VAR-Protest, Teamfoto, Winnie Schäfer – die Geschichten rund um das Pokalspiel gegen Karlsruhe
Der Sport ist das eine. Aber rund um das DFB-Pokalspiel des SC Preußen Münster gegen den Karlsruher SC gab es verschiedene Geschichten zu erzählen. Was war so los auf dem Platz und drumherum?
Natürlich war er wieder da. Winfried „Winnie“ Schäfer, der legendäre Bundesliga-Trainer des Karlsruher SC, der noch Oliver Kahn beim KSC trainierte. Der mit Karlsruhe einen fast legendäres 7:0 im Europapokal gegen Valencia ablieferte (die Älteren werden sich erinnern). Der Weltenbummler, zuletzt Technischer Direktor der Nationalmannschaft von Ghana, ist mittlerweile 76 Jahre alt. Sein Tochter lebt in Münster und Schäfer verbindet Besuche häufig auch mit Besuchen im Preußenstadion. Natürlich war er auch diesmal da, als sein Ex-Klub in Münster spielte. Oben aus der Bode-Loge sah er zu.

Apropos Stadion. Natürlich ließ der DFB das LVM-Preußenstadion „neutralisieren“. Werben darf nur, wer offizieller DFB-Partner ist. Mühsam und aufmerksam wurden daher alle Sponsoren aus Münster im Stadion unsichtbar gemacht. Das reichte soweit, dass auch der Stadionname selbst verschwand… Für einen Abend wurde aus dem LVM-Preußenstadion nur noch das Preußenstadion. Nun gut, für ein Wochenende, denn auch am Sonntag beim Spiel Rhynern gegen Dresden wird das noch so sein.

Natürlich war die Partie ausverkauft. 13.945 Zuschauer meldete der SCP am Ende. Eine größere Kulisse gab es in den vergangenen zehn Jahren nur beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln II in der Regionalliga West (14.300). Das letzte, noch besser besuchte Pokalspiel war die Partie gegen den FC Bayern München im Jahr 2014. Damals durften noch 16.797 Zuschauer ins Stadion. Beim zweiten Auftritt der Bayern im Jahr 2023 fasste das Stadion nur noch 12.794 Zuschauer.
VAR-Protest
Im Stadion vereinbarten sich die Heim- und Gästefans nach einer halben Stunde auf einen Protest gegen den VAR. Den gibt es zwar im DFB-Pokal und der 3. Liga nicht, aber es kann ja nicht schaden, dennoch gegen dieses System zu protestieren. Im Wechselgesang „VAR – abschaffen!“ machten die Fanszenen nach einer halben Stunde für eine Minute gemeinsame Sache.

Die Fans des KSC füllten den Gästeblock am Ende auch gut aus. Das wird in der laufenden Drittliga-Saison eher die Ausnahme bleiben. Knapp 2.000 Plätze werden von Essen, Düsseldorf, Aachen oder Duisburg sicher gefüllt werden – aber nicht von Havelse, Regensburg, Großaspach und schon gar nicht von den Zweitvertretungen aus Stuttgart oder Hoffenheim. Die 13.945 Zuschauer aus dem Pokalspiel wird der SCP in dieser Saison also nur noch selten erreichen – wobei das nicht nur an den Gästefans liegt. Ob das Publikum in Münster auch ein Heimspiel gegen Havelse elektrisiert, wird man in wenigen Wochen sehen.

Niko Koulis erinnerte schon früh im Spiel stark an Simon Scherder. Nach einem Zusammenprall musste er einige Zeit behandelt werden, biss aber auf die Zähne und spielte mit einem grünen Turban weiter. Die Bilder glichen denen von Scherder (aktuell noch im Aufbautraining nach seinem Kreuzbandriss) aus den vergangenen Jahren und sind ein bisschen sinnbildlich für den Einsatz des neuen Kapitäns. Sicher nicht das schlechteste Symbol …

Ungewöhnlich auch das Teamfoto vor dem Anpfiff: Fast fühlte es sich an wie „großer Fußball“, als sich die beiden Teams vor dem Anpfiff hinter dem neuen DFB-Pokal-Logo versammelten…


