Mit Applaus in die 3. Liga
Nein, das ist nicht selbstverständlich. Die Zuschauer, mindestens jene, die es mit Schwarz-Weiß-Grün halten, verabschiedeten den SC Preußen Münster nach dem Abstieg mit Applaus in die 3. Liga. Keine Pfiffe, kein Stress, kein Platzsturm. Schon Minuten vor Abpfiff feierte das Publikum vor allem seine Treue zum Sportclub – das war ein starkes Zeichen.
Das viele Jahre bewährte Ritual fiel allerdings – mindestens mit der Mannschaft – aus. Zum wiederholten Mal wurde das Team nicht mehr einbezogen. „Alle zusammen für Preußen Münster“? Mit der Mannschaft wurde auch nicht vor der „Fankurve“ gefeiert. Ja, das Team machte einen obligatorischen Rundgang durchs Stadion. Vor der „Kurve“ mit der aktiven Szene gab es tatsächlich auch ein paar wütende Worte – die echte Leidenschaft, den wirkliche Willen hatte man dem Team dort seit einigen Wochen nicht mehr abgekauft und das klang dann auch so.
Überall sonst: Freundliche Abschiede. Vieles trug die Züge von eigener Aufmunterung. „Preußen Münster, ist doch klar, jedes Spiel, wir sind da. Dritte Liga, tut schon weh, SCP…“. Natürlich bleibt der SCP der Klub, viele werden auch im kommenden Jahr wieder die Ränge bevölkern.
Die Spieler dagegen? Wer weiß, wer im kommenden Jahr noch das Trikot der Preußen trägt? Selbst gültige Verträge dürften zur Disposition stehen, das ist alles nicht neu nach Abstiegen. Aber noch ist ein Spiel zu absolvieren, alle weiteren Fragen werden in einer Woche konkreter.



Einer der ersten Tröster auf dem Spielfeld war nach Abpfiff der Oberbürgermeister Tilman Fuchs. Er nahm erst Ole Kittner in den Arm, sprach dann noch mit Gremienmitgliedern wie Aufsichtsratschef Frank Westermann.

Aus dem Darmstädter Block gab es ein paar hämische „Absteiger“-Rufe. Schon vor dem Spiel, aber auch nach Abpfiff. Auch ein paar Transparente hatten die Gäste vorbereitet, beispielsweise ein Banner, das die Fanfreundschaft zwischen Münster und Delfino Pescara aufgriff – so wie Münster war auch Pescara am Wochenende in die 3. Liga (Seria C) abgestiegen. Dort war es aber deutlich weniger friedlich als in Münster geblieben…


Das „Alle zusammen für Preußen Münster“ fand wieder ohne die Mannschaft statt, mit Beteiligung aus dem Block K und überwiegend auch von der West getragen.
Du hast oben ein Wort vergessen. Es lautet „scheißegal“. 🙂