Bautagebuch 44: Saugbagger und Glasfaserpanne
Die Sommerpause nutzen Fußballklubs gerne, um Arbeiten durchzuführen, die während der laufenden Saison schwer umzusetzen sind. Nicht, dass das in Münster derzeit ein Argument wäre, wo doch praktisch überall ständig gebuddelt und gebaut wird. Dennoch: Abseits von West-, Ost- und Nordtribüne finden an anderer Stelle Bauarbeiten statt. Und zwar abseits der Webcams, die derzeit wegen eines beschädigten Glasfaserkabels ohnehin nicht laufen…
Unter der Südtribüne arbeitet sich das Bauunternehmen Hellmich nämlich gerade durch „unterirdische“ Sandberge. Um genauer zu sein: Um Erdreich, das unterhalb der Betonränge der Haupttribüne liegt und noch aus Zeiten des Neubaus der Tribüne 2008/2009 stammt. Vom Spielertunnel aus wird demnächst eine Tür in einen neuen Raum führen, für den nun Platz geschaffen wird. In diesem Raum finden die Anlagen für das gesamte Bewässerungssystem Platz – sowohl für den Hauptplatz als auch für den Trainingsplatz.
Das Erdreich unter der Tribüne wird kontrolliert über einen Saugbagger entfernt – wozu derzeit ein deutlich sichtbares grünes Rohrsystem quer durch die Räume in der Tribüne führt, unter anderem quer durch den Medienraum.
Webcams offline
Dass seit Montagmittag keine Livebilder mehr aus dem Stadion zu sehen sind, liegt an den Bauarbeiten. Bei denen wurde eines der verschiedenen Glasfaserkabel beschädigt, das für die Webcams benötigt wird. Und das auch die gesamte Südtribüne mit Internetzugang versieht. Derzeit geht nichts, erst bis Ende der Woche soll das Kabel repariert sein. Neue Bilder wird es also möglicherweise erst nach Pfingsten geben.
Wenn die Webcams wieder online sind, soll eine davon auch die Arbeiten an der Nordtribüne zeigen. Die alte Gegengerade ist am Dienstag noch ziemlich unangetastet. Zwar wurden mittlerweile Wellenbrecher und einige Zäune entfernt, aber noch sieht die Nord weitgehend so aus wie immer in den vergangenen Jahren. Dahinter allerdings tut sich einiges – die Vorarbeiten für den Bau der künftigen Nordtribüne laufen bereits.
Apropos: Die Nordtribüne wird zunächst ohne die Ecken zur West und Ost gebaut. So bleibt etwas Platz für Baufahrzeuge. Die Ecken werden erst im letzten Schritt geschlossen. Was übrigens auch bedeutet, dass die beiden großen Flutlichtmasten vorerst stehen bleiben. Verschwinden werden dagegen die beiden Zusatzmasten, die mittig hinter der Gegengerade, jeweils links und rechts vom alten Marathontor stehen.
Aktuelle Bilder vom 19. Mai 2026
Haupteingang
Unverändert stehen übrigens noch immer die klassischen Kassenhäuschen im Eingangsbereich des Stadions. Während der gesamte Platz mittlerweile mehr oder weniger geräumt ist, trotzen die alten Kassen vorerst dem Umbau. Wohl auch, weil darunter noch Leitungen liegen und man vorsichtig vorgehen will. Sonst erinnert mittlerweile nichts mehr daran, dass hier bis vor wenigen Wochen tausende Menschen ins LVM-Preußenstadion gelangt sind … es geht unverändert schnell voran auf der Baustelle LVM-Preußenstadion.

