuten echtes Fußball-Leben. Und einen Distanzschuss von Hrgota später bekam der SCP noch eine echte, richtig dicke Chance: Amenyidos Direktabnahme nach ter Horst-Flanke landete nicht im Tor, weil Prüfrock diesmal prima reagierte. Das war nach 62 Minuten. Und es war auch der Schluss jeder bemerkenswerten Preußen-Aktion.



Das Spiel plätscherte zum Ende hin, weder Fürth noch Münster waren in der Lage, gefährliche Szenen herauszuspielen. Manches blieb im Aufbau stecken – so wie Lokotschs Abschluss aus der Distanz, der eher ein Rückpass war. Oder die starke Kopfballaktion von Koulis, der gerade noch so vor dem einschussbereiten Futkeu klärte.
Vier Minuten Nachspielzeit verliefen ereignislos, von einer Schlussoffensive war weit und breit nichts zu sehen.
Insgesamt war das dann eben zu wenig im Abstiegskampf. Von der zweiten Partie ohne Gegentreffer kann sich der SCP nichts kaufen. Mit Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenz kommt der SCP nicht voran und hängt weiter auf dem letzten Tabellenplatz fest.
Und diesmal gab es nach Abpfiff auch ziemlich deutlich vernehmbare Pfiffe aus dem Publikum.
Tabelle 33. Spieltag| Klub | Sp. | S | U | N | Tore | Verh. | P | |
| 1.) | FC Schalke 04 | 33 | 20 | 7 | 6 | 49:31 | 18 | 67 |
| 2.) | SV Elversberg | 33 | 18 | 7 | 8 | 61:38 | 23 | 61 |
| 3.) | Hannover 96 | 33 | 16 | 11 | 6 | 57:41 | 16 | 59 |
| 4.) | SC Paderborn 07 | 33 | 17 | 8 | 8 | 57:45 | 12 | 59 |
| 5.) | SV Darmstadt | 33 | 13 | 12 | 8 | 56:43 | 13 | 51 |
| 6.) | Hertha BSC | 33 | 14 | 9 | 10 | 46:38 | 8 | 51 |
| 7.) | 1. FC Kaiserslautern | 33 | 15 | 4 | 14 | 51:47 | 4 | 49 |
| 8.) | 1. FC Nürnberg | 33 | 12 | 9 | 12 | 44:42 | 2 | 45 |
| 9.) | Karlsruher SC | 33 | 12 | 8 | 13 | 52:62 | -10 | 44 |
| 10.) | VfL Bochum | 33 | 10 | 11 | 12 | 47:46 | 1 | 41 |
| 11.) | Holstein Kiel | 33 | 11 | 8 | 14 | 43:46 | -3 | 41 |
| 12.) | 1. FC Magdeburg | 33 | 12 | 3 | 18 | 52:57 | -5 | 39 |
| 13.) | Dynamo Dresden | 33 | 10 | 8 | 15 | 52:52 | 0 | 38 |
| 14.) | Eintracht Braunschweig | 33 | 10 | 7 | 16 | 36:53 | -17 | 37 |
| 15.) | Fortuna Düsseldorf | 33 | 11 | 4 | 18 | 33:50 | -17 | 37 |
| 16.) | Arminia Bielefeld | 33 | 9 | 9 | 15 | 47:50 | -3 | 36 |
| 17.) | SpVgg Greuther Fürth | 33 | 9 | 7 | 17 | 46:68 | -22 | 34 |
| 18.) | SC Preußen Münster | 33 | 6 | 12 | 15 | 38:58 | -20 | 30 |
Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga. Der Tabellen-16. der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Dritten der 3. Liga, die beiden Klubs auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 3. Liga ab.



Im Forum stand kürzlich noch, wir würden als „spielerisch bester Absteiger“ in die Zweitligageschichte eingehen, nun ja, so hat jeder seine Sichtweise…
Mich störte schon vor Saisonbeginn die (gefühlte) Attitude, wir zeigen der 2. Liga mal, wie attraktiver Fußball funktioniert…Siege klappten dann jedoch sehr selten und ausschliesslich gegen Mit-Abstiegskandidaten…das Märchen „Der Kaisers neue Kleider“ wurde in Münster aufgeführt.
Zuletzt 4 mal gegen Abstiegskandidaten: MD, DD, KI, FÜ
12 Punkte wurden dabei vergeben, 2 davon geholt…
1:9 Tore.
Jetzt hilft wohl nur noch Schwar(t)ze Magie…
Interessant, dass wir exakt so schlecht sind wie in der Vorsaison.
SCP: 29. Spieltage 2. Bundesliga im Vergleich
89/90
8 9 12 31:55 -24 33 Pkte umgerechnet auf 3er-Regelung
90/91
7 12 10 29:41 -12 33 Pkte umgerechnet auf 3er-Regelung
24/25
6 10 13 29:37 -8 27 Pkte
25/26
6 10 13 31:47 -16 27 Pkte
„Des(!) Kaisers neue Kleider“ (sorry)
Es war wohl noch zu früh am Sonntag, finales SORRY!!!! ; – ) Zudem letzter Saison-Post…bis dann in Regensburg, beim Hildmann-Wiedersehen.
24/25
6 10 13 29:37 -8 28 (!!!) Pkte
25/26
6 10 13 31:47 -16 28 (!!!) Pkte
Letzte Saison ein Millionenplus erwirtschaftet, diese Saison wahrscheinlich auch hoch im Plus. Dazu den kleinsten Etat der zweiten Liga Hätte man am Anfang der Saison einen großen Teil des Geldes in den Kader investiert, wäre die Situation jetzt wahrscheinlich eine bessere. Man kann sagen, in die dritte Liga gespart.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, wenn das Wörtchen W e n n nicht wäre!
Wenn man die Spiele der Preußen mit denen der Abstiegskonkurrenz vergleicht, fehlt es mir bei den Preußen an V i e l e m :
– Die Umschaltmomente von der Defensive in die Offensive sind verloren gegangen. Wenn der Torwart Schenk z. B. nach einer Ecke oder einem Angriff des Gegners den Ball zum schnellen Konter abspielen will, muss er dieses Vorhaben ständig abbrechen, da sämtl. Spieler mit dem Rücken zum eigenen Tor nach vorn t r a b e n ohne sich anzubieten und er den Versuch resignierend abbrechen muss. Andere Mannschaften können das!
– Die Defensive passt mittlerweile, so dass die Null endlich steht, aber das flüssige Passspiel in der Offensive, wie bei A. Ende praktiziert, ist völlig verloren gegangen und stattdessen dominieren die Fehlpässe trotz des langsamen Aufbauspiels. Kann man nicht das Defensivspiel und das Offensivspiel erfolgreich kombinieren?
– Es gibt seit Saisonbeginn keine einstudierten Standards bei Ecken und Freistößen, die erfolgreich praktiziert werden, wenn es denn schon mit der spielerischen Klasse hapert. Andere Mannschaften können das, denn es brennt ständig im Preußenstrafraum, wenn der jeweilige Gegner v. g. Standards ausführt!
– Bei den Torabschlüssen hapert es in der Ausführung seit Saisonbeginn, denn Kopfbälle kommen ständig als Bogenlampe auf das gegnerische Tor, Torschüsse werden entweder in’s Obergeschoss gezimmert, ganz egal ob als Fernschuss oder aus drei Meter Entfernung von der Torlinie oder sie trullern dem Torwart in die Arme.
– Die gegnerischen Mannschaften rennen sich die Lunge aus dem Leib bis zum Spielschluss nach 90 + Minuten.
In der jetzigen Situation sollten die Preußenspieler nach dem Abpfiff erschöpft auf dem Rasen liegen, weil sie nicht mehr laufen können, da sie alles versucht haben. Dann haben die Fans auch nach einem Spiel, dass nicht gewonnen wurde die Einsicht, dass die Mannschaft nicht zum Beifall abholen in die Kurve laufen kann.
Es fehlt mir an Führungsspielern, welche die Mannschaft nach vorne treiben, um ein Spiel in die richtigen Bahnen zu lenken. Zumindest sind sie mir nicht wirklich sichtbar, sollten sie denn da sein, was ich vermute.
Mir wird Angst und Bange, wenn ich sehe, wie andere Mannschaften aus dem Tabellenkeller sich in letzter Zeit im Gegensatz zu den Preußen im Spiel allgemein verbessert haben, auch wenn diese mal gegen Mannschaften von der Tabellenspitze verlieren. Da ist stets der Wille zum Erfolg zu sehen, denn da ist Feuer drin!
Aber es hilft ja nichts, noch sind fünf bis sieben Spiele zu absolvieren. Auf geht’s Preußen …
Der Spieltag weist auch positive Aspekte auf: einen Punkt näher herangerückt an Bielefeld, Magdeburg und Braunschweig.
Diese Saison macht nicht wirklich Freude, daran wird sich auch nicht mehr viel ändern. Als der Aufstieg vor zwei Jahren gelang (desatröse Serien von Dresden und Regensburg waren ausschlaggebend), hieß es: „Genießen wir diese Zeit und freuen uns darüber, ungeplant zurück in Liga 2 zu sein!“ Dieser Spirit ist nun verloren gegangen. Stattdessen wieder der Münsteraner Wahn, wie großartig man sei, bla bla, lebenswerteste Stadt auf der Welt, man habe ja eigentlich einen Erstligisten verdient usw. Es gab diese Saison kaum Momente, die einen richtig begeistern konnten, abgesehen von den Siegen in Bochum und Bielefeld. Dann gab es diese unglaubliche Verletztenmisere – plus anschließende Ergebniskrise. Der Rauswurf von Trainer Ende hat mich überhaupt nicht überzeugt. Warum? Jedes Jahr steigen zwei Mannschaften ab, mindestens. Da spielen oft Kleinigkeiten eine Rolle. Ich hätte durchaus Ende zugetraut, vielleicht in zwei Jahren in die 2. Liga zurückzukommen, mit fertigem vollen Stadion und den dazu passenden Strukturen im Verein, endlich gab es hier mal wieder attraktiven Fußball. Ganz schlimm finde ich die gegenwärtige Miesmacherei, alles sei hausgemacht und absehbar gewesen. „Dieser Abstieg war vermeidbar!“ – Das sagt jeder Absteiger, es trifft aber immer zwei Mannschaften. Wir kamen aus der Regionalliga mit einem schrecklichen baufälligen Stadion, schlicht nicht vermarktungsreif. Die erste Saison lief ganz gut, nun ist die Luft irgendwie raus. Es wird genörgelt, kritisiert und gepöbelt. Das Ergebnis ist eine Vereinsführung, die gezwungenermaßen irgendwie halbherzig reagieren musste und ein Trümmerhaufen von Mannschaft, der mir ehrlich gesagt nur noch leid tut. Ein Spieler läuft auf das freie Tor zu: Ich bekomme nicht einmal mehr erhöhten Puls, weil ich weiß, der Ball geht nicht ins Tor und wenn, nimmt der VAR alles zurück – das sind halt diese „Qualen, die man ertragen muss“. Stattdessen wird über schlechte Eckbälle und unpassende Spielsysteme gejammert, was beim Fußball ja auch denkbar einfach ist. Der Verein ist nun in etwa wieder auf Augenhöhe mit unseren Nachbarn, ich verzichte darauf, deren Namen zu nennen. Tröstet nicht wirklich. Es ist nur Fußball!