preussenjournal.de auf             

DFB-Präsident Neuendorf drängt in Münster auf Lösung bei Regionalliga-Reform

DFB-Präsident Neuendorf drängt in Münster auf Lösung bei Regionalliga-Reform
DFB-Präsident Bernd Neuendorf in Münster.

Ob der SC Preußen Münster kurzfristig von der Aufstiegsfrage zwischen Regionalliga und 3. Liga betroffen sein würde? Sportlich ist das noch offen, wobei die Lage im Westen angesichts eines festen Aufsteigers ohnehin klar umrissen ist. Dennoch: Eine Lösung für das Problem „Meister müssen aufsteigen“ muss her und seinen Besuch in Münster nutzte DFB-Präsident Bernd Neuendorf, um erneut für eine endgültige Entscheidung zu werben. Die soll am 18. Dezember beim DFB-Bundestag fallen.

Die Debatte über die Aufstiegsregelung beschäftigt den deutschen Fußball seit Jahren. Seit 2017 gibt es in der 3. Liga vier Absteiger. Neuendorf erinnerte daran, dass die damalige Einführung des zusätzlichen Abstiegsplatzes allerdings an die „klare Erwartung“ geknüpft gewesen sei, dass die Regionalverbände eine Lösung für die fünf Staffeln finden würden. Eine Einigung zwischen den beteiligten Regionalverbänden kam bislang aber nicht zustande.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf in Münster – hier mit dem Kreisvorsitzenden Norbert Krevert (r.).

Nach einem weiteren erfolglosen Versuch nach der Fußball-Weltmeisterschaft habe er entschieden, das Thema nun auf die Tagesordnung des DFB-Bundestages zu setzen, erklärte Neuendorf bei seinem Besuch in Münster. „Es kann ja nicht sein, dass die Drittligisten jetzt wieder diejenigen sind, auf deren Kosten oder auf deren Rücken das Problem gelöst werden muss“, stellte der DFB-Präsident klar. Er sehe die Regionalverbände und die Träger der Regionalligen in der Verantwortung, eine tragfähige Lösung zu finden.

DFB-Vorschlag erhält bundesweit die Mehrheit

Der DFB hat inzwischen einen konkreten Vorschlag vorgelegt. Dieser orientiert sich nach Angaben Neuendorfs an einer Befragung der Vereine aus den Regionalligen. Unter mehreren Modellen habe nun das sogenannte Kompassmodell bundesweit die Mehrheit erhalten. Dabei soll die Zusammenstellung von vier Staffeln jährlich und abhängig von den vertretenen Klubs nach den Regionen Nord, Süd, Ost und West neu zusammengesetzt werden. Dabei sollen regionale Duelle berücksichtigt werden.

Über diesen Vorschlag sollen die Delegierten beim Bundestag am 18. Dezember abstimmen, wobei eine Zweidrittelmehrheit erforderlich wäre. Neuendorf räumte ein, dass dies angesichts der unterschiedlichen Interessenlagen keine einfache Aufgabe werde.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf in Münster. Rechts daneben FLVW-Präsident Manfred Schnieders und Oberbürgermeister Tilman Fuchs.

Um die Vereine zuvor noch einmal stärker einzubeziehen, ist für den 23. November ein Treffen mit Vertretern der Drittligisten und der Regionalligen vorgesehen. Die Entscheidung solle ausdrücklich nicht allein von den Funktionären getroffen werden. Die Vereine sollten ihre Positionen einbringen und die Grundlage für die spätere Abstimmung schaffen.

Bayerischer Verband setzt auf größere 3. Liga

In Münster ging Neuendorf auch auf die jüngsten Äußerungen des Bayerischen Fußball-Verbandes ein, der ein anderes Modell verfolgt. Bayern spricht sich für eine Aufstockung der 3. Liga von 20 auf 22 Mannschaften aus. Damit wären künftig fünf statt vier Absteiger vorgesehen. Für die Drittligisten bedeutete das vier zusätzliche Spieltage und mehr englische Wochen.

Neuendorf sieht diesen Ansatz kritisch. Aus seiner Sicht würde eine stärkere Konzentration und Professionalisierung in der Regionalliga mehr zur Entwicklung des Fußballs und insbesondere zur Talentförderung beitragen als eine Vergrößerung der 3. Liga. „Ich glaube, letzteres, eine Verdichtung bringt mehr in der Regionalliga“, sagte der DFB-Präsident.

Zugleich widersprach er aber auch dem Eindruck, der bayerische Fußball stehe geschlossen hinter dem Aufstockungsmodell. Bei einer Befragung in Bayern hätten sich immerhin 45 Prozent der Vereine für das sogenannte Kompassmodell ausgesprochen, das auch dem DFB-Vorschlag zugrunde liege. Es gebe also durchaus Vereine im Freistaat, die Vorteile in einer Neuordnung der Regionalligen sähen, auch wenn die Verbandsspitze eine andere Position vertrete.

Zuletzt hatte es aber auch Hessen kritische Anmerkungen gegeben – vor allem aus dem Kreis einiger Traditionsklubs wie Hessen Kassel oder Kickers Offenbach. In Hessen befürchtet man den Verlust regionaler Duelle, wobei der DFB-Vorschlag genau diesem Punkt durch eine intelligente Verteilung gerecht werden möchte. Es ist eben keine ganz einfache Debatte.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf in Münster. – Gruppenfoto mit VertreterInnen von Verbänden und dem SCP.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert