Bautagebuch 51: Die Nordtribüne wächst
Das Tempo beim Umbau des LVM-Preußenstadions bleibt unverändert hoch. Zuletzt während der offiziellen Übergabe des Stadionnamens hatten Vertreter der Hellmich Unternehmensgruppe erwähnt, dass man etwa fünf Monate vor dem Zeitplan liege. Wer einen Blick ins Stadion wirft, ahnt das. Die Nordtribüne wächst nämlich sichtbar und hat teilweise bereits das dritte Geschoss erreicht.
Zunächst: Zwischenzeitlich lief nur die Webcam 2 – allerdings war das nur ein temporäres Phänomen. Mittlerweile ist auch die zweite Webcam wieder am Start. Die übergangsweise Abschaltung hatte technische Gründe, wie es beim Sportclub heißt.
Auch so ist aber deutlich zu sehen, was derzeit auf der Baustelle geschieht: In der nordöstlichen Ecke, also zur Hammer Straße hin, ist bereits ein Teil des Treppenhauses zu sehen und damit auch die Höhe des Funktionsgebäudes:

Auf dem Foto oben ist auch ein Teil der Logenplätze zu erkennen: Hinter der kleinen Brüstung werden die Sitzplätze der 21 Logen montiert – ganz ähnlich wie bereits auf der gegenüberliegenden Seite.
Unterhalb der Brüstung sind die Zahnbalken für die Sitzplatzreihen zu sehen – und darunter die WC-Anlagen, deren Decken aktuell wetterfest gemacht werden. Die eigentlichen Fertigteile für die Montage der Sitzplätze werden vermutlich erst montiert, wenn die wesentliche Technik für die WC-Anlagen angeliefert wurde. Das geht natürlich mit dem Kran deutlich eleganter als auf dem „Fußweg“.
Apropos Kran: Der große Drehkran ist derzeit noch mitten „im“ Gebäude montiert, steht sozusagen im Empfangsbereich der künftigen Tribüne. Wenn er nicht mehr benötigt wird, werden die übriggebliebene Löcher anschließend geschlossen. Vielleicht so gegen Ende des Jahres? Oder wird der Kran auch noch für Teile der Dachkonstruktion benötigt? Man wird sehen.
Unschwer ist zu erkennen, dass die Bauabfolge so gestaltet ist, dass erst die eine Hälfte der Tribüne errichtet wird, ehe es dann in Kürze auf dem Teil zur Westtribüne hin weitergeht. Das hat ebenfalls logistische Gründe: Der große Raupengitterkran kann daher weitgehend an einem Ort eingesetzt werden und muss nicht immer zwischen den beiden Bereichen hin- und herbewegt werden.
Wechselweise Beton und Fertigteile
Derzeit wechseln sich die Arbeiten so intelligent ab, dass auf der einen Seite betoniert wird, während an anderer Stelle Fertigteile gesetzt werden. Auch das ist einer der Gründe, warum es vergleichsweise zügig vorangeht.
Zügig gilt hier übrigens auch für die jeweiligen Geschossdecken: Sie werden, wie die Webcam zuletzt deutlich zeigte, in „Schichten“ montiert. Fertige „Filigrandecken“-Teile werden dazu auf die Träger gelegt. Es handelt sich hier um Stahlbetonplatten, in die bereits Gitterträger integriert sind. Der Vorteil: Auf eine komplexe Verschalung kann vor Ort verzichtet werden. Auf diese Filigrandecken wird dann später eine zusätzliche Betonschicht gegossen, so dass eine vollständige Betondecke erreicht wird.
Und was ist drin? Im Erdgeschoss der Nordtribüne sind auf der westlichen Seite Catering- und Küchenräume vorgesehen. Auf der anderen Seite zum Osten hin sind Technikräume geplant. Zwischen beiden Bereichen entsteht ein moderner Empfangsbereich mit Theke, wie es ihn bisher im Stadion noch nicht gab. Im ersten Obergeschoss entstehen die großen Event- und Business-Bereiche. Sie sind dreigeteilt, um für verschiedene Veranstaltungen nutzbar zu sein. Hier ist auch der breite Balkon eingeplant. Ganz oben im dritten Geschoss entstehen 21 Logen. Die Entwürfe, wie die Räume innen gestaltet werden, wurden bereits erstellt. Auch in der Tribüne finden sich demnach Farbpaletten wieder, die auch im Stadion selbst sichtbar sind. Und auch ein Münster-Bezug soll hergestellt werden – mehr (öffentliche) Details dazu gibt es aber noch nicht.
Deutlich zu erkennen ist aber insgesamt der Aufbau der Nordtribüne: Vorne die Rolliplätze, dahinter folgen dann die Sitzplatzreihen und darüber die Logen.
Eckgebäude im Südosten
Auch beim Eckgebäude im Südosten (Kita und Geschäftsstelle) geht es sichtbar voran. Mittlerweile sind die Verschalungen für das vierte Geschoss beinahe fertig. Die künftige Dimension des Gebäudes wird damit sichtbar. Die fehlende Dach-Konstruktion über dem A-Block der benachbarten Tribüne kann erst ersetzt werden, wenn das Eckgebäude selbst im Rohbau steht.
Übrigens: Natürlich wird die Betonfassade nicht so bleiben, wie sie aktuell aussieht. Das Gebäude erhält noch eine Dämmung und wird dann verputzt. Wie es gestrichen wird, ist noch nicht endgültig geklärt.
Holzplatten weg
Noch eine Veränderung gab es, die gar nicht richtig aufgefallen zu sein scheint: Die provisorischen Holzverkleidungen der Zäune auf der Westtribüne ist Geschichte. Sie wurden durch neue Gitterzäune ersetzt – aber bereits vor dem Heimspiel gegen Essen.



Und wieder einmal vielen Dank für die schönen Bilder und Updates! Vieles lässt sich mithilfe der Baucams nur erahnen.