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Ängstlich und chancenlos: Münster geht auf Schalke unter

Ängstlich und chancenlos: Münster geht auf Schalke unter
19. April 2026: Schalke gegen Preußen Münster.

Man muss das schon einordnen: Schalke 04 gegen Preußen Münster – größer konnte die Diskrepanz am Sonntag nicht sein. Tabellenführer gegen Schlusslicht. Oft sind das die besonders zähen Spiele. Am Sonntag allerdings nicht. Da war Schalke im Rausch, Schalke kombinierte, Schalke spielte. Und Preußen Münster erstarrte in Angst und Schrecken. Über fast 90 Minuten war das ein abstiegsreifer Auftritt. Und so mutlose, leidenschaftslose Spiele hat man in der Rückrunde der Adlerträger mittlerweile schon einige Male gesehen. Im Tabellenkeller wird es langsam wirklich dunkel.

Trainer Alois Schwartz hatte für die Partie auf Schalke die besten Scorer wieder aufgeboten: Oliver Batista Meier rückte nach seiner verletzungsbedingten Pause gegen Fürth wieder rein, spielte an der Seite von Etienne Amenyido. Dass Joshua Mees (Oberschenkel) und Oscar Vilhelmsson wieder einmal verletzt ausfielen, überrascht zu diesem Zeitpunkt der Saison niemand mehr.

Und von Beginn an flogen dem SC Preußen die Bälle um die Ohren. War es der Schalker Schwung oder war es pure Angst? Je länger das Spiel lief, desto weniger traute sich der SCP. In den ersten 45 Minuten brachte der SCP null Torschlüsse zustande. Das war nichts, das war die totale Verweigerung, in irgendeiner Form an einem Fußballspiel teilzunehmen. Defensiv arbeiteten die Preußen natürlich stark, mehrfach parierte Johannes Schenk, ansonsten brachte die Abwehr des SCP oft noch ein Fuß dazwischen. Das war alles okay. Nicht okay war, wie fehlerhaft und schwach alles andere war.

19. April 2026: Schalke gegen Preußen Münster.

Endlos fühlten sich die unnötigen Ballverluste nach unsauberen Pässen an. Und immer wieder zögerte der SCP, wenn etwas Entschlossenheit gefragt gewesen wäre. Aouchiche, Karaman, Becker – Chancen bekam stattdessen nur Schalke. Aber gerade, als sich dieser erste Schwung der Schalke beruhigt hatte und mancher der rund 6.500 mitgereisten Preußenfans Hoffnung auf ein „zu Null“ zu Pause machte, schlugen die Gastgeber dann doch zu. Allerdings mit erheblicher Unterstützung von Paul Jaeckel, der einen völlig unnötigen Zweikampf im eigenen Aufbauspiel verlor, so den Weg freimachte für Ljubicic, dessen Flanke wiederum bei Karaman landete – und dessen Kopfball sich weit über Schenk ins lange Eck senkte. So viele Fehler, so viel Platz, das war einfach nicht gut genug für die 2. Bundesliga.

Spieldaten

Bereits den Deckel drauf machte der SCP dann selbst. Aouchiches Flanke verlängerte Jannis Heuer ins eigene Tor. Und ganz ehrlich: mit diesem 0:2 war die Partie nach dem bisherigen Verlauf längst entschieden und vermutlich wussten das auch alle Beteiligten schon.

Denn in der zweiten Halbzeit veränderte sich nichts. Rico Preißinger musste raus, er hatte sich in einer Aktion kurz vor der Pause den kleinen Finger ausgerenkt oder gebrochen (er wurde noch während des Spiels zum Krankenhaus gebracht), auch der völlig wirkungslose Batista Meier blieb in der Kabine. Und auf dem Feld arbeitete der SCPC weiter daran, nichts zu tun. Mit dem schnellen 3:0 war dann auch schnell klar, dass jede winzige Hoffnung unnötig war. Einen Abschluss von Aouchiche hatte Schenk eigentlich, rutschte ihm dann aber doch unterm Körper durch an den Arm und von dort kullerte der Ball ins Tor. Ein Treffer, der irgendwie typisch war für diese Partie.

19. April 2026: Schalke gegen Preußen Münster. Nach Abpfiff die übliche Runde.

Nach 57 Minuten bekam der SC Preußen dann seine erste Torchance: Makridis stand blank vor Karius, zielte aber direkt auf den Schalker Keeper. Das war eine Chance aus der Kategorie „musst du treffen“, aber Tore und der SCP..?

Als Moussa Sylla nach 66 Minuten eine Kopfballvorlage von Karaman zum 4:0 ins Netz legte, konnte man auch schon ein bisschen Angst um die Preußen haben. Deren Betonabwehr hielt aber in der Folge, auch weil Schalke vielleicht doch einen halben Gang runterschaltete. Stattdessen durfte der Preußen-Anhang sogar einmal jubeln: Jano ter Horsts Flanke nahm der gerade eingewechselte Shin Yamada per Kopf und traf zum 1:4. Das sah mal richtig gut aus und Schalke hatte mit so einer Szene offenbar gar nicht mehr gerechnet.

Natürlich war das nur ein Treffer für die Kosmetik, aber dennoch wurde dieses Tor in der Kurve noch bejubelt. Man zieht sich in diesen Tagen aus den kleinsten Dingen Hoffnung. Jetzt steht aber erst einmal das Derby an. Und klar ist: Dieses Spiel muss der SCP dann wirklich gewinnen.

Tabelle 30. Spieltag
KlubSp.SUNToreVerh.P
1.)FC Schalke 04 30187545:261961
2.)SC Paderborn 07 30177652:351758
3.)SV Elversberg30167752:322055
4.)Hannover 96 30159650:361454
5.)SV Darmstadt 301311652:371550
6.)Hertha BSC 30139844:35948
7.)1. FC Kaiserslautern 301441249:44546
8.)Karlsruher SC 301171247:56-940
9.)1. FC Nürnberg 301081239:41-238
10.)VfL Bochum 30991243:43036
11.)Dynamo Dresden 30981349:47235
12.)Holstein Kiel 30981339:43-435
13.)1. FC Magdeburg 301031748:55-733
14.)SpVgg Greuther Fürth30961543:63-2033
15.)Arminia Bielefeld 30881443:45-232
16.)Eintracht Braunschweig 30871532:50-1831
17.)Fortuna Düsseldorf 30941727:47-2031
18.)SC Preußen Münster306101432:51-1928

Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga. Der Tabellen-16. der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Dritten der 3. Liga, die beiden Klubs auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 3. Liga ab.

7 thoughts on “Ängstlich und chancenlos: Münster geht auf Schalke unter

  1. Ein vorläufiges Fazit aufgrund der gerade wieder erlebten Schreckensszenarien, geschehen „Auf Schalke“ …

    Fußball ist ein Kampfsport mit Fairnessregeln, um Anarchie und unlauteres Verhalten aller Beteiligten zu unterbinden und bei Zuwiderhandlung zu maßregeln. Jedoch ist sehr wohl eine mannschaftliche Hierarchie mit Führungspersönlichkeiten im Team unbedingt von Nöten, um im Wettbewerb erfolgreich gegen andere Teams bestehen zu können. Diese Struktur fehlt m. E. in der Saison 2025/2026 komplett im Kader des SC Preußen 06, vergleicht man die jetzige Saison mit der Saison 2024/2025, in der noch Persönlichkeiten wie Marc Lorenz und Andere das Heft des Handelns fordernd in die Hand genommen haben. Ein freundschaftliches Verhältnis im Spielerkader und zum Trainerteam, Staff, etc. ist zwar wünschenswert, aber ein seitens des Trainerteams des Herrn A. Ende praktizierten Kuschelkurses hat augenscheinlich dämpfend auf die Leistungsbereitschaft des Kaders gewirkt. Ich verweise nur auf die Vereine Dresden, Kiel, Magdeburg, Fürth, Bielefeld und Braunschweig, in denen ein erheblich höherer „Kampfgeist“ Einzelner während der Spielzeiten auf dem Rasen zu beobachten ist, um als Sieger nach dem Schlusspfiff durch den Schiedsrichter den Platz zu verlassen. Die vielen Fouls und farbigen Karten, welche die Spielart des SC Preußen 06 hervorrruft, sind m. E. der Tatsache geschuldet, dass Fehler der Spieler jeglicher Art und deren drohende Folgen notdürftig mittels regelwidrigen Fouls korrigiert werden sollen und müssen, um Schlimmeres zu verhindern. Die Qualitätsunterschiede der Spielerkader in der 2. Liga zwischen Neulingen und etablierten Vereinen, welche auf finanziell unterschiedlichen Strukturen beruhen, sind leider nicht veränderbar und als gegeben hinzunehmen, jedoch durch zuvor aufgezeigte Tugenden zumindest teilweise erfolgreich auszugleichen. Summa sumarum ist der Abschied aus der 2. Liga nach wieder mal nur zwei Spielzeiten für den SC Preußen 06 aufgrund des zuvor Genannten leider wohl vorprogrammiert. Das ist nach den seit Jahrzehnten endlich mal wieder erfolgreichen Jahren sehr traurig und wohl nicht mehr zu verhindern. Dazu ist es wohl leider zu spät, oder kommt es noch zu einem „Aufbäumen“?

  2. Wenn man bedenkt, dass wir in der Hinrunde Schalke am Rande einer Niederlage hatten……
    Jetziger Spielaufbau – ungenügend, keine zwei Kontakte, weg ist der Ball.
    Die Spielerwechsel in der 2. Halbzeit muss man nicht verstehen.
    Die Zugehörigkeit zur 2. Liga einfach verschenkt, ohne Not.
    Man muss zwar nicht alles jetzt infrage stellen, aber der Verantwortliche für den Kader, der darf sich wohl verabschieden.
    Ein verlorenes Jahr, sehr bitter.

  3. Wenn wir uns gegen Bielefeld teilweise genauso Aufgeben sehe ich schwarz. Taktisch funktioniert das System Schwarz augenscheinlich nur gegen spielerisch schwache Gegner. Kommt dagegen eine Mannschaft wie Schalke wird es düster. Und wir bekommen es meines Erachtens noch mit den zwei Spielstärksten Mannschaft zu tun (Hannover, Elversberg).
    Ich habe nicht mehr viel Hoffnung.
    Wenigstens einen Derbysieg zum Abschluss wünsche ich mir. Und wer weiß vielleicht bringt dieser ja die nötige Moral um in den letzten 3 Spielen noch mehr zu reißen

  4. Nach den 13 Spielen in 2026 lässt sich wohl festhalten, dass Preußen Münster absteigen wird. Und das absolut verdient. Dass die braven und lieben Spieler des SC Preußen Münster (eine gelbe Karte pro Spiel im Abstiegskampf??) in den letzten Wochen tatsächlich eine vernünftige Arbeitseinstellung zu ihrem Beruf (von Identifikation mit dem Verein o.ä. will ich gar nicht schreiben) hatten, lässt mich doch ziemlich zweifeln. Münster verpflichtet einen neuen Trainer und der Effekt ist gleich Null, hätten wir uns also auch sparen können. Dass am Samstag bei einer Niederlage gegen Bielefeld und einem erkennbaren Verweigern, Dreck zu fressen und alles in den 90 Minuten für den Verein zu geben, die Stimmung massiv kippen kann (bzw. wird), ist fast sicher. Mit vielen Spielern, die uns am Ende der Saison verlassen werden, geht selbstverständlich auch der Baumeister des Erfolgs, Herr Kittner. Alles andere wäre kaum zu vermitteln. Vielleicht hätte es doch jemanden gebraucht, der die Spieler zum richtigen Zeitpunkt mal anschreit und sie somit aus ihrer kaum zu verstehenden Lethargie reißt.

  5. Ja, wir steigen ab, zwei Mannschaften trifft es jedes Jahr direkt, wir werden dazugehören. Mich beschäftigt seit Wochen immer die gleiche Frage: Was ist mit der Mannschaft nach dem Auswärtssieg in Bielefeld passiert? Die gängigen reflexartigen Wiederholungen („Ende kann nur ein Spielsystem“, „Kittner hat die Mannschaft schlecht zusammengestellt“ oder „Die sollen endlich kämpfen!“) überzeugen mich gar nicht oder nur bedingt! Die genannten sind ja nicht alle doof! Woher kommt diese Verunsicherung der Mannschaft, wie erklären sich diese Abwehrböcke, wieso trifft niemand mehr ins Tor? Mir tut dieser Trümmerhaufen eigentlich nur noch leid, wenn da nun noch einer das Schreien anfängt, fangen die doch an zu weinen! Bin mal gespannt, wer sich für weniger Kohle die 3. Liga antun wird. Mein Tipp: Simon Scherder! Und hoffentlich wenigstens noch unsere drei verliehenen Youngstars! Bei Schweinfurt und Havelse kann man vielleicht noch was loseisen!

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