Abstieg steht bevor: Es reicht einfach nicht
Der SC Preußen Münster hat seine letzte Patrone verschossen. Nach endlosen Enttäuschungen war auch das Derby am Samstag letztlich eine ernüchternde Demonstration des Mangels. Gegen Arminia Bielefeld verlor der SCP am Ende 2:3 und kann mit der 3. Liga planen. Nur rechnerisch ist der Klassenerhalt noch denkbar, aber in der Realität gibt es kein Szenario mehr, in der diese Mannschaft noch ein Wunder schaffen könnte.
Schon die Aufstellung von Interimstrainer Alois Schwartz war ein Signal der Aufgabe. Ein einzelner Stürmer vorne drin, die offensiven Kreativspieler nur auf der Bank. Das war Sicherheitsfußball auf dem Papier. Weit und breit keine fliegenden Fahnen.
Aber auf dem Platz legte dieser seltsame SC Preußen los wie die Feuerwehr. Kaum waren zwei Minuten gespielt, da wuchtete Makridis einen Ball in die Mitte, wo Bouchama stark eingelaufen war und dann genauso stark per Kopf zur frühen Führung traf. Das war ein Brustlöser, ein kollektiver Jubelschrei im Preußenstadion. Endlich mal ein starker Start, eine Ansage. Ein Lebenszeichen?

Nein. Neun Minuten später zeigte der gesamte SCP, warum er Tabellenletzter ist. Handwerkers Hereingabe segelte in den Strafraum, wo Momuluh den Ball mit einem ganz hohen Bein ins Tor drückte. Schon war es vorbei mit Preußens starkem Start. Und es wurde nur schlimmer. Nur fünf Minuten später drehte Bielefeld die Partie gleich ganz. Und es war ein Spiegelbild der Rückrunde. Freistoß von Albrechts, Uldrikis verlängerte den Ball mit einer leichten Berührung ins Tor. Preußen-Keeper Schenk rutschte weg und erreichte den Ball nicht mehr. Ein Tor aus gar nichts, null. Aber ein Wirkungstreffer.
Münsters Mannschaft reagierte wie man es kennt. Köpfe runter, ideenlos, mutlos, leidenschaftslos. Nur ein einziges Mal entstand noch Gefahr: Einen Eckball brachte Kirkeskov in die Mitte, dort traf Heuer per Kopf in hohem Bogen die Latte. Den Abpraller brachte Rondic aus einem halben Meter nicht im Tor unter – er traf nur den Pfosten. Das war das letzte Lebenszeichen des SCP in dieser Halbzeit.
Es wurde aber noch bitterer. Einen Grodowski-Einwurf landete bei Uldrikis, der den Ball dann irgendwie zu Corboz verlängerte, der per Hacke zum 3:1 traf. Und das war auch der Pausenstand.


Kurz vor der Pause stellten beide Fanlager den Support ein. Auf der Gegengerade musste ein Zuschauer behandelt werden, während dieser Zeit schwiegen Arminia- und Preußenfans. Es handelte sich aber nicht um einen dramatischen Zwischenfall, also ging es in der zweiten Halbzeit wieder normal weiter.
Spieldaten:
Schwartz reagierte in der Halbzeit mit einem Dopppelwechsel. Mees und Yamada kamen für Kirkeskov und den starke Rot-gefährdeten Schulz. Ehe sich aber im Spiel etwas änderte, dauerte es eine gute Viertelstunde. Dann kam der SCP endlich mal zu kleineren Möglichkeiten. Yamadas Hereingabe verpassten sowohl Bouchama als auch Rondic. Dann verfehlte Hendrix mit einem Distanzschuss den Pfosten knapp. Und erneut Hendrix scheiterte nach 63 Minuten mit einer Direktabnahme. Das war wenigstens ein kleines Signal ans Publikum, das sich langsam aus der Partie verabschiedete hatte.
Nach 73 Minuten kam die Zeit für „alles oder nichts“. Lokotsch kam für Heuer, damit standen dann fast alle Offensivkräfte auf dem Platz. Nur Batista Meier schmorte weiterhin auf der Bank.


Yamada gehörte zu den wenigen positiven Ausnahmen in einem ansonsten nicht übertrieben leidenschaftlichen Team. Sein Kopfball nach 74 Minuten wehrte Arminias Keeper Kersken gerade noch so ab. Und nur kurz danach war Mees zur Stelle – aber auch sein Kopfball wurde von Kersken pariert.
Also: Chancen waren durchaus da, auch wenn die Zahl der wirklich echten Aufregen überschaubar blieb. Dass es am Ende noch kurzzeitig spannend wurde, lag an einer Koproduktion von Koulis und Rondic. Der Ball wischte am Ende noch über den Kopf des Arminen Großer – und kullerte an Kersken vorbei zum 2:3 ins Tor.
Um ehrlich zu sein: Ein echter Weckruf war das nicht mehr. Batista Meier durfte erst nach 87 Minuten noch aufs Feld was auch etwas aussagte über die fehlende Wertschätzung des Preußentrainers gegenüber dem Preußen. Eine Schlussoffensive fand nicht mehr statt, es war einfach zu wenig, über 90 Minuten nicht genug. Über die gesamte Hinrunde hinweg zu wenig.
Der SC Preußen Münster wird in der kommenden Saison drittklassig spielen, das zeigte dieser Nachmittag in Münster sehr deutlich.
Tabelle 31. Spieltag
| Klub | Sp. | S | U | N | Tore | Verh. | P | |
| 1.) | FC Schalke 04 | 30 | 18 | 7 | 5 | 45:26 | 19 | 61 |
| 2.) | SV Elversberg | 31 | 17 | 7 | 7 | 55:34 | 21 | 58 |
| 3.) | SC Paderborn 07 | 30 | 17 | 7 | 6 | 52:35 | 17 | 58 |
| 4.) | Hannover 96 | 31 | 16 | 9 | 6 | 53:37 | 16 | 57 |
| 5.) | SV Darmstadt | 31 | 13 | 11 | 7 | 54:40 | 14 | 50 |
| 6.) | Hertha BSC | 31 | 13 | 9 | 9 | 44:36 | 8 | 48 |
| 7.) | 1. FC Kaiserslautern | 31 | 14 | 4 | 13 | 49:46 | 3 | 46 |
| 8.) | Karlsruher SC | 31 | 11 | 7 | 13 | 48:59 | -11 | 40 |
| 9.) | 1. FC Nürnberg | 30 | 10 | 8 | 12 | 39:41 | -2 | 38 |
| 10.) | Holstein Kiel | 31 | 10 | 8 | 13 | 40:43 | -3 | 38 |
| 11.) | VfL Bochum | 30 | 9 | 9 | 12 | 43:43 | 0 | 36 |
| 12.) | Dynamo Dresden | 31 | 9 | 8 | 14 | 50:50 | 0 | 35 |
| 13.) | Arminia Bielefeld | 31 | 9 | 8 | 14 | 46:47 | -1 | 35 |
| 14.) | Eintracht Braunschweig | 31 | 9 | 7 | 15 | 34:50 | -16 | 34 |
| 15.) | Fortuna Düsseldorf | 31 | 10 | 4 | 17 | 30:48 | -18 | 34 |
| 16.) | 1. FC Magdeburg | 30 | 10 | 3 | 17 | 48:55 | -7 | 33 |
| 17.) | SpVgg Greuther Fürth | 30 | 9 | 6 | 15 | 43:63 | -20 | 33 |
| 18.) | SC Preußen Münster | 31 | 6 | 10 | 15 | 34:54 | -20 | 28 |
Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga. Der Tabellen-16. der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Dritten der 3. Liga, die beiden Klubs auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 3. Liga ab. E



Dann können die Ratten ja nun das sinkende Schiff verlassen,
und ich hoffe nicht nur die auf dem Platz.
Die Aufstellung war schon ein Witz.