„Stadionwirte“: Preußen Münster wechselt den Stadion-Caterer
Das Catering im LVM-Preußenstadion wird ab der kommenden Saison von einem neuen Partner durchgeführt. Den Zuschlag erhielt ein Unternehmerduo aus Meppen, das unter anderem seit mehr als 20 Jahren beim VfL Osnabrück das Catering betreut. Wie es beim Getränkelieferanten aussieht, ist indes noch nicht bekannt.
Partner für das Catering ist die Eiken & Grosch Stadioncatering GbR aus Meppen. Die beiden Inhaber Holger Eiken und Guido Grosch haben dazu eigens die „Stadionwirte eGbR“ gegründet, die den Job in Münster übernehmen wird. Eiken und Grosch sind derzeit beim SV Meppen und seit 2003 beim VfL Osnabrück als Caterer tätig – in Osnabrück wurde zuletzt im Sommer 2024 der Vertrag „langfristig“ verlängert.
Mit dem Wechsel zu den „Stadionwirten“ ist allerdings auch klar: Axel Bröker und sein Team sind vorerst raus. „Axel begleitet uns seit mehr als zwei Jahrzehnten auf unserem Weg. Eine Zeit, die unglaublich prägende Momente bereitgehalten hat. Mit seinem Engagement und seiner Leidenschaft als echter Preuße war Axel, gemeinsam mit seinem Team, immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde – und hat, obwohl die Catering-Bedingungen nicht immer einfach waren, stets Herzblut investiert“, wird Geschäftsführer Philipp Deipenbrock dazu zitiert. Der Klub hält Bröker wohl auch deswegen eine Tür offen: „Diese Entscheidung zu treffen, ist uns nicht leicht gefallen, ist aber das Ergebnis des umfangreichen Vergabeprozesses, von dem wir überzeugt sind. Dennoch hoffen wir sehr, auch künftig auf anderer Ebene mit Axel zusammenzuarbeiten.“
Natürlich ging es bei der Ausschreibung auch um wirtschaftliche Fragen. Der Club erhält künftig eine nach Umsatz gestaffelte Provision für jeden verkauften Artikel im LVM-Preußenstadion. Wie der Klub schreibt, werden die Einnahmen aus dem Catering nach Ticketing, Sponsoring und TV-Geldern die viertgrößte Ertragssäule des Clubs bilden. Und das sogar noch vor dem Bereich Merchandise, der zumindest derzeit noch darunter rangiert. Einbezogen sind im Bereich Catering natürlich schon die Einnahmen, die ab der kommenden Saison mit Inbetriebnahme der neuen Ostkurve und der auf rund 14.000 Zuschauer wachsenden Stadionkapazität anfallen werden.
Wie es beim SC Preußen heißt, sei eine „Vielzahl exzellenter Angebote“ während des Verfahrens eingegangen – Eiken und Grosch hätten mit einem „inhaltlich vollends überzeugenden Konzept in Verbindung mit sehr attraktiven wirtschaftlichen Konditionen“ überzeugt.
Nur noch bargeldlos
Der neue Caterer sprach schon über eine „beeindruckende Kiosk-Infrastruktur“ – und genau deren technische Voraussetzungen sorgen jetzt dafür, dass das Preußenstadion bargeldlos wird – auch wenn das nicht bei allen Fans gut ankommen wird. Die Abwicklung ohne Scheine und Münzen dürfte aber die Abwicklung beschleunigen. Alle Kioske im Stadion werden also mit bargeldlosen Kassen ausgestattet sein. Neben den gängigen Bezahlarten wie EC- oder Kreditkarte können Stadionbesucher immerhin Bargeld auf eine Stadionbezahlkarte aufladen und diese am Kiosk verwenden. Bisher galt im Stadion noch immer eine leicht abweichende Regel.
Die Kiosk-Struktur im Stadion
Die Zeiten von ein paar Bretterbuden im Stadion sind längst vorbei. Spätestens mit der Eröffnung der Kioske unter der Westtribüne wird sichtbar, wie sich die Versorgung verändern wird. Weit mehr als ein Dutzend Verkaufsstände stehen demnächst im Stadion zur Verfügung – fünf davon direkt unterhalb der Ränge im Westen – zwei Getränke-/Essensstände für die Gäste, zwei solcher gemischter für die Heimfans sowie ein reiner Getränkekiosk für den Heimbereich. Auf der Gegengerade stehen vier Verkaufsstellen in Block K und L zur Verfügung, zwei weitere hinter der Haupttribüne. Der Klub denkt darüberhinaus über zwei Bierwagen im Bereich des Haupteingangs nach.
Zur kommenden Saison werden in der Osttribüne weitere vier Kioske eröffnen: Ein reiner Getränke-Kiosk, ein großer Doppelkiosk für Speisen und Getränke und ein normaler Kiosk, ebenfalls gemischt. Zusätzlich soll noch ein Sonderkiosk für beispielsweise Eis oder Popcorn entstehen. Weitere mobile Verkaufseinheiten will der SC Preußen hier je nach Bedarf anbieten – da werden Erfahrungswerte der ersten Spiele mit Zuschauern auf der Ost einbezogen werden. Grundsätzlich gilt: Die Auswahl an Speisen wird sich wohl auch verändern – sie wird größer werden und sich saisonal verändern.
Getränkelieferant
Und wer wird neuer Getränkelieferant? Bleibt es Warsteiner? Die Frage nach dem Bier ist die eine große Frage bei allen Fans – und letztlich dürfte sie wenig Einfluss haben. Die einen werden schimpfen, die anderen nicht. Die Hälfte der Zuschauer würde nach dem zweiten Bier oder in einer Blindverkostung ohnehin nicht einmal den Unterschied zwischen Beck’s und Warsteiner erkennen. Bier ist eine Glaubensfrage, weniger eine Geschmacksfrage.
Die „Westfälischen Nachrichten“ warfen am Dienstag mehr oder weniger die Namen aller großen Brauereien hin – Krombacher, Beck’s, Bitburger, Veltins… Irgendeiner wird’s werden, aber sicher nicht ein Anbieter wie Pinkus. Vermutlich wäre das für lokalere Unternehmen wirtschaftlich kaum zu stemmen und einfach auch zu teuer.
Letztlich dürfte ohnehin spannender sein, ob oder wie sich die Preise verändern werden.


Neben dem Pils gibt es in vielen Stadion auch zusätzlich ein örtliches Bier, wie bei uns Finne oder Pinkus. In Düsseldorf gibt es zB. Alt, in Leverkusen und Köln gibt es Kölsch