Wieder verloren: Preußen Münster scheitert in Düsseldorf an sich selbst

Im Tabellenkeller leuchten die Alarmlampen dunkelorange für den SC Preußen Münster. Nach der 0:1-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf ist der Vorsprung auf die Abstiegsränge wieder auf null Punkte gesunken, am Sonntag könnte sogar Ulm auf einen Punkt heranrücken. Letztlich war die Partie in Düsseldorf schon nach einer Viertelstunde entschieden, denn ein Preußentor lag über 90 Minuten plus Nachspielzeit wirklich nicht in der Luft, da half das ganze Engagement auch nicht. Pünktlich zur heißen Schlussphase der Saison rutscht der SCP tief unten rein.
Ganz gleich, wie diese Saison aus Sicht der Preußen endet: Sie ist eine Saison der verpassten Chancen. Immer, wenn sich den Preußen Gelegenheiten boten, ließ der SCP sie liegen. Die gute Serie über den Jahreswechsel wurde brutal beendet durch sechs Niederlagen in neun Spielen seitdem. Tendenz: eher abwärts als vorwärts, weil Fußball am Ende ein Ergebnissport ist und Leidenschaft und Einsatz nicht bewertet werden.
Und das Ergebnis passte in Düsseldorf wieder einmal nicht. Gegen eine personell angeschlagene Fortuna, die auch spürbar Probleme hatte, hielt der SCP gut dagegen. Auch die Preußen mussten ja umstellen, denn neben Niko Koulis und Holmbert Fridjonsson fiel kurzfristig auch Joshua Mees aus. So fand sich Malik Batmaz nur zwei Wochen nach seiner Rückkehr in der Startelf wieder und auch Daniel Kyerewaa rückte überraschend rein – und der frühere (und gebürtige) Düsseldorfer zeigte einen lebendigen Auftritt, konnte aber auch keine zählbaren Akzente liefern.
Ausverkauft? Nicht ganz. Offiziell waren 52.000 Tickets vergeben, aber schon ein einfacher Blick ins Stadion zeigte viele leere Plätze. Offenbar sind Kostenlos-Tickets auch beim Weltverein Düsseldorf keine Garantie für einen Stadionbesuch.
Die Geschichte des Spiels ist simpel. Münster auf Augenhöhe, Fortuna ging aber mit der ersten starken Szene direkt in Führung – gegen drei Preußen setzte sich Dawid Kownacki per Kopf durch und traf über Schenk hinweg zum 1:0.
Münsters Reaktion? Ein Schuss von Kyerewaa nach 25 Minuten, den Jamil Siebert gerade so per Fuß klärte – und der gleiche Preuße scheiterte nach 36 Minuten erneut mit einem Schuss, den wiederum Siebert in letzter Sekunde wegblockte. 2:0 für den Düsseldorfer im Duell gegen den Preußen.
Weitere Szenen erspielte sich der SCP nicht, das war eben einfach zu schwach. Münsters sonstige Stärke, die Standards, gingen in Düsseldorf einfach unter. Kein einziger Ball wurde wirklich gefährlich – was sicher auch daran gelegen haben dürfte, das Adressaten wie Koulis, Paetow oder Fridjonsson eben fehlten.
Kurzum: Mit Halbchancen gingen beide Teams in die Pause, aus der Düsseldorf allerdings etwas agiler herauskam.
Fortuna Düsseldorf gegen Preußen Münster 05..04.2024 Foto: S. Sanders
Düsseldorfs Spiel verändert
Lange fühlte es sich so an, als würde irgendwann das 2:0 fallen. Doch dann leistete sich der starke Myron van Brederode einen harten Tritt gegen Jorrit Hendrix und sah nach VAR-Eingriff glatt Rot statt nur Gelb. Das veränderte die Dynamik der Partie, denn nun war Fortuna sichtlich damit beschäftigt, den knappen Vorsprung ins Ziel zu bringen.
Die Preußen arbeiteten sich ab, belagerten den Strafraum der Gastgeber – aber was immer da an Flanken, Pässen oder anderen Zuspielen kam, versandete, wurde geklärt. Großchancen Münster? Nein. Vieles blieb im Ansatz stecken, das sah auf dem Fald überlegen und stark aus, das Ergebnis war in der Realität aber mau.
Die wenigen ernsthaften Chancen wurden dann am Ende doch immer leichte Beute des Düsseldorfer Keepers – so wie nach 73 Minuten, als Amenyido an Kastenmeier scheiterte. Oder nach 87 Minuten, als Amenyidos Schuss einfach zu ungenau angesetzt war. Es waren die besten der wenigen echten Chancen für Münster.
Schwer vorstellbar, wie hier noch ein Preußentor hätte fallen sollen. Irgendwie bekam Fortuna stets ein Bein oder einen Kopf dazwischen, die Preußen blieben bei Ansätzen, das reichte einfach nicht.
Spiele am 28. Spieltag | ||
Karlsruher SC | 1:0 (0:0) | Hannover 96 |
Eintracht Braunschweig | 3:2 (1:1) | SC Paderborn 07 |
SV Darmstadt 98 | 1:0 (0:0) | SpVgg Greuther Fürth |
Fortuna Düsseldorf | 1:0 (1:0) | SC Preußen Münster |
1. FC Nürnberg | 0:3 (0:2) | Hamburger SV |
1. FC Köln | 05.04, 20.00 | Hertha BSC |
FC Schalke 04 | 06.04, 13.30 | SSV Ulm 1846 |
SV 07 Elversberg | 06.04, 13.30 | SSV Jahn Regensburg |
1. FC Magdeburg | 06.04, 13.30 | 1. FC Kaiserslautern |
28. Spieltag | |||||
Mannschaft | Sp. | Tore | Diff. | Punkte | |
1 | Hamburger SV | 28 | 61:32 | 29 | 52 |
2 | 1. FC Köln | 27 | 42:32 | 10 | 50 |
3 | 1. FC Kaiserslautern | 27 | 49:41 | 8 | 46 |
4 | SC Paderborn 07 | 28 | 47:37 | 10 | 45 |
5 | Fortuna Düsseldorf | 28 | 45:41 | 4 | 44 |
6 | 1. FC Magdeburg | 27 | 53:41 | 12 | 43 |
7 | Hannover 96 | 28 | 34:27 | 7 | 43 |
8 | SV 07 Elversberg | 27 | 45:32 | 13 | 41 |
9 | 1. FC Nürnberg | 28 | 47:44 | 3 | 41 |
10 | Karlsruher SC | 28 | 46:49 | -3 | 40 |
11 | SV Darmstadt 98 | 28 | 47:45 | 2 | 34 |
12 | FC Schalke 04 | 27 | 46:49 | -3 | 34 |
13 | SpVgg Greuther Fürth | 28 | 40:52 | -12 | 34 |
14 | Hertha BSC | 27 | 41:44 | -3 | 32 |
15 | SC Preußen Münster | 28 | 28:36 | -8 | 27 |
16 | Eintracht Braunschweig | 28 | 28:52 | -24 | 27 |
17 | SSV Ulm 1846 | 27 | 27:33 | -6 | 23 |
18 | SSV Jahn Regensburg | 27 | 16:55 | -39 | 19 |
Der Verein hat es einfach verpasst, Anfang der Saison zwei Stürmer zu holen die auf gutem Niveau in der zweiten Liga spielen können. Stattdessen wurde Qualitativ bestenfalls auf Durchschnitt gesetzt. Für Grodowski war die zweite Liga eine Nummer zu Groß, und Malik Batzman war lange verletzt. Jetzt muss man sehen das man irgendwie versucht die Liga zu halten, was mehr als schwer wird.
Update zu meinen früheren Kommentaren: „Die Null muss stehen!“ Das ist lt. Trainerikone H. Stevens eine Binsenwahrheit!
Wenn das nicht gelingt, ist das Spiel verloren, so traurig es ist. Sonst hilft nur noch ein Elfmeter wie gegen Eintracht Braunschweig. Da hilft auch kein Schönreden über die Bemühungen der Mannschaft im Spielverlauf. Es reicht einfach nicht. Lt. Sky-Kommentator sagt eine Statistik aus, dass die Preussen im Saisonverlauf i. S. Passquote den letzten Platz in der 2. Liga einnehmen! Da hilft auch kein vergebliches Bemühen durch aufopferungsvolles Spiel über die gesamte Spielzeit. Die Mannschaft kann dann Stunden spielen und erzielt kein Tor. So einfach ist das. Fazit: Wenn es nicht gelingt, die Schlafmützigkeit in der Abwehr abzustellen, landen sie am 34. Spieltag auf Platz 17 der Tabelle! Bezeichnend ist doch ein Vergleich: Der Kopfball von Dawid Kownacki zum 1:0 für Düsseldorf ging stramm wie ein Schuss in die Maschen des Preussentores. Die Torschussversuche der Preussen waren fast „Kullerbälle“ auf das Fortunentor oder gingen, man schaue genau hin: In’s Seitenaus an der Eckfahne! Da fällt einem langsam nichts mehr ein!!! Was trainieren die Preussen denn unter der Woche? Letzter Aufruf: „Die Null muss stehen!“
Preußen kommt doch fast immer aus einer vermeintlich stabilen Abwehr. Teils mit langen Bällen weil man inzwischen viel zu ängstlich ist Fußball zu spielen. Die unterirdische Passquote hängt doch auch damit zusammen, dass es viel zu selten gute Anspielstationen gibt. Der Ball wird gespielt und dann bleibt man stehen und wartet was der andere wohl macht statt sich sofort wieder an zu bieten. Das hat die Mannschaft früher viel besser gemacht. Da ist es doch für mich äußerst erstaunlich, dass ein so schneller und technisch ordentlicher Spieler wie Grodowski nicht gut genug für Preußen war. Was der Wert sein kann konnte man doch in dem Pokalspiel sehen, bei dem er einer der Besten auf dem Platz war. Ich bin heute noch ganz sicher, dass es nicht nur das Sportliche war, das zur Trennung geführt hat. Ich denke, da gab es weitere und interne Gründe. Schade, weil wir so einen Spieler mehr als gut brauchen könnten.