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Wildes 3:3 – Nur kurze Preußen-Hoffnung in Hannover

Wildes 3:3 – Nur kurze Preußen-Hoffnung in Hannover
Hannover 96 - SCP: Beide Teams enttäuscht am Boden. Foto: firo sportphoto

Auf Bilder sollte man sich in Zeiten der KI nur noch bedingt verlassen. Aber die Fotos aus Hannover, die am Sonntag nach Abpfiff lauter enttäuschte Spieler zeigten, die waren echt. Als zum Ende der achtminütigen Nachspielzeit der Schlusspfiff ertönte, da hatten Hannover 96 und der SC Preußen Münster ein ausgesprochen unterhaltsames Spiel abgeliefert, das leider niemandem hilft. Nicht 96, nicht den Preußen. Vor zwei, drei Monaten wäre es ein starker Auftritt der Preußen gewesen, aber wieder einmal machte sich der SCP das Leben selbst schwer.

Der Abstieg in die 3. Liga ist nur mit viel Wohlwollen und Rechenarbeit noch zu verhindern. Zweimal in Folge führte der SCP in dieser kritischen Saisonphase – doch weder im Derby (1:0 vorn) noch in Hannover (2:0 vorn) hielt der SC Preußen die Punkte in der Hand. Null gegen Arminia, einen in Hannover. Mit sechs Punkten hätte der SCP jetzt auf Platz 15 gestanden und hätte alles in der eigenem Hand. Möglich war es, aber das System „Preußen Münster“ ist nicht dauerhaft belastbar.

Die Aufgabe in Hannover war schon eine Herausforderung. Der Tabellendritte hätte einen Sprung auf den direkten Aufstiegsplatz machen können, Münster als Schlusslicht hatte keine Chance, aber sollte die nutzen. Und auch wenn Hannover die Partei dominierte, bekam der SCP regelmäßig Chancen. Das war tatsächlich überraschend, wie viel Raum die Gastgeber den Preußen manchmal ließen.

Die ersten 20 Minuten hatte Hannover insgesamt mehr vom Spiel, aber die ganz großen Chancen ließ der SCP gar nicht zu. Stattdessen schlugen die Preußen selbst mit der ersten Chance zu: Eckball Schulz, Kopfball Rondic, Führung! Das kam eher überraschend, aber lief natürlich perfekt für die Westfalen. Und die Preußen legten nach 39 Minuten nach! Diesmal war Rondic auf der rechten Seite aufmerksam, tunnelte den Gegenspieler und brachte dann die Hereingabe auf den Kopf des prima einlaufenden Shin Yamada – und der drückte den Ball sofort unter die Latte. Das 2:0, gab’s denn sowas?

Hannover 96 - SCP: Jubel nach dem 2:0 durch Shin Yamada. Foto: firo sportphoto
Hannover 96 – SCP: Jubel nach dem 2:0 durch Shin Yamada. Foto: firo sportphoto

Spieldaten:

Und was wäre das erst für ein Wahnsinn geworden, hätte Charalambos Makridis nach 44 Minuten das 3:0 gemacht … die Chance war da, sein Abschluss gut, aber Keeper Noll parierte zur Ecke. Eigentlich sollte es das gewesen sein, aber vier Minuten Nachspielzeit kamen obendrauf. Verdammte vier Minuten.

Denn in diesen vier Minuten verspielte der SCP seine Führung. Zweimal traf Mustapha Bundu – einmal wunderbar per Schlenzer ins rechte Eck, dann zwei Minuten später per Direktabnahme artistisch zum 2:2. Das war der Ausgleich. Binnen weniger Minuten verspielte der SCP diese Partie und den Sieg.

Denn natürlich war Hannover nach dem Wechsel dran. Aber es gehört zur Geschichte dieser zweiten Halbzeit, dass der SCP in all dem hannoverschen Wirbel selbst immer wieder beste Chancen bekam. Beispielsweise durch Yassine Bouchama, der nach 52 Minuten an Hannovers Keeper scheiterte. Das war eine ziemlich dicke Chance … Noch irrer wurde es nach 79 Minuten, als der Ball schon Richtung leeres Tor segelte, von Hannovers Thordarson gerade noch vor der Linie wegköpfte. Ein Wahnsinn.

Auch Hannover hatte einige Chancen in dieser wilden Tour, aber das machte das Spiel eben so bemerkenswert.

Hannover 96 - SCP: Alois Schwartz. Foto: firo sportphoto
Hannover 96 – SCP: Alois Schwartz. Foto: firo sportphoto

Nach 86 Minuten war es dann passiert: Eben noch Retter vor dem eigenen Tor, traf Thordarson dann aus der Distanz ziemlich satt zum 3:2 für Hannover. Münster geschlagen. Oder?

Nein. Denn erst bekam der SCP noch ein paar dicke Chancen. Der eingewechselte Oscar Vilhelmsson bugsierte den Ball am Pfosten vorbei, dann konnte der SCP eine Dreifachchance nicht im Tor unterbringen. Das war einfach irre – erst Makridis per Kopfball dann Hendrix aus Kurzdistanz (Noll lenkte den Ball an die Latte..) und am Ende landete die letzte Hereingabe wieder beim Keeper. Nicht auszuhalten.

Immerhin: Mit einem Tor des Monats sorgte Jorrit Hendrix nach 93 Minuten noch für das 3:3 – seine Volleabnahme knallte direkt neben dem Pfosten ins Tor. Unhaltbar, aber am Ende trotzdem zu wenig.

Tabelle 32. Spieltag
KlubSp.SUNToreVerh.P
1.)FC Schalke 04 32207549:282167
2.)SV Elversberg 32187760:352561
3.)Hannover 96 321610656:401658
4.)SC Paderborn 07 32177855:431258
5.)SV Darmstadt 321311855:421350
6.)Hertha BSC 321391044:37748
7.)1. FC Kaiserslautern 321441449:47246
8.)Karlsruher SC 321271350:60-1043
9.)1. FC Nürnberg 321191241:42-142
10.)Holstein Kiel 321181342:43-141
11.)VfL Bochum 3210101246:45140
12.)Dynamo Dresden 321081451:50138
13.)Arminia Bielefeld 32991447:48-136
14.)1. FC Magdeburg 321131849:56-736
15.)Eintracht Braunschweig 32971634:52-1834
16.)Fortuna Düsseldorf 321041830:49-1934
17.)SpVgg Greuther Fürth32971645:66-2134
18.)SC Preußen Münster326111537:57-2029

Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga. Der Tabellen-16. der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Dritten der 3. Liga, die beiden Klubs auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 3. Liga ab.

3 thoughts on “Wildes 3:3 – Nur kurze Preußen-Hoffnung in Hannover

  1. Ein bemerkenswertes Spiel, welches Freude bereitet hat – in vielfacher Hinsicht! Unsere Jungs haben gezeigt, dass man auch ohne die ganz große spielerische Klasse erfolgreich und begeisternd Fußball spielen kann. Die Köpfe waren plötzlich frei, da läuft es einfach schon viel besser! Es fällt aber noch etwas anderes auf. Hannover hat durchweg Spieler auf dem Platz stehen, die alle technisch so stark sind, dass sie jederzeit ein Tor schießen können, allein aufgrund ihrer individuellen Klasse. Das kostet halt sehr viel Geld! Alle drei Treffer von 96 waren kein Zufall, sondern zeigen, was in dieser Truppe steckt. Da lässt es sich gleichzeitig aber auch besser gegenhalten als gegen diese destruktiven Rumpel-Mannschaften wie Magdeburg oder Fürth, die nur zerstören und Fußball verhindern, um nicht in Rückstand zu geraten. Viel Geld wurde in Hannover auch sinnvoll im Stadion angelegt. Ausreichend Ordner, keine Warteschlangen und: Ein gemischter Gäste- Heimblock! Geht doch! Beklebte Sitzschalen, ein beklebtes Urinal mit einer Pinkelrinne aus Stahl, man konnte in Ruhe Aufkleber platzieren, es gab nichts zum Zertrümmern – da zeigt sich, dass andere Vereine wie Hannover einfach eine Nummer größer bzw. weiter sind und zurecht in Liga 2 spielen! Daran sollte man sich in Münster orientieren – wir sind halt nicht automatisch immer deutschlandweit gleich wieder die Geilsten! Nun werden wieder die typischen destruktiven Nörgler mit ihren langweiligen „XY raus!“- Parolen kommen… Meine Lieblingssprüche: Dieser Abstieg hätte nicht sein müssen… bla bla bla…welcher Abstieg – bitte schön – musste denn sein? Havelse, Schweinfurt und Bahlingen vielleicht. Beim SCP ist so viel gut gelaufen in den letzten drei Jahren, wie vorher in 30 Jahren nicht! Das lässt hoffen! Frank Schluckauf, bitte übernehmen Sie mit Ihrem dummen destruktiven Geschwurbel über Endes Spielsystem…

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