2:3 gegen Kaiserslautern: Im Sturzflug weiter
Die schwarzen Serien haben Bestand beim SC Preußen Münster. Gegen den 1. FC Kaiserslautern hagelte es am Sonntag die vierte Niederlage in Serie. Und gleichzeitig verlängerte der SC Preußen mit der 2:3-Heimpleite seine quälende Sieglos-Serie auf nun neun Partien. Das ist längst keine „Phase“ mehr, sondern eher die Leistungsbilanz eines Absteigers. Dass der SCP gegen Kaiserslautern nur kurzzeitig mal im Spiel war, half am Ende nicht. Zu sehr schlugen individuelle Aussetzer und kollektive Schwächen ins Gewicht.
Schon zur Pause war die Partie gelaufen, wenn man ehrlich ist. Der Doppelschlag kurz vor dem Halbzeitpfiff war ein echter Tiefschlag. Mit einem Tor Rückstand wäre es vielleicht gegangen, aber zwei Tore? Um gegen die „Roten Teufel“ auch nur einen Punkt mitzunehmen, hätte es letztlich drei Treffer gebraucht. So viele erzielte der SCP allerdings erst einmal in dieser Saison, das war zu besseren Zeiten im vergangenen Sommer beim 3:1 gegen Braunschweig. Und es passte ins Bild, dass selbst die zwei Treffer der Preußen ausgerechnet von einem Defensivspieler erzielt wurden – natürlich von der Lautern-Leihgabe Jannis Heuer. „Die zwei Tore hätte ich sofort hergegeben für einen Sieg“, meinte er später und wirkte da schon bedient.
Wechselspiele
Es war eine seltsame erste Halbzeit. Die begann schon damit, dass Trainer Alexander Ende wieder einmal umstellte – auch weil er einfach musste. Mikkel Kirkeskov hatte sich wieder krank abgemeldet, dafür kam Torge Paetow. Auch Rico Preißinger, Yassine Bouchama, Tobias Raschl und Oliver Batista Meier kamen ins Spiel für den verletzten Kapitän Jorrit Hendrix, Zidan Sertdemir, Marcel Benger und Etienne Amenyido. Das war schon wieder viel Bewegung im Spieltagskader.

Bei westfälischen Meimelwetter entwickelte sich ein flottes Spiel mit einer ersten kleinen Szene für die Preußen, bei der Bouchama am Lauterer Keeper scheiterte. Aber kaum war das verdaut, lag der SCP wieder einmal zurück. Und wieder war es einfach eine dumme Aktion, mit der sich der SC Preußen selbst ein Beinchen stellte. Rondic agierte im eigenen Straraum denkbar ungeschickt, brachte Sirch zu Fall und Marlon Ritter verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:0. Zum Verrücktwerden. Es dauerte ein paar Minuten, ehe sich der SCP vom frühen Rückstand erholt hatte, dann führte ein Eckball zum 1:1. Im Getümmel am Fünfmeterraum fiel Heuer der Ball vor die Füße – und dann wuchtete der Preuße den Ball satt zum Ausgleich ins Netz.

Kurz und wild
Das war diese gute Phase der Preußen. Das Spiel wurde ein bisschen „wild“, wie es Trainer Alexander Ende später beschrieb. Hier und drüben wurde es teils fahrig, aber der SCP hatte durchaus die Chance auf die eigene Führung. Jano ter Horst nach 23 Minuten mit einem strammen Schuss, dann hätte Marvin Schulz unbedingt schießen müssen, zog es aber vor, mit dem Ball quer durch den Lauterer Strafraum zu kreuzen und den Ball zu verlieren. Die Szene passte ins Bild, denn sie war ein frühes Zeichen für eine weiterhin unerklärliche Spielweise der Preußen. Immer noch einmal abspielen, abdrehen, wegdrehen – aber kein Abschluss. Viele solcher Aktionen hatte der SCP, aber er verschenkte sie durch Ungenauigkeiten und einfach unerklärliche Abspielfehler.

Und Lautern? Die knallten den Ball durch Marlon Rotter auf die Latte (33.). Und dann, einfach traurig, erlaubte sich Marvin Schulz eine so seltsame Aktion, dass er den Ball nach links in den Lauf des Lauterers Bassette spielte. Der brachte den Ball nach innen und dort traf Ritter zum 2:1. Ein Tor aus der Fußballhölle, unnötig wie sonst was.
Und weil es beim SCP derzeit nicht läuft, fiel das 3:1 noch vor der Pause auf eine ähnlich überflüssige Art und Weise. Erst verhinderten die Preußen die Hereingabe nicht, dann verfehlte Johannes Schenk den Ball, auch sonst fühlte sich niemand für den Torschützen zuständig und so traf Bassette zum 3:1. Eiskalt, aber auch nicht mit großer Mühe.
Mehr Show als Chance
Natürlich wollte der SCP die Sache in der zweiten Halbzeit besser machen. Und Batista Meiers Schuss war nicht schlecht, wurde aber von Keeper Krahl geklärt. Das Problem war nur: Viel klare Chancen erarbeitete sich der SCP einfach nicht. Ja, das war ganz okay, viele Ansätze passten. Aber immer dann, wenn es hätte gefährlich werden können, stieg der SCP aus. Das war mehr Show als Chance.

Lautern hatte sich da schon etwas zurückgelehnt, aber der SCP arbeitete sich in den harmlosen Räumen ab. Der Anschlusstreffer – erneut staubte Heuer aus Kurzdistanz ab – kam viel zu spät. Trotz mehr als neun Minuten Nachspielzeit brachte der SCP keinen eigenen Ball mehr richtig auf das Gästetor. Dabei hatte Amenyidos irrer Sololauf durchs Mittelfeld mit tollem Pass auf den eingewechselten Shin Yamada ein Tor verdient gehabt, aber Yamada verstolperte den Ball oder Lautern bekam noch ein Beinchen dazwischen – wie auch immer: Chance vertan
Im Gegenzug gehörte die letzte gute Chance den Gästen. Und als Sertdemir den Ball dann aus der Distanz in die dritte Etage knallte, war die Sache durch.
Münster hätte einen schönen Sprung machen können, steht stattdessen am kommenden Sonntag in Braunschweig vor noch so einem ganz haarigen Spiel.
Tabelle 23. Spieltag| Klub | Sp. | S | U | N | Tore | Verh. | P | |
| 1.) | FC Schalke 04 | 23 | 14 | 4 | 5 | 33:20 | 13 | 46 |
| 2.) | SV Darmstadt | 23 | 12 | 9 | 2 | 44:25 | 19 | 45 |
| 3.) | SV Elversberg | 23 | 13 | 5 | 5 | 42:25 | 17 | 44 |
| 4.) | SC Paderborn 07 | 23 | 13 | 4 | 6 | 38:26 | 12 | 43 |
| 5.) | Hannover 96 | 23 | 12 | 6 | 5 | 41:30 | 11 | 42 |
| 6.) | 1. FC Kaiserslautern | 23 | 11 | 4 | 8 | 39:33 | 6 | 37 |
| 7.) | Hertha BSC | 23 | 9 | 7 | 7 | 32:28 | 4 | 34 |
| 8.) | 1. FC Nürnberg | 23 | 8 | 6 | 9 | 30:32 | -2 | 30 |
| 9.) | Karlsruher SC | 23 | 8 | 6 | 9 | 34:43 | -9 | 30 |
| 10.) | VfL Bochum | 23 | 7 | 8 | 8 | 31:28 | 3 | 29 |
| 11.) | Arminia Bielefeld | 23 | 7 | 6 | 10 | 36:32 | 4 | 27 |
| 12.) | Fortuna Düsseldorf | 23 | 7 | 4 | 12 | 21:33 | -12 | 25 |
| 13.) | Eintracht Braunschweig | 23 | 7 | 4 | 12 | 26:40 | -14 | 25 |
| 14.) | Holstein Kiel | 23 | 6 | 6 | 11 | 28:34 | -6 | 24 |
| 15.) | SC Preußen Münster | 23 | 5 | 8 | 10 | 27:35 | -8 | 23 |
| 16.) | 1. FC Magdeburg | 23 | 7 | 2 | 14 | 34:44 | -10 | 23 |
| 17.) | Dynamo Dresden | 23 | 5 | 7 | 11 | 32:40 | -8 | 22 |
| 18.) | SpVgg Greuther Fürth | 23 | 6 | 4 | 13 | 34:54 | -20 | 22 |
Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga. Der Tabellen-16. der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Dritten der 3. Liga, die beiden Klubs auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 3. Liga ab.


Da bahnt sich von Spieltag zu Spieltag mehr eine absolute Katastrophe an und A l l e schauen nur zu, statt endlich zu handeln. Nach jedem Spiel in der Rückrunde wird wieder Alles seitens der Verantwortlichen gesundgebetet und das verpasste Ziel des Spieltages als einmaliger Fehltritt, welcher im nächsten Spiel korrigiert wird, abgetan.
Nur die Ergebnisse aus den Begegnungen der Konkurrenz halten die Preußen bisher noch über dem Strich, das Punkteguthaben einschließlich Torverhältnis schmilzt jedoch von Spieltag zu Spieltag kontinuierlich mehr, so dass die Katastrophe unabwendbar ihren Lauf nimmt.
Ich kann mich nur wiederholen: So werden die seitens des Trainerteams angestrebten 20 + X Punkte mit tödlicher Sicherheit in 20 – X umgewandelt und aus den noch ausstehenden 11 Spielen aller Voraussicht nach max. 1 Punkt pro Spiel, also 23 + 11 = 34 Punkte insgesamt erspielt werden, was den sicheren Abstieg in die 3. Liga bedeutet.
Das System des Trainers A. Ende ist gescheitert und er hat scheinbar keine Alternative. Der Spielerkader ist für dieses System leider wohl nicht nicht ligatauglich. Die Vielzahl der farbigen Karten sind m. M. nach unter anderem ein Nachweis dafür, dass es an Qualität für diese Spielart insgesamt hapert, so dass die Anzahl der Fehler in jedem Spiel nur hilfsweise und notdürftig durch Fouls gestopft werden können und/oder diese zwangsläufig zu Toren des Gegners führen.
Die Elf der Preußen ist auf dem Spielfeld bisher in der gesamten Rückrunde total verunsichert und leistet sich wiederkehrend immer mehr Fehler mit katastrophalen Folgen, was von Spiel zu Spiel schlimmer wird. Die Nerven der Spieler liegen, für Alle sichtbar, wohl langsam blank, denn die Verunsicherung ist spürbar groß.
Da hilft auch kein Klagen, dass die etablierten Vereine über ein anderes Kaderpotenzial verfügen. Das ist kein Vorwurf an die Spieler, sondern ein Appell an die Verantwortlichen, den praktiziertem Harakirifußball sofort zu beenden. Die Null muss stehen! Bekannt? Aber stattdessen sind die Preußen hinten immer wieder offen wie ein Scheunentor!
Es muss gehandelt werden, so leid es mir tut, und zwar jetzt, denn nochmals wird den Preüßen der Kunstgriff aus der letzten Saison, in drei Spieltagen vor Schluss den dann schon vorhandenen Rückstand zum rettenden Tabellenplatz mittels sieben Punkten auszugleichen, nicht wieder gelingen!
Fahnenappell: Au f w a c h e n und H a n d e l n liebe Verantwortliche, bevor es zu spät ist!