1:1 in Nürnberg: Preußen Münster kämpft sich ins Spiel und holt den ersten Punkt
Nürnberg – Eine gewisse Erleichterung greift beim SC Preußen Münster um sich. Am Freitagabend holte sich das Team von Alexander Ende den ersten Punkt im Kalenderjahr 2026, warf aber mit seinem Spiel durchaus einige Fragen auf. Insbesondere in der ersten Hälfte, in der die Preußen weitgehend neben der Spur liefen.
Mit zwei Niederlagen in Folge war der Start ins Jahr nicht gerade optimal verlaufen. Zwei Neuverpflichtungen für den Angriff gab es zuletzt, beide – Rondic und Yamada – standen auch direkt im Kader, starteten aber nicht. Dafür rückte Johannes Schenk wieder ins Tor, Paul Jaeckel kehrte zurück und Marvin Schulz spielte für den gesperrten Yassine Bouchama. Nicht im Kader war dagegen Joshua Mees, der sich im Training erneut verletzt hat und vorerst wieder ausfällt…
Und so holprig das Jahr bisher verlief, so schlimm startete auch der SCP ins Spiel. Um die Sache abzukürzen: In den ersten 20, 25 Minuten musste man sich schon fragen, ob beim SC Preußen alle wirklich auf dem Feld standen. Defensiv war das ein Desaster, ein Durcheinander erster Güte – durchzogen von Fehlern im Stellungsspiel und schlimmen Fehlpässen. Schenk war bereits nach einer Minute zur Stelle und hätte Nürnberg fast das Führungstor geschenkt. Dann rettete nur der Pfosten nach zwei Minuten, dann musste Heuer vor der Linie für den geschlagenen Schenk retten. Das war nach sechs Minuten. Die Preußen waren völlig durch den Wind, das war komplett unverständlich.
Chance um Chance
Es ging aber auch so weiter. Nürnberg erspielte sich Chance um Chance, war in jeder Hinsicht klar überlegen und beim SC Preußen herrschte Zähneklappern. Das war wüst. Bis zur 16. Minute hielt das Gewitter der Gastgeber an, dann beruhigte sich die Lage zumindest etwas. Münster setzte dann sein erstes Zeichen durch Marvin Schulz, der aus spitzem Winkel über das Tor schoss.
Es war zwar nicht ausgeglichen, aber Münster war zumindest mal im Spiel. Und rettete das 0:0 unter allerhand Umständen so in die Pause. Auch, weil Schenk wenige Minuten vor dem Wechsel einmal richtig gut aufpasste und in höchster Not vor Scobel rettete. Vorher sorgte aber Jannis Heuer noch dafür, dass der SCP gegen Bochum wieder umbauen muss. Er sah die Gelbe Karte für ein Foulspiel an der Seitenlinie. Nummer fünf für ihn, er fehlt am kommenden Wochenende.
Spieldaten
Nach der Pause reagierte Ende, brachte Marco Meyerhöfer und Imad Rondic für Heuer und Schulz. Und diese zweite Hälfte verlief dann komplett anders als zuvor. Jetzt war Münster griffiger, stand in den meisten Fällen besser. Ganz sicher war der SCP jetzt aber im Spiel, endlich.
Ironischerweise fiel dann genau in dieser Phase, als sich der SCP endlich berappelt hatte, doch das Tor für Nürnberg. Allerdings lieferte wieder einmal der SCP selbst die Vorlage. Mikkel Kirkeskov, nicht zum ersten Mal unkonzentriert, spielte den Ball in die Beine der Gastgeber – Zoma sagte danke und schob den Ball dann ins lange Eck. Ein Wahnsinn, wie einfach der SCP in dieser Rückrunde Tore herschenkt.
Zwei schnelle Tore
War das etwa die Entscheidung? Nein. Denn unerwartet, aber erfreulich, half Kirkeskov vorne beim Ausgleich mit. Sein Doppelpasse mit Hendrix brachte den Kapitän in Schussposition und der traf dann zum 1:1 – nur acht Minuten nach dem Rückstand. Eine gute Antwort der Preußen …
Auf das Spiel hatte das bedingten Einfluss. Nürnberg wollte noch mehr, setzte sich aber gegen viel aufmerksamere Preußen nicht mehr entscheidend durch.
Die Preußen dagegen hatten selbst noch ein, zwei Szenen für einen Lucky Punch. Nach 72 Minuten kam dann auch Shin Yamada ins Spiel – er ersetzte Amenyido. Und nach 75 Minuten rettete Nürnbergs Keeper gegen Hendrix und dessen Schuss aus wenigen Metern. Das wäre es fast gewesen.
So blieb es beim 1:1, auch nach acht Minuten Nachspielzeit. Der erste Punkt ist eingetütet und das nach einer wilden ersten Halbzeit. Was da im Team vor sich ging, wird man ergründen müssen.
Die gute Nachricht: Ganz egal, wie die Spiele am Wochenende ausgehen – auf einen Abstiegs- oder Relegationsplatz kann der SCP nicht abstürzen.

| Klub | Sp. | S | U | N | Tore | Verh. | P | |
| 1.) | FC Schalke 04 | 26 | 15 | 6 | 5 | 37:23 | 14 | 51 |
| 2.) | SV Darmstadt | 26 | 13 | 10 | 3 | 48:29 | 19 | 49 |
| 3.) | SV Elversberg | 26 | 14 | 6 | 6 | 44:28 | 16 | 48 |
| 4.) | SC Paderborn 07 | 26 | 14 | 6 | 6 | 43:30 | 13 | 48 |
| 5.) | Hannover 96 | 26 | 13 | 7 | 6 | 45:34 | 11 | 46 |
| 6.) | Hertha BSC | 26 | 11 | 8 | 7 | 37:31 | 6 | 41 |
| 7.) | 1. FC Kaiserslautern | 26 | 12 | 4 | 10 | 45:38 | 7 | 40 |
| 8.) | Karlsruher SC | 26 | 9 | 7 | 10 | 40:50 | -10 | 34 |
| 9.) | VfL Bochum | 26 | 8 | 9 | 9 | 36:33 | 3 | 33 |
| 10.) | 1. FC Nürnberg | 26 | 9 | 6 | 11 | 34:37 | -3 | 33 |
| 11.) | Fortuna Düsseldorf | 26 | 9 | 4 | 13 | 24:35 | -11 | 31 |
| 12.) | Dynamo Dresden | 26 | 7 | 8 | 11 | 44:44 | 0 | 29 |
| 13.) | Eintracht Braunschweig | 26 | 8 | 5 | 13 | 29:43 | -14 | 29 |
| 14.) | SpVgg Greuther Fürth | 26 | 8 | 5 | 13 | 39:56 | -17 | 29 |
| 15.) | Arminia Bielefeld | 26 | 7 | 7 | 12 | 38:36 | 2 | 28 |
| 16.) | SC Preußen Münster | 26 | 6 | 8 | 12 | 30:44 | -14 | 26 |
| 17.) | Holstein Kiel | 26 | 6 | 7 | 13 | 31:40 | -9 | 25 |
| 18.) | 1. FC Magdeburg | 26 | 7 | 3 | 16 | 36:49 | -13 | 24 |
Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga. Der Tabellen-16. der 2. Bundesliga spielt in der Relegation gegen den Dritten der 3. Liga, die beiden Klubs auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 3. Liga ab.


So etwas wie die erste Halbzeit darf man sich auf Dauer sicher nicht leisten. Vor allem J. Schenk sah bei manchen Situationen schlecht aus.
wird Zeit, dass das System dauerhaft auf das der zweiten Halbzeit umgestellt wird. Das Kleinklein hintenraus ist nur gefährlich weil die ganze Liga sich mittlerweile top drauf eingestellt hat. Ende: jetzt reagieren!
Zur Erinnerung: Da kann einem nur noch Angst und Bange werden. Die Konkurenz punktet wie am letzten Spieltag auch, wieder dreifach, und die Preußen befinden sich nach wie vor selbstverschuldet im freien Fall auf die Abstiegsplätze! Durch katastrophale Aussetzer einzelner Spieler werden immer wieder dringend benötigte Punkte derart „vergeigt“, so dass nur mit viel Glück und erheblichem Kraftaufwand mal ein Unentschieden zustande kommt. So werden die angestrebten 20 + X Punkte mit tödlicher Sicherheit in 20 – X umgewandelt und aus den noch ausstehenden 14 Spielen aller Voraussicht nach max. 1 Punkt pro Spiel, also 21 + 14 = 35 Punkte insgesamt erspielt werden, was den sicheren Abstieg in die 3. Liga bedeutet. Da hilft bald nur noch ein Wunder und vielleicht eine andere Spielweise in der Defensive! Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt …
Die Ende-Spielweise passt einfach nicht zum nur mittleren Niveau des SCP-Kaders und wird daher nie 90 Min. konzentriert durchgehalten, so können ggf. Spitzenteams spielen, wir dezidiert nicht. Uns passieren viel zu viele absurde Abspielfehler (gestern z.B. Schenk, Kirkeskov) in unmittelbarer Tornähe, oft gabs es mit Glück daraus keine Gegentreffer (z.B. 2mal in Bochum), gestern schon. Entweder der Trainer ändert jetzt sein System oder 3. Liga ante portas. Eine soooooooo schlechte HZ wie gegen den „Glubb“ gabs in der Art und Weise unter Hildmann nicht, auch nicht z.b. in Hamburg (oder in hab´s verdrängt). Noch 2 Punkte bis Platz 18. Bei negativer Tendenz. Bitte endgültig aufwachen!
Kurzer Nachtrag: In der „Expected-Goal-Tabelle“ der 2. Liga sind wir mittlerweile 17ter. Nur das Kleeblatt liegt noch hinter uns. Natürlich ist das nur ein statistischer Fakt, aber ein unangenehmer…
Warum gehen wir eigentlich zum Fußball bzw. zum SCP? Es soll Freude machen und uns unvergessliche Momente bescheren – Emotionen halt, negativ wie positiv. Fußballästheten schauen lieber Champions-League. Am Freitag war es eine erste Halbzeit zum Vergessen – allerdings äußerst unterhaltsam! Nürnberg war unfähig, ein Tor zu treffen: Klose raus? Er stand nicht auf dem Platz! In der zweiten Halbzeit blitzte dann wieder mal das Können unserer Jungs auf. Am Ende ist der eine Punkt ein Gewinn – beim Club nicht zu verlieren, das hat doch was. Jahrelang haben wir uns beklagt, dass spielerisch nix lief. Langholz nach vorne und da half dann der liebe Gott. Der Gegener musste oftmals nur den Ball im Spiel halten und dann lag er zwangsläufig irgendwann im Preußentor – was interessierte da der „Expected-Goal-Wert“? Das war oftmals gar nicht schön. Nun spielen wir in einer äußerst ausgeglichenen Liga, die es an Spannung längst mit der ersten Liga aufnehmen kann. Ja, der Abschlag von Schenk, der zum Gegentor führte war nicht wirklich gelungen. Ja, das spielerische Lösen von Situationen, in denen der Gegner presst, ist nervenaufreibend. Trotzdem gefällt mir der gegenwärtige Fußball, den Ende spielen lässt. Jetzt wieder alles in Frage zu stellen und irgendwelchen „Betonfußball“ zu fordern, erscheint mir als nicht angemessen. Warum nicht einfach mal am Freitag 1:0 gegen Bochum gewinnen – scheiß was auf die Statistik!
Thema attraktive SCP-Spielweise: Erinnert mich an das Bonmot „Operation gelungen, Patient tot!“ Nichts für ungut Schnippenkötter. ; – )