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Derbysieger!

Derbysieger!
Yassine Bouchama jubelt nach dem Tor zum Derbysieger. Foto: firo sportphoto:

Nach sieben Minuten fühlte es sich an wie ein ganz mieser Sonntag. Mit der ersten Chance des Spiels verursachte der SC Preußen Münster einen Foulelfmeter, auch der VAR änderte daran nichts. Joel Grodowski traf für seinen aktuellen Herzensklub Arminia Bielefeld sicher zum 1:0, drehte ab vor der Preußen-Kurve und zelebrierte dort seinen nächsten aufgesetzten Stier-Jubel. Da passte jede düstere Vorahnung. Wer ahnte da, dass etwa 100 Minuten später nur der SC Preußen vor eben dieser Kurve jubeln würde? Denn nach Abpfiff hieß der Derbysieger Preußen Münster.

Spiel gedreht, Arminia in der Tabelle überholt, ein Sprung auf Platz neun. Aus Sicht des SCP war am Ende alles in Ordnung. Dieser Sieg im Derby zählt nur drei Punkte, aber eben doch etwas mehr.

Arminia legte in etwa so los, wie Preußentrainer Alexander Ende das vermutet hatte: Druckvoll stellte sich der Gastgeber dem SCP entgegen, das schmeckte den Preußen nicht, die kaum einmal in Ruhe ihr Spiel aufbauen konnten. Das war in dieser Saison schon einige Mal zu sehen. Dabei wes nicht so, als würde sich Arminia dabei viele Chancen erspielt haben – und auch nicht, als hätte der SCP gar keine gehabt: Ein Schuss von Hendrix über das Tor, ein Abschluss von Vilhelmsson. Nichts zum Fürchten, aber auch nicht nichts.

Derbysieger! Foto:  firo sportphoto:
Derbysieger! Foto: firo sportphoto:

Dennoch: Insgesamt lief das Spiel eine halbe Stunde lang doch eher für Arminia. Bis zu diesem wunderbar-dummen Fehlpass der Gastgeber in den Rücken der eigenen Abwehr. Da verließ sich einer auf den anderen und nur Oliver Batista Meier war wirklich auf Zack, erlief den Ball, umkurvte Bielefelds Keeper und schob zum 1:1 ein. Das war überraschend, aber umso schöner.

Momentum!

Und wie das so ist: Das Momentum kippte für den SCP. Plötzlich waren die Adlerträger wach und setzten endlich auch eigene Akzente. Die beste Chance in dieser Phase hatte Joshua Mees, der nach langer Verletzungspause in den Kader gerückt war – seinen Flachschuss fischte Arminias Kersken gerade noch so aus. Und auch Vilhelmsson brachte den Ball nach 34 Minuten nicht im Tor unter.

Ach ja: Jannis Heuer holte sich nach 45 Minuten noch eine Gelbe Karte ab, weil er den Bielefelder Torschützen unsanft abräumte. Schluss für Grodowski, der nach dem Wechsel nichts in Spiel zurückkehrte, was auf Preußenseite nicht für übertriebene Trauer sorgte.

Auf ein Wort, Sky. Dass ihr in den Vorberichten eigentlich alle Trainer zu Wort kommen lasst, aber keinen einzigen Preußen, ist schon seltsam. Dass ihr dann auch fortwährend behauptet, der letzte Auswärtssieg der Preußen läge entweder über 40 oder fast 60 Jahre zurück, hätte mit etwas mehr Lust an der Recherche verhindert werden können. In den Neunzigerjahren gab es für Arminia im eigenen Stadion wenig zu holen für den DSC. Geschenkt, nächstes Mal besser machen.

Die Geschichte der zweiten Halbzeit erzählt sich leichter. Das ganz große Feuer der ersten Hälfte gab es nicht mehr. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Arminia durch Momuluh eine große Chance hatte, der SCP durch Batista Meier eine noch größere. Der Distanzschuss des Preußen hätte gepasst, wäre nicht Kersken gerade noch mit der Hand dran gewesen.

Bis zum nächsten Aufregen dauerte es schon bis in die Schlussphase. Erst scheiterte Corboz am robust eingreifenden Jaeckel, denn scheiterte Hendrix mit einem Abschluss.

Uhd als alle so ein bisschen mit dem 1:1 rechneten, bekam der SCP endlich mal das eigene Glück der letzten Sekunde… Die scharfe Hereingabe von Jano ter Horst sprang in der Mitte dem Arminen Leon Schneider an den Fuß und von dort ins Tor. Lars Lokotsch hatte Schneider unter Druck gesetzt, wäre wohl auch zur Stelle gewesen – aber hier erledigte Arminia die Sache eben selbst! Das 2:1, der Derbysieg! Endlich mal ein spätes Glück für Münster …

Tabelle 14. Spieltag
KlubSp.SUNToreVerh.P
1.)FC Schalke 04 14101318:81031
2.)SC Paderborn 07 1492321:14729
3.)SV Elversberg 1483327:131427
4.)Hannover 96 1483327:18927
5.)SV Darmstadt 1475223:131026
6.)1. FC Kaiserslautern 1372424:16823
7.)Hertha BSC 1372416:10623
8.)Karlsruher SC 1463521:24-321
9.)Arminia Bielefeld 1453626:21518
10.)1. FC Nürnberg 1453615:19-418
11.)VfL Bochum 1451820:20016
12.)SC Preußen Münster1444618:22-416
13.)Holstein Kiel 1443714:17-315
14.)Fortuna Düsseldorf 1442813:23-1014
15.)Dynamo Dresden 1434720:26-613
16.)Eintracht Braunschweig 1441914:25-1113
17.)SpVgg Greuther Fürth1441920:37-1713
18.)1. FC Magdeburg 14311013:24-1110

Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga. Der Tabellen-16. der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Dritten der 3. Liga, die beiden Klubs auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 3. Liga ab.

2 thoughts on “Derbysieger!

  1. Und auch unter diesen hervorragenden Artikel schreib ich es: Derbysieger, Derbysieger, hey, hey, hey 🙂
    Zu Sky und Grodinski (oder wie heißt der noch mal?) fällt mir nix ein, außer beide(s) schlecht!

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