Preußen Münster verliert gegen sich selbst mit 0:2
Der SC Preußen Münster hat den Start in die Rückrunde auf denkbar schlimmste Art verbockt. Trotz teilweise bester Chancen, einem durch den VAR aberkannten Führungstor brachte dann ein schlimmer Fehler erst das 0:1 – inklusive Notbremse und Rot gegen Paul Jaeckel. Und dann ein Elfer das 0:2. Nein, an diesem Samstag passte gar nichts. Und am Ende scheiterte der SC Preußen nicht an Karlsruhe, sondern an der eigenen Unfähigkeit, ein Tor zu erzielen. In der Tabelle wird es jetzt bedrohlich.
Wie beschreibt man diese Partie nun eigentlich? Eine Halbzeit lang war der SC Preußen deutlich besser. Nach dem Seitenwechsel glich sich die Partie schrittweise immer mehr an, auch weil Karlsruhe etwas aktiver wurde. Das überfällige und verdiente Führungstor wurde nach VAR-Intervention wieder aberkannt – wer den Schiedsrichter direkt nach dem Treffer von Jorrit Hendrix beobachtete, ahnte, welchen Verlauf das nehmen würde. Und dann verlor der SCP die ganze Sache binnen zehn Minuten. Und das musste man am Ende verdient nennen, denn die Preußen kombinierten zwei eher schmerzhafte Schwächen: Vorne fehlt es an Qualität, hinten kommt der SCP fast nie ohne Gegentor aus. Und so jubelte am Ende der Karlsruher SC über einen Sieg, der sich über weite Phasen des Spiels nicht ansatzweise angedeutet hatte. Und so etwas erlebte der SCP nicht zum ersten Mal in dieser Saison.
Die schieren Zahlen dürften beim SCP für eine schlaflose Nacht sorgen: Sertdemirs Schuss nach vier Minuten verfehlte das KSC-Tor knapp. Dann scheiterte der Däne erneut nach 19 Minuten. Nach 21 Minuten knallte Marcel Benger eine Direktabnahme Richtung KSC-Tor, wo Keeper Bernat gerade noch abwehren kann. Dann war es erneut Benger, der den Ball knapp am linken Pfosten vorbei setzte. Und dann rettete Bernat gegen Hendrix. Da war gerade erst eine halbe Stunde gespielt. Und noch vor der Pause war es Paul Jaeckel, der mit einem strammen Distanzschuss an Bernat scheiterte. Es wäre nicht seltsam, wenn erneut ein Gästekeeper in der „Kicker Elf des Tages“ stehen würde.
Nach dem Wechsel war es dann endlich so weit: Münster jubelte. Aber wer den Schiedsrichter im Jubel beobachtete, ahnte schon, dass die Sache schwierig werden dürfte. Und tatsächlich meldete sich sofort der VAR: KSC-Keeper Bernat hatte die Hand schon auf dem Ball, als der SCP diesen wegstocherte. Der Jubel verstummte.
Diese Szene weckte aber Karlsruhe langsam auf. Jetzt befreiten sich die Gäste immer mehr. Und trotzdem: Nach 66 Minuten musste Batista Meier eigentlich doch die Führung erzielen – aber auch er scheiterte frei am herausstürmenden Keeper der Gäste.
Die Spieldaten:
Das roch nun langsam immer mehr nach einem 0:0. Irgendwie wollte das Preußentor nicht fallen. Aber dann brach alles zusammen.
Preußen-Keeper Johannes Schenk sorgte mit einem schlampigen Pass die Vorlage für diesen Untergang: Erst konnte Paul Jaeckel den Fehler nur mit einer Notbremse ausbügeln – und sah für den ungestümen Einsatz glatt Rot wegen einer Notbremse. Den folgenden Freistoß an der Strafraumgrenze knallte Marvin Wanitzek dann über (oder durch) die Preußen-Mauer ins linke Eck. Das war die Führung für die Gäste nach 79 Minuten und die Preußen waren nun in Unterzahl.
Ja, der SCP versuchte es noch einmal. Janis Heuer hatte die Chance auf das 1:1 nach 88 Minuten, aber auch hier war Bernat auf dem Posten. Mehr bekam der SCP nicht zu tun, denn Marvin Schulz (der jüngere) brachte im Strafraum Pinto Pedrosa zu Fall, den folgenden Elfmeter verwandelte Wanitzek ganz sicher zum 2:0. Damit war das Ding durch – neun Minuten Nachspielzeit änderten nichts mehr daran.
Eine Niederlage, die sich der SCP ganz allein einbrockte – und wie zuletzt schon in Magdeburg oder in Fürth oder viel früher in der Saison gegen Düsseldorf Aufbauhilfe lieferte.
Tabelle 18. Spieltag| Klub | Sp. | S | U | N | Tore | Verh. | P | |
| 1.) | FC Schalke 04 | 18 | 12 | 2 | 4 | 22:10 | 12 | 38 |
| 2.) | SV Elversberg | 18 | 10 | 4 | 4 | 33:18 | 15 | 34 |
| 3.) | SV Darmstadt | 18 | 9 | 7 | 2 | 32:20 | 12 | 34 |
| 4.) | SC Paderborn 07 | 18 | 10 | 3 | 5 | 28:20 | 8 | 33 |
| 5.) | 1. FC Kaiserslautern | 18 | 9 | 3 | 6 | 32:22 | 10 | 30 |
| 6.) | Hannover 96 | 18 | 8 | 5 | 5 | 31:25 | 6 | 29 |
| 7.) | Hertha BSC | 18 | 8 | 5 | 5 | 21:16 | 5 | 29 |
| 8.) | 1. FC Nürnberg | 18 | 7 | 4 | 7 | 22:25 | -3 | 25 |
| 9.) | Karlsruher SC | 18 | 7 | 4 | 7 | 27:33 | -6 | 25 |
| 10.) | Holstein Kiel | 18 | 6 | 5 | 7 | 22:22 | 0 | 23 |
| 11.) | VfL Bochum | 18 | 6 | 4 | 8 | 26:25 | 1 | 22 |
| 12.) | 1. FC Magdeburg | 18 | 6 | 2 | 10 | 24:29 | -5 | 20 |
| 13.) | SC Preußen Münster | 18 | 5 | 5 | 8 | 22:28 | -6 | 20 |
| 14.) | Fortuna Düsseldorf | 18 | 6 | 2 | 10 | 16:27 | -11 | 20 |
| 15.) | Eintracht Braunschweig | 18 | 6 | 2 | 10 | 20:32 | -12 | 20 |
| 16.) | Arminia Bielefeld | 18 | 5 | 4 | 9 | 27:25 | 2 | 19 |
| 17.) | Dynamo Dresden | 18 | 4 | 4 | 10 | 26:34 | -8 | 16 |
| 18.) | SpVgg Greuther Fürth | 18 | 4 | 3 | 11 | 26:46 | -20 | 15 |
Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga. Der Tabellen-16. der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Dritten der 3. Liga, die beiden Klubs auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 3. Liga ab.


Zunächst mal die nüchternen Fakten seit dem Bochum-Auswärtssieg:
3 – 4 – 7
Macht, so weit ich das sehe, 13 Punkte in 14 Spielen (bei 50% Niederlagen), weniger als 1 Punkt pro Partie…Bilanz eines Abstiegskandidaten, seit Spieltag 5.
Quasi letzter der Auswärtstabelle…bei noch happigen 9 Auswärts- und nur noch 7 Heimspielen.
Unser Platz gemäß Expecetd-Goal-Tabelle nach der Hinrunde war übrigens: 16ter.
Auch wenn wir heute ggf.(?) Pech hatten mit dem VAR, in den letzten Partien wurden mehrere Treffer der Gegner zurückgenommen, liegen als noch dick im VAR-„Glücks“-Plus.
Und das ewige Mantra: „Wir waren doch besser!“. Bessere Teams mögen ab und an auch mal Pech haben. In Summe gewinnen bessere Teams aber Spiele. Wir sind eben nicht besser, es scheint nur so ; „Scheinriese“ SCP, bitte mal bei Michael(!) Ende nachlesen.
Auch das Strafraum Tiki Taka rächt sich.
Fazit: Wir sollten uns daher endlich ehrlich machen und Fehler hart intern ansprechen, die ständige Harmoniesauce bringt uns nicht weiter.
Soweit meine rein subjektive Sicht.
# Gerne Kritik daran. #
Gruß aus Nürnberg
Guido Feldhaus
Fußball ist, gelegentlich muss daran erinnert werden, immer noch ein Ergebnisspiel. Eine B-Note wird nicht vergeben.
wieder die alte Fußball-Weisheit, machst du die Dinger vorne nicht, dann……
Ansonsten stimmungsvolles Spiel. KA lässt die Tradition raushängen mit den Doppelhaltern, auch akustisch ein sehr starker Auftritt – Münster versucht gegen den gut aufgelegten Gästeblock Schlimmeres vermeiden. Wenn die Hintertortribüne fertig ist, kann das auch für Preußen ein stimmungsvoller Heimtempel werden.
Mund abwischen Adler, effizienter werden und Spielanteile in Punkte ummünzen. Es sind nur die Tore. Tore für einen verdienten Platz in der Tabelle, der auch nicht ganz knapp übern Strich sein müsste.