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Gegen Karlsruhe: Endlich mal Pokalschreck?

Gegen Karlsruhe: Endlich mal Pokalschreck?
Hier noch das alte DFB-POkal-Logo. Der Wettbewerb erhält ab 2026 ein leicht verändertes Logo.

Münster und der DFB-Pokal. Das ist eigentlich eine Schauergeschichte. Vor mehr als 35 Jahren stand der SC Preußen Münster zuletzt im Achtelfinale. Damals war für den Zweitligisten Münster gegen den Erstligisten VfB Stuttgart Endstation. Ein paar Jahre zuvor war ebenfalls im Achtelfinale Schluss gegen Fortuna Köln. Der Rest? Pleiten, Niederlagen, Feierabend. Und zwischendrin waren die Preußen auch mal elf Jahre (!) und einmal sieben Jahre ununterbrochen gar nicht dabei. Es wäre wirklich, wirklich an der Zeit für ein Pokalmärchen…

Läge so ein Pokalmärchen gegen den letztjährigen Ligakonkurrenten Karlsruher SC in Reichweite? Vermutlich eher als zuletzt gegen Bayern München oder VfB Stuttgart. Sogar in Karlsruhe nannte KSC-Trainer Senft den SCP als eines der schwersten Lose. „Die Mannschaft hat einen kompletten Plan“, so Senft am Mittwoch während der Pressekonferenz in Karlsruhe. Münster presse gut – sowohl tief wie auch hoch. Man sehe die Handschrift des Trainers.

Diese Aussagen sind vermutlich ein Stück weit den tückischen Pokalgesetzen geschuldet, zum anderen Teil auch Höflichkeit oder aber Vorsicht. Aber klar, der KSC hätte es auch einfacher haben können, auch wenn bei den Preußen wahrlich noch nicht alle Räder ineinander greifen.

Karlsruhe wird übrigens direkt nach dem Spiel wieder gen Baden aufbrechen – schlimmstenfalls nach einem Elfmeterschießen, für das man in Karlsruhe eigenes trainiert hat.

Ausverkauft. Fast.

Die Rahmenbedingungen für die Partie am Freitagabend sind bereits klar. 13.945 Zuschauer werden dabei seien, das LVM-Preußenstadion gilt als offiziell ausverkauft. Wobei, so ganz wird es das nicht sein: Aus Karlsruhe haben sich 1.849 Fans mit Tickets versorgt – elf Sitzplätze im Gästebereich bleiben leer. „Ausverkauft“ ist also theoretisch. Sei’s drum, es wird voll. So voll wie lange nicht mehr, was dann auch die üblichen Einschränkungen und Hinweise in Münster zur Folge hat. Wer pünktlich am Platz sein will, muss frühzeitig da sein. Und für Freitag hofft man intensiv darauf, dass der neue Caterer endlich seinen Job erledigt – bisher lief das alles eher schlecht an und sorgte für viel Kritik. Aber so ist das eben, wenn buchstäblich alles neu ist.

Beim SCP fehlen natürlich die Langzeitverletzten wie Bolay, Batmaz oder Scherder. Auch Joshua Mees fällt einmal mehr aus, befinde sich aber auf dem Weg der Besserung, wie Thomas Wörle betonte. Das Spiel komme noch zu früh. Auch Verteidiger Tim Dietrich ist nach der Ingolstadt-Partie angeschlagen und muss passen. Gleiches gilt für Marvin Schulz, den 31-Jährigen Routinier. Auf ihn muss der Trainer ebenfalls weiter warten.

„Pokalfight“

Unstrittig ist, dass ein Pokalabend am Freitag eine ganz besondere Atmosphäre verbreiten wird. Volle Ränge, ein bisschen Flutlicht trotz frühabendlicher Sommer-Helligkeit. dazu aber auch wechselhaftes Wetter. Preußen-Wetter. Aber immerhin jetzt mit Dach.

Für Thomas Wörle kommt es auf defensive Stabilität an, wie der SC Preußen selbst schreibt: „Die Stabilität, die wir ausstrahlen, hat uns geholfen, zwei Spiele zu gewinnen und eins Unentschieden zu spielen.“

Es werde allerdings darauf ankommen, Karlsruhe nicht zu seinem Spiel kommen zu lassen. Und das ist: Ballbesitz, Ballbesitz, Ballbesitz – und den Gegner tief reindrücken. Da will und muss sich der SCP entgegenstemmen. Aber wie das eben so ist im Pokal: K.O.-Spiele haben ihren eigenen Charakter. Münster will einen echten Pokalfight daraus machen.

Pokalschreck eher nicht. In den vergangenen fünf Jahren kam der SCP nur einmal über die erste Runde hinaus – und das auch nur, weil Wolfsburg beim 3::1-Sieg 2021 einen Spieler zu viel einwechselte… Ansonsten hagelte es Erstrunden-Niederlagen. Zwischen 2014 und 2021 fehlte der SCP bereits sieben Jahre lang im DFB-Pokal (zwischen 1997 und 2008 sogar elf Jahre lang). Zwischen 2008 und 2013 schaffte der SCP zweimal einen Sieg: 2012 war es das legendäre 4:2 gegen Werder Bremer, ein Jahr später dann ein 1:0 gegen FC St. Pauli. In beiden Fällen war aber dann der FC Augsburg in der zweiten Runde Endstation… Münsters letztes (von drei) Aufeinandertreffen mit dem KSC war schon 1966… damals unterlag der SCP auswärts mit 0:3. Auch die anderen beiden Duelle 1952 und 1963 gingen verloren. Wie gesagt: Münster und Pokal? Das tut nichts.

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