preussenjournal.de auf             

Heute vor 20 Jahren: Mühsamer Oberliga-Start der Preußen in Hamm

Heute vor 20 Jahren: Mühsamer Oberliga-Start der Preußen in Hamm
13. August 2006: Münster zu Gast in Hamm.

Manchmal fragt man sich, wo die Zeit hin ist. Es war doch gerade erst gest… vorgest… also ewig her, seit der SC Preußen Münster 2006 erstmals in die Viertklassigkeit absteigen musste. Nach vielen Jahren Abwärtsflug waren die Adlerträger im Frühjahr 2006 nicht mehr zu halten und verabschiedeten sich mit einem 3:1-Auswärtssieg bei Leverkusen II aus der Regionalliga Nord, der damals dritthöchsten Spielklasse. Mit einer ganz und ganz runderneuerten Mannschaft und Top-Spielern startete der SCP dann im Sommer 2026 die Mission direkter Wiederaufstieg. Aber der Auftakt bei der Hammer SpVgg war bestenfalls müde. Heute, am 13. August, vor 20 Jahren war das.

Überraschend kam der Abstieg im Jahr des 100. Geburtstags der Preußen nicht mehr. Das ist eine oft wiederholte Geschichte. Nach dem knapp verpassten Aufstieg 2001 (unter Stefan Grädler stolperte der SCP kurz vor Saisonende) musste der SCP schon ein Jahr später fast in die Regionalliga absteigen. Abstiegsplatz 15 war nur deswegen keiner, weil aus der 2. Bundesliga lediglich ein Verein in die Nord-Staffel abstieg. Aber selbst ohne diese Tatsache hätte der SCP die Liga gehalten, weil der 1. FC Magdeburg keine Lizenz erhielt.

2003 beendete der SCP die Saison auf Platz 12, 2004 auf Platz 13, 2005 auf Platz 11… man merkte schon, dass nicht mehr viel zusammenlief beim SC Preußen Münster. Gerade mal 3.600 Zuschauer sahen im Juni 2005 das letzte Saisonspiel – ein wildes 5:5 gegen Borussia Dortmund II.

Aber 2006 war es dann soweit. In einem verregneten Heimspiel gegen den Wuppertaler SV vor 6.100 Fans verlor der SCP mit 1:2, obschon er bereits mit 1:0 führte (Jens Bäumer…). Am Ende drehte der WSV das Spiel, damit lag der Sportclub einen Spieltag vor Saisonende drei Punkte hinter einem sicheren Tabellenplatz und RW Erfurt – allerdings mit einem um sieben Tore schlechteren Torverhältnis. Das holte der SCP am letzten Spieltag nicht mehr auf. Die Adler gewannen zwar im Schatten der BayArena mit 3:1 gegen Leverkusens U23, Erfurt verlor zeitgleich knapp gegen Aufsteiger Essen. Am Ende fehlten vier Tore zum Klassenerhalt.

13. August 2006: Münster zu Gast in Hamm. Das alte Stadion der HSV war fest in Preußen-Hand.
13. August 2006: Münster zu Gast in Hamm. Anbetung der Preußen-Fahne vor dem Spiel …

Namhafte Personalien

Für den Wiederaufstieg griff der SCP damals tief in die Kasse und holte Spieler, die man sich eigentlich schon vorher in der Regionalliga gewünscht hätte. Frank Mayer und Lars Kampf waren damals große Offensiv-Namen. Aber auch Thomas Piorunek, Ansgar Brinkmann, Arthur Matlik, Stefan Siedschlag…

Die Namen versprachen Großes. Erstaunen überall.

Ein Sprung zum 1. Spieltag 2006/2007: Das erste Spiel der neuen Saison endete heute vor 20 Jahren mit einer gewissen Ernüchterung. Beim Aufsteiger Hammer SpVgg musste sich der SCP unter seinem neuen Trainer Georg Kreß vor über 4.200 Zuschauern mit einem 0:0 begnügen. Der ehemalige Verbandsligist aus Hamm brachte offensiv nichts zustande, machte aber hinten die Schotten dicht. Und den Preußen fiel trotz geballter Spielkraft nichts ein gegen diesen Block.

Nicht zum Einsatz kam in dieser Partie übrigens ein Neuzugang aus Pfullendorf. Der Mittelfeldregisseur schaute nur zu, kam erst in den Spielen anschließend zum Einsatz. Sein Name: Alexander Ende.

Blöd aus Sicht der HSV: Keeper Hietkamp musst nach 64 Minuten mit Verdacht auf Kreuzbandriss runter. Und in den Schlussminuten musste Ex-Preuße Marco Gruszka mit Rot vom Platz. Es half den Preußen alles nichts.

13. August 2006: Münster zu Gast in Hamm. Viele bekannte Gesichter… Kampf, Toku, Werschig, Casper, Sowislo …
13. August 2006: Münster zu Gast in Hamm. An der Seitenlinie Ex-Präsident Dr. Marco de Angelis neben Sportvorstand Carsten Gockel. In der Mitte macht sich Ansgar Brinkmann für seinen Einsatz bereit.

Übrigens: Das Ende der Saison passte zu diesen Jahren. Die Preußen verloren nach halbwegs gutem Saisonstart die Nerven, fielen hoffnungslos zurück. Georg Kreß wurde gefeuert, unter Interimstrainer Carsten Gockel war nichts mehr zu reparieren. Am Ende wackelten die Preußen auf Platz 6 hinter den Zweitvertrungen von Schalke und Bielefeld, dem SV Lippstadt und dem FC Gütersloh über die Ziellinie. Aufsteiger war der SC Verl. Mit 17 Punkten Vorsprung auf Münster…

13. August 2006: Münster zu Gast in Hamm. Nach dem Spiel leichte Ernüchterung… rechts zu sehen der damalige Preußenspieler Alexander Ende, später auch mal erfolgloser Trainer in Münster. Links neben Ende der damalige Trainer Georg Kreß.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert