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Schon wieder Rot: Preußen Münster nimmt sich auch in Paderborn selbst aus dem Spiel

Schon wieder Rot: Preußen Münster nimmt sich auch in Paderborn selbst aus dem Spiel
Paderborn jubelt, Jorrit Hendrix ist bedient. Foto: MAGO / Ulrich Hufnagel

Der Start in die Rückrunde geht für den SC Preußen Münster komplett in die falsche Richtung – nämlich steil Richtung Abstiegsplatz. Auch im zweiten Spiel des Jahres 2026 brachte sich der SCP am Ende ganz allein um Punkte. Die Rote Karte für ein Foulspiel von Yassine Bouchama brachte den SC Paderborn ins Spiel zurück – dabei hatten die Preußen ganz früh mit 1:0 geführt. Gegen den Dauerdruck hielt die Abwehr dann nur bis zur 83. Minute.

Den Blick auf die Tabelle muss man sich als Anhänger des SC Preußen Münster derzeit sparen. Die Preußen sind wieder da, wo sie im ersten Zweitligajahr eigentlich die ganze Zeit standen. Mitten drin in der Abstiegszone, nur knapp überm Strich, nur noch dank weniger Tore vom Relegationsplatz 16 verschont. Dass die Lage so bescheiden ist, geht unverändert auf einen Mix aus Verletzungspech, Abschlussschwäche und individuellen Fehlern zurück.

In Paderborn musste der SCP vor Anpfiff erst einmal wieder umdisponieren. Keeper Johannes Schenk musste grippebedingt aussetzen, ins Tor rückte Morten Behrens. Immerhin keine Schwächung, denn Behrens war schon nach Schenks Roter Karte in der Hinrunde eingesprungen und hatte sich dabei als stabiler Rückhalt erwiesen. Auch der Defensivwechsel nach der Rot-Sperre von Paul Jaeckel – für ihn kam Torge Paetow ins Spiel – brachte keine Unruhe ins Gefüge. Und diesmal legte der SCP selbst vor. Kaum war eine Minute gespielt, dann flankte Jano ter Horst einen Ball weit vor das Tor der Gastgeber. Den Aufsetzer drückte Etienne Amenyido per Kopf ins Netz. Das frühe 1:0 war zunächst so eine Befreiung – und brachte Paderborn gleichzeitig in Unruhe. Denn so ganz gut lief es zuletzt auch nicht für die Ostwestfalen und das war auch im Stadion nach dem Rückstand zu spüren.

Münster zunächst stabil

Münster machte es gut, hielt Paderborn fast komplett aus den gefährlichen Zonen weg und setzte kleine offensive Stiche. Das war in Paderborn nicht das Feuerwerk, das der SCP in der Vorwoche gegen den KSC abgebrannt hatte – aber beim Top-Klub in Paderborn ging das alles sehr in Ordnung.

Richtig viele große Chancen hatten die Preußen auch nicht – die beste bekam Janis Heuer nach 25 Minuten, als er einen Distanzschuss Richtung Paderborner Tor brachte, den sich Keeper Seimen fast ins eigene Tor legte. Das war knapp.

Und dann kam die 28. Minute. Paderborn schaltete um, spielte den Ball auf die linke Seite. Yassine Bouchama setzte nach, grätschte Baur um und zog dabei das Bein auch noch hoch. Es war nicht das dramatischste Foul, aber der sofortige Griff des Schiedsrichters Timo Gerach in die Gesäßtasche deutete an, wie das enden würde. Glatt Rot gegen Bouchama, die Preußen nach einer knappen halben Stunde in Unterzahl.

Spieldaten

Wie schon gegen Karlsruhe war ein Platzverweis Schuld am Bruch im Spiel. Zuletzt gegen den KSC fiel direkt im Anschluss das 0:1. Am Sonntag weckte der Platzverweis Paderborn überhaupt erst auf – in Überzahl übernahmen die Gastgeber plötzlich die Kontrolle und Münster stellte sich nur noch hinten rein. Es war ein komplett anderes Spiel geworden.

Und die Geschichte dieses anderen Spiels ist einfach erzählt: Paderborn setzte den SCP unter Dauerdruck und lauerte auf den einen Moment, um zuzuschlagen. Es schien, als sei das schon vor der Pause soweit, aber der Treffer der Gastgeber wurde wegen einer Abseitsstellung sofort abgepfiffen – das bekam im Jubel erst überhaupt niemand mit. Aber auch der VAR sah die Szene nicht mehr anders, das Tor zählte nicht.

Nur kurz Hoffnung

Die Hoffnung der Preußen hielt aber nicht lange. In der Pause brachte Trainer Ralf Kettemann unter anderem Steffen Tigges ins Spiel. Und der war kaum auf dem Platz, als er aus Kurzdistanz schon per Kopf zum 1:1 traf (50.). Behrens sah hier auch nicht ganz gut aus – beim Herauslaufen packte er sich den Ball eben nicht und flog vorbei. Damit war Platz für Tigges.

Würde der SCP wenigstens diesen einen Punkt retten? Paderborn kam zu weiteren Szenen, aber lange räumte der SCP noch alles ab. Eigene Akzente setzten die Jungs von Alexander Ende nicht mehr, da ging es nur noch ums Verteidigen. Und auch das gelang nur bis zur 83. Minute, als erneut Tigges aus eigentlich schwieriger Position den Ball per Kopf ins lange Eck beförderte. Spiel gedreht, Münster geschlagen, so einfach.

Die anschließende Drangphase der Preußen brachte nichts wirklich ein. Eine Abschlusschance des eingewechselten Charalambos Makridis aus spitzem Winkel war alles, was noch ging. Dann war Schluss und der SCP startete offiziell mit null Punkten ins Kalenderjahr 2026.

Am kommenden Freitagabend geht es in Nürnberg weiter.

Tabelle 25. Spieltag
KlubSp.SUNToreVerh.P
1.)FC Schalke 04 25155535:211450
2.)SV Darmstadt 25139347:281948
3.)SV Elversberg 25146544:261848
4.)SC Paderborn 07 25145641:281347
5.)Hannover 96 25136643:321145
6.)Hertha BSC 25117736:30640
7.)1. FC Kaiserslautern 251141042:38437
8.)Karlsruher SC 2597940:47-734
9.)VfL Bochum 2588935:32332
10.)Fortuna Düsseldorf 25941224:34-1031
11.)1. FC Nürnberg 25861131:35-430
12.)Arminia Bielefeld 25761236:34227
13.)Dynamo Dresden 25681138:44-626
14.)SC Preußen Münster25681130:38-826
15.)Eintracht Braunschweig 25751328:43-1526
16.)SpVgg Greuther Fürth25751337:56-1926
17.)Holstein Kiel 25671229:37-825
18.)1. FC Magdeburg 25721635:48-1323

Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga. Der Tabellen-16. der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Dritten der 3. Liga, die beiden Klubs auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 3. Liga ab.

3 thoughts on “Schon wieder Rot: Preußen Münster nimmt sich auch in Paderborn selbst aus dem Spiel

  1. Da kann einem nur noch Angst und Bange werden. Die Preußen befinden sich selbstverschuldet im freien Fall auf die Abstiegsplätze! Durch katastrophale Aussetzer einzelner Spieler werden immer wieder sicher geglaubte Punkte derart „vergeigt“, dass nicht einmal ein Unentschieden, geschweige denn ein Sieg zustande kommt. So werden die angestrebten 20 + X Punkte mit tödlicher Sicherheit in 20 -X umgewandelt, so dass aus den noch ausstehenden 15 Spielen aller Voraussicht nach max. 1 Punkt pro Spiel, also 20 + 15 = 35 Punkte insgesamt erspielt werden, was den sicheren Abstieg in die 3. Liga bedeutet. Da hilft auch kein zusätzlicher Stürmer als Einzelausleihe weiter. Die Aussetzer geschehen in allen Mannschaftsteilen und machen den Klassenerhalt in ihrer Häufigkeit nahezu unwahrscheinlich! Da kommen einem als Preußenfan beim Zusehen die Tränen …

  2. Ehrlich gesagt: Diese Niederlage tut weh! Ich ärgere mich maßlos! Das Spiel fing endlich mal gut an, frühe Führung, der Tabellenunterschied zwischen dem falschen und dem wahren SCP war spielerisch nicht zu erkennen. Mit einer Ausnahme: Wer zur Halbzeit in Überzahl dreimal so offensiv und voller Qualität wechseln kann, hat einfach mehr Kohle auf dem Konto! Punkt: Und dann dieses Foul – ein Foul, das so niemals passieren darf! Kein brutales Foul, eher ein lattendämliches Foul. So war klar, dass man dieses Spiel nicht würde gewinnen können! Was jetzt wirklich nervt, sind viele unpassenden Reaktionen. Ende hat gewechselt, defensivere Variante, das kann man so machen. Aber jetzt kommen sie langsam wieder hervor, die Schreihälse, Nörgelköppe, Meckeropas und Schwarzseher. Bitte keine Trainerdiskussion, die ersten schreien schon wieder nach „Feuerwehrmännern“. Auch kein blindes „einfach weiter so“, aber es muss jetzt nicht alles gleich wieder über den Haufen geworfen werden. Einen solch dämlichen Aussetzer, wie den von Bouchama, möchte ich nicht mehr sehen; ich will auch keine unnötigen roten Karten mehr sehen. Ich möchte eine Mannschaft sehen, die weiter druckvoll und kreativ nach vorne spielt und öfters mal so trifft, wie Amenyido gestern. Aber irgendwelche Feuerwehrmänner, seien es Markus Anfang oder Siggi Melzig, möchte ich hier keinesfalls sehen!

    1. Wird nicht passieren:
      Siegfried Melzig (* 12. Juli 1940 in Breslau; † 1. Juli 2023) war ein deutscher Fußballtrainer und -spieler.

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