Am Ende kraftlos und chancenlos: Preußen Münster scheidet gegen Karlsruhe aus dem DFB-Pokal aus
Es bleibt dabei. Der DFB-Pokal macht nur selten Laune, wenn er in Münster Station macht. Und manchmal tut er auch doppelt weh, beispielsweise am Freitagabend. Da führte der SC Preußen Münster zwar lange mit 1:0 gegen ideenlose Karlsruher – aber baute in der zweiten Halbzeit genauso fulminant ab, wie der KSC zulegte. Am Ende drehten die Gäste das Spiel in ein 2:1. Karlsruhe weiter, Münster raus. Und im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren ist eine baldige Rückkehr ungewiss. Es gab schon schönere Abende im Preußenstadion.
Vor 13.945 Zuschauern – offiziell ausverkauft – waren die Hoffnungen durchaus spürbar. Auch wenn im Kader der Preußen zahlreiche potenzielle Leistungsträger fehlten. Neben Joshua Mees fehlte weiter Marvin Schulz. Dass Oscar Vilhelmsson erneut im Kader fehlte, geht mittlerweile als Normalität durch.
Ja, Karlsruhe erwischte eine guten Start und störte Münster früh. Die ersten Szenen gehörten den Gästen, beispielsweise durch einen Kopfball von Franke über das Preußentor. Es dauerte durchaus etwas, ehe Münster sich mal einigermaßen befreien konnte. Die erste Chance der Preußen bekam Kolbe.
Turban für Koulis
Kurz war die Partie unterbrochen, weil Niko Koulis im Strafraum mit seinem Teamkollegen Wesley Adeh zusammenprallte und fortan mit einem Simon-Scherder-Gedächtnis-Turban spielte.
Das tat dem Spiel der Preußen keinen Abbruch, die durchaus auf Augenhöhe agierten. Und dann sogar die beste Chance hatten: Makridis scheiterte nach knapp einer halben Stunde aus spitzem Winkel am Karlsruher Keeper. Der stand nur zwei Minuten gegen Johanssons Schuss parat und klärte auch das.
Aber dann! Johansson hatte nach 35 Minuten viel Platz, tankte sich gegen Kalrsruhes Abwehr durch, zumindest fast. Die Szene schien geklärt, aber Montell Ndikom spekulierte auf einen Querschläger – und genau der kam. Und ohne Zögern traf der Preuße dann ins rechte Eck. Da war Karlsruhes Keeper auf dem völlig falschen Bein.

Karlsruhe reagierte wütend und kam noch kurz vor der Pause zur Ausgleichschance, aber es blieb beim 1:0..
Der KSC reagierte, brachte Louey Ben Farhat nach dem Wechsel. Und von Beginn an war zu spüren, dass die Gäste nun den Druck erhöhen würde. Und je länger das Spiel lief, desto mehr bekamen die Preußenfans das deutliche Gefühl, dass der Ausgleich nur eine Frage der Zeit sein würde. Münster baute ab, weil Karlsruhe zulegte. Oder wurde schwächer, weil die Konzentration nach einer energischen erstenHälfte schwand. Wie auch immer: Jetzt gehörte die Partie klar den Gästen. Und die kamen dann auch immer wieder zu Chancen oder mindestens aussichtsreichen Gelegenheiten. Wenn es gefährlich wurde, dann war oft auch Marvin Wanitzek mittendrin – beispielsweise nach 53 Minuten, als er einen Freistoß zu Ben Farhat brachte, der aber letztlich scheiterte.
Defensive lange auf dem Posten
Ja, Karlsruhe drückte, aber noch stand die Defensive der Preußen. Manchmal mit viel Einsatz, manchmal mit purem Glück – mehrfach rauschte der Ball quer durch den Preußenstrafraum, unkontrolliert.
Entlastung? Kaum noch. Münster verlor viele Bälle im Aufbauspiel, produzierte immer wieder Fehlpässe und kam auch deshalb kaum noch in die gefährlichen Zonen.
Nach 69 Minuten war es dann passiert. Wanitzek zimmerte den Ball aus 25, 26 Metern Richtung links Eck. Morten Behrens war noch dran, fischte den Ball aber nicht mehr heraus. Das war das 1:1.
Münsters Antwort
Münsters Antwort? Nach 77 Minuten versuchte es Ndikom mit einem Schlenzer Richtung Tor. Das war die einzige echte Offensivszene der Preußen, die eigentlich nur noch defensiv gefordert waren. So hielt die Abwehr bis zur 81. Minute. Dann brachte Broschinski den Ball per Kopf in die Mitte, wo sich irgendwie niemand mehr zuständig fühlte. Gegen den knackigen Abschluss von Sebastian Jung war dann nichts mehr zu retten. Das 2:1 war die Entscheidung, bis zum Schluss kam Münster nicht mehr für ein Tor in Frage.
Stattdessen kassierte der SCP noch einen ärgerlichen Nackenschlag. Der eingewechselte Samuel Althaus stieg in der Schlussminute in einen völlig unsinnigen Zweikampf jenseits irgendeiner Gefahr – und traf seinen Gegenspieler Väänänen am Knöchel. Schiedsrichter Florian Badstübner zückte sofort Rot. Blöd für Althaus, aber ohne Folgen für die 3. Liga.
Wieder einmal dauerte der Pokalritt der Preußen nur ein Spiel. Die Märchen werden woanders erzählt.


