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Wehen Wiesbaden – Preußen Münster: Vermissen wir den VAR?

Wehen Wiesbaden – Preußen Münster: Vermissen wir den VAR?
Der Schiedsrichter wird dabei immer dann zum Publikum sprechen, wenn er zur Überprüfung einer Entscheidung am Monitor in der Review Area am Spielfeldrand war – oder wenn er eine Entscheidung auf Hinweis des Video-Assistenten (VAR) ändert.

Der VAR, Fluch und Segen. Praktisch kein Torjubel in den vergangenen zwei Jahren verlief ohne das bange Gefühl, ob nicht irgendwo in der Entstehung eine Fußspitze im Abseits stand, ein kleines Foul den Spielaufbau veränderte oder eben irgendetwas anderes passiert war, das aus dem Jubel ein Pfeifkonzert machte. Beim Auftaktspiel des SC Preußen Münster beim SV Wehen Wiesbaden musste sich alle erst daran gewöhnen: Tor ist Tor, wenn der Schiri es gibt. Ein Elfer st ein Elfer, wenn der Schiri pfeift. Keine Diskussionen, keine Fragezeichen. Außer, dass es in Wiesbaden ganz viele Diskussionen und ganz viele Fragezeichen gab…

Schon die erste Szene hätte man aus Preußensicht gerne mit mehr Kameras und einer VAR-Kontrolle gesehen. Makridis‘ Hereingabe rutschte an Philipp Herchers Brust vorbei und auch an seinen Armen. Handelfmeter? Es wirkte in den wenigen Aufnahmen schon, als sei der Ball von Hercher abgefälscht worden – aber mit der bestehenden Technik war das nicht aufzulösen.

Koulis‘ angeblicher Schubser war auch nur zu erkennen, weil Gegenspieler Janitzek fiel. Ein Elfmeter war es dennoch, auch wenn man dazu viel , viel Fantasie einschalten musste. Wo ist der VAR, wenn man ihn braucht.

Zweiter Elfer

Gleiches galt dann ehrlicherweise auch für den zweiten Elfmeter des Tages, den man aus neutraler Sicht eher als Witz bezeichnen musste. Auch wenn der betroffene Preuße Montell Ndikom später ganz diplomatisch von einem „natürlichen“ Gefühl und einer „Berührung“ sprach, musste man doch zugestehen: Das war nichts, nichts, gar nichts. Wer solche Elfmeter pfeifen will, muss fünf oder sechs pro Spiel pfeifen. Und umgekehrt würde der SCP wahnsinnig werden, wenn er selbst Opfer einer solchen Einschätzung würde. Kein Wunder also, dass Wiesbaden später wütend reagierte.

Wir sind also wieder dort, wo der Fußball ohne VAR immer war. In den Grauzonen, im Ungewissen. Jetzt wird überall diskutiert: War es ein Elfer? War es keiner? Und niemand wird je Gewissheit erlangen, denn weder TV-Bilder noch Wiederholungen können alles letztgültig aufklären. Dieser Fußball lebt im Moment, das hat Charme. Aber man hofft insgeheim auch, dass der SC Preußen selbst nicht allzu häufig in Situationen gerät, in denen ein VAR wichtig wäre.

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