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Zwangsabstieg 1860 ?

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Jahrelang haben die scheinbar unfähigen Leute bei 60 nur Geld verbrannt. Das der Ismaik dann mal keinen Bock mehr hat, kann ich verstehen.

Kleini, SCP-Freddy und andaros haben auf diesen Beitrag reagiert.
KleiniSCP-Freddyandaros

Innerhalb von zehn Jahren tritt der TSV 1860 München nun das zweite Mal den Gang in die Regionalliga Bayern an, weil der DFB mangels wiirtschaftlicher Leistungsfähigkeit die Lizenz für die dritte Liga verweigert hat. In beiden Fällen war der Investor der Löwen nicht mehr bereit, ein Defizit auszugleichen bzw. die Etatlücke zu schließen.

Sicherlich darf und muss man die Personalie Hasan Ismaik kritisch sehen. Ein ausländischer Investor kauft sich in einen deutschen Verein ein und investierte bislang nach eigenen Angaben rund 80 Millionen Euro in diesen Club. Was wollte er damit bezwecken? Aller Voraussicht nach hatte er sich sehr wahrscheinlich einen Gewinn aus seinem Invest erhofft. Was er jedoch nicht beachtet hatte, in Deutschland gibt es die 50 plus 1 Regelung die verhindert, das Investoren die Mehrheit an einem Club übernehmen können. Martin Kind hat dies bei Hannover 96 auch immer wieder versucht, scheiterte aber wiederholt mit seinem Ansinnen. Er ließ dabei sehr viel Geld in seinem Verein.

Der kritische Blick auf solche Investoren mag richtig sein. Jedoch sind diese Geldgeber nur ein Teil der Wahrheit. Das Übel ist viel weiter gefächert. Im Grunde beginnt alles in erster Linie beim Verein selber. Entweder nehme ich das Geld an, weil ich schnell groß in die Zukunft investieren möchte und mir das Eigenkapital dazu fehlt oder ich nehme das Geld an, weil mir das Wasser bereits bis zum Hals steht und ich trotz großer Schulden zumindest den Status halten kann.

Aus welchen Gründen 1860 sich auf Hasan Ismaik damals eingelassen hatte, ist mir nicht mehr bekannt. Was jedoch sehr augenscheinlich ist, die Vereinsführung hat sich immer wieder auf ihren Investor verlassen. Nahezu in jeder Saison wurde mehr Geld ausgegeben, als es der geplante und genehmigte Etat eigentlich hergab. Wenn Ismaik nun einen Kredit gekündigt hat mit dem ein anderer Kredit abgesichert werden sollte, spricht das Bände. Der Schuldenstand ist mit der Zeit wohl immer größer geworden. Eine Vereinsführung die immer über ihre Verhältnisse gelebt und darauf vertraute das der Investor Geld nachschießt, handelt grob fahrlässig. Wo waren eigentlich die Kontrollgremien, die über das Handeln zu wachen haben.

Der TSV 1860 München hatte kein Problem mit den Einnahmen. Das Stadion ist zu jedem Spiel in der Liga ausverkauft. Das Preisniveau der Karten ist in Liga drei im oberren Bereich anzusiedeln. Grob geschätzt nimmt man in München pro Saison rund 9 Millionen Euro an Eintrittsgeldern ein. Die Bayrische Versicherung zahlt auch für die Trikotbrust rund 1,9 Millionen Euro pro Spielzeit , welches ebenfalls zu den höchsten Beträgen in der dritten Liga zählen dürfte. Die rund 28.000 Vereinsmitglieder werden auch für einen nicht gerade kleinen Umsatz im Bereich des Merchandising beitragen. Und schließlich ist der Trikotsponsor ja nicht der einzige Geldgeber aus der Wirtschaft. Wie bei jedem anderen Profiverein gibt es noch eine Vielzahl mehr.

Nein, das Grundübel bleibt die Ausgabenseite. Ich kann nicht jahrelang immer mehr Geld ausgeben, als reinkommt nur weil ein Geldgeber die Fehlbeträge bislang nahezu immer wieder ausgleicht. Solange ich keine Diziplin beim Geldausgeben wahre, solange wird man immer nur von der Hand in den Mund leben. Nur zuletzt liegt da nichts mehr auf der Hand, außer nur noch heißer Luft. Wie sagt man in Bayern, die Sechziger handeln Großkopfert, treten großspurig auf, obwohl die Schatulle eigentlich leer ist. Solange in der Vereinsführung kein Umdenken im Handeln einsetzt, braucht man nicht mit verächtlichen Blick und mit dem Finger auf den Investor Hasan Ismaik zeigen. Am Ende ist es nämlich er gewesen, der den Club immer wieder über Wasser gehalten hat. Ohne Ismaik hätte man in München längst den Gang zum Insolvenzgericht antreten müssen.

Adler1906, Mikered und 13 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
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Jetzt hat auch der Hauptsponsor von 1860 seinen Vertrag außerordentlich gekündigt. In den letzten zehn Jahren haben die rund 15 MIllionen Euro gezahlt.

https://www.bild.de/sport/fussball/1860-muenchen-droht-der-kollaps-traditionsklub-kaempft-ums-ueberleben-6a1d93c4fbaeffae77069dc8

Mikered, otte und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
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Zur Wahrheit gehören aber such, dass Sechzig die größte Stadionmiete der Liga gezahlt hat und dass alle Merchandisingeinnahmen direkt an Hasan Ismail gehen, was beides für den Verein sehr problematisch ist. Natürlich hat der Verein auch ein Problem auf der Ausgabenseite, aber so zu tun, als würde bei 60 eigentlich das Geld in die Vereinskassen sprudeln ist auch weit ab von der Realität.

otte und Eagle-Rider haben auf diesen Beitrag reagiert.
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Zitat von weg am 3. Juni 2026, 23:37 Uhr

Zur Wahrheit gehören aber such, dass Sechzig die größte Stadionmiete der Liga gezahlt hat und dass alle Merchandisingeinnahmen direkt an Hasan Ismail gehen, was beides für den Verein sehr problematisch ist. Natürlich hat der Verein auch ein Problem auf der Ausgabenseite, aber so zu tun, als würde bei 60 eigentlich das Geld in die Vereinskassen sprudeln ist auch weit ab von der Realität.

Ja es stimmt was du schreibst. In erster Linie betrifft die finanzielle Schieflage ja die GmbH und Co.KG aA. Seit 2011 investiert Hasan Ismaik in die Löwen, die damals kurz vor der Insolvenz standen. In dieser Zeit investierte er rund 80 Millionen Euro in den Club, was eine Summe von 5,33 Millionen Euro pro Jahr entspricht. Neben den bereits aufgeführten Einnahmen aus Kartenverkauf, Sponsoring (zuletzt rund 1,9 Millionen Euro für die Trikotbrust), sind auch 1,3 Millionen Euro an Fernsehgeldern nicht zu vergessen. Selbst wenn die Einnahmen aus dem Merchandising an Ismaiks Firma gehen sollte es möglich sein, mit den restlichen Einnahmen die Stadionmiete zu bezahlen und nicht den Etat dauerhaft mit einer zu teuren Mannschaft zu überziehen. Im Übrigen fährt selbst der e. V. einen Verlust von fast einer Million Euro ein. Irgendetwas stimmt da ganz gewaltig nicht.

otte und Kleini haben auf diesen Beitrag reagiert.
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Mal ein Nebenaspekt: Mir tun die ganz normalen Löwenfans leid.

Die haben in den letzten Jahrzehnten einen kontinuierlichen Niedergang ihres Vereins erlebt und mussten innerhalb der Stadtgrenzen gleichzeitig den permanenten Aufstieg des FC Bayern zu einem erfolgreichen Weltverein ertragen.

Der eigene Verein krebst mit sehr mäßigen sportlichen Erfolg und unter sehr fragwürdigen finanziellen Voraussetzungen und Konstrukten in den unteren Ligen herum, ist zeitweise „Untermieter“ in der Allianz-Arena, …..während der lokale und „ungeliebte“  Konkurrent meistens die 1. Liga beherrscht und auch international zu einem „Global Player“, mit vielen Fans in der ganzen Welt, aufgestiegen ist. Da muss man als eingefleischter Fan der Sechziger schon sehr leidensfähig sein und die dauernd Häme im Alltag ertragen. Schlimmstenfalls sogar Mitleid der Bayernfans. Höchststrafe!

Und jetzt gibt es diesen neuen, diesen absoluten Tiefpunkt, tiefer geht es kaum. Was machen die Löwenfans jetzt? Zum FC Bayern wechseln? Kaum vorstellbar.

Da geht es mir als Preußenfan doch wirklich gut: Klare Feindbilder in überschaubarer Nachbarschaft (😉!)  und ein Verein, der nicht komplett an die Wand gefahren wurde.
Und trotz des Abstiegs gibt es eine Zukunft, sportlich und auf vielen anderen Ebnen; und diese Zukunft sieht für mich viel besser aus als früher,…(die einzig Bundesligasaison mal außen vor gelassen 😅).

poelle, Mikered und 6 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
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1860 hat in den letzten Jahren offenkundig wenig Energie darauf verwendet, sein strukturelles Defizit aufzulösen. Die Umsätze deren ausgegliederter KGaA lagen in den letzten Jahren - exklusive ab und an durchaus signifikanter Transfererlöse - laut Angaben im öffentlich einsehbaren Unternehmensregister bei knapp 13-14 Millionen Euro. Das ist im Quervergleich zu anderen Drittligisten deutlich zu wenig angesichts des Potentials und einem immer gut gefüllten Stadion.

Der für den sportlichen Erfolg ausschlaggebenee Personalaufwand war hingegen auch nicht sonderlich hoch in den letzten Jahren. Das waren Budgets im Mittelfeld der Liga, die entsprechend auch zu Mittelfeldplatzierungen geführt haben. Wenn man geglaubt hat, damit aufsteigen zu können und sich somit durch Zweitligaeinnahmen aus dem strukturellen Defizit zu befreien, war man naiv. Mit der unterentwickelten Einnahmestruktur hätte man auch in der zweiten Liga überhaupt keine Chance auf Etablierung gehabt.

Offenkundig hat man sich ohne irgendeine auf dauerhafte Tragfähigkeit zielende Strategie einfach immer auf das Fangnetz von Hasan Ismaik verlassen und keinen Anreiz gesehen, strukturell unabhängig zu werden.

Es ist auch bemerkenswert, dass man es nicht geschafft hat, anderweitig die 2,7 Mio Euro aufzutreiben. Natürlich blieb nicht viel Zeit, aber in einer Stadt wie München und einem Umfeld von 1860 muss es Menschen in Gremien und im Sponsorennetzwerk geben, die zur Verhinderung des Super-GAU private Darlehen geben oder vorfälligen Sponsorenzahlungen vertraglich zustimmen. Andere Vereine machen das Jahr für Jahr im mittleren bis hohen einstelligen Millionenbereich, das sieht man in den Stichtagsbilanzen an der Höhe der passiven Rechnungsabgrenzungsposten. Bei 1860 ist dieser Posten zwar auch nicht unerheblich, er dürfte aber maßgeblich durch ein sehr hohes Dauerkartenvolumen geprägt sein. Es ist Wahnsinn, dass man anscheinend überhaupt keinen Plan B für den Fall in der Tasche hatte, das Plan A mit Ismaik scheitert.

Eine Insolvenz der KGaA inklusive Liquidation wäre für 1860 wahrscheinlich auch keine gute Sache. Deren eV hat keine höher spielende Herrenmannschaft. 1860 III und 1860 IV spielen Kreisliga bzw. Kreisklasse. Entsprechend ginge es da wieder los mit einem Neuaufbau, wenn man nicht mit irgendeinem Bayernligaclub fusionierte, um deren höher gelegene Spielberechtigung abzugreifen.

 

Adler1906, Mikered und 5 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
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https://www.kicker.de/alle-unterlagen-fristgerecht-eingereicht-havelse-will-den-freien-platz-in-der-3-liga-einnehmen-1225082/artikel

Jetzt sieht es doch nach Havelse aus.

otte hat auf diesen Beitrag reagiert.
otte
Zitat von otte am 4. Juni 2026, 08:18 Uhr

Mal ein Nebenaspekt: Mir tun die ganz normalen Löwenfans leid.

Die haben in den letzten Jahrzehnten einen kontinuierlichen Niedergang ihres Vereins erlebt und mussten innerhalb der Stadtgrenzen gleichzeitig den permanenten Aufstieg des FC Bayern zu einem erfolgreichen Weltverein ertragen.

Der eigene Verein krebst mit sehr mäßigen sportlichen Erfolg und unter sehr fragwürdigen finanziellen Voraussetzungen und Konstrukten in den unteren Ligen herum, ist zeitweise „Untermieter“ in der Allianz-Arena, …..während der lokale und „ungeliebte“  Konkurrent meistens die 1. Liga beherrscht und auch international zu einem „Global Player“, mit vielen Fans in der ganzen Welt, aufgestiegen ist. Da muss man als eingefleischter Fan der Sechziger schon sehr leidensfähig sein und die dauernd Häme im Alltag ertragen. Schlimmstenfalls sogar Mitleid der Bayernfans. Höchststrafe!

Und jetzt gibt es diesen neuen, diesen absoluten Tiefpunkt, tiefer geht es kaum. Was machen die Löwenfans jetzt? Zum FC Bayern wechseln? Kaum vorstellbar.

Da geht es mir als Preußenfan doch wirklich gut: Klare Feindbilder in überschaubarer Nachbarschaft (😉!)  und ein Verein, der nicht komplett an die Wand gefahren wurde.
Und trotz des Abstiegs gibt es eine Zukunft, sportlich und auf vielen anderen Ebnen; und diese Zukunft sieht für mich viel besser aus als früher,…(die einzig Bundesligasaison mal außen vor gelassen 😅).

Die haben aber auch jahrelang nach den teuren Transferkrachern geschrien und diese beklatscht…

Zitat von Kleini am 4. Juni 2026, 17:39 Uhr

https://www.kicker.de/alle-unterlagen-fristgerecht-eingereicht-havelse-will-den-freien-platz-in-der-3-liga-einnehmen-1225082/artikel

Jetzt sieht es doch nach Havelse aus.

Haben von allen da unten die beste Rückrunde gespielt, passt…

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