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„Rheinische Post“ nennt Preußen „beschränkt“ und „provinziell“

„Rheinische Post“ nennt Preußen „beschränkt“ und „provinziell“
Daniel Thioune beim Spiel in Münster.

Manchmal staunt man über Journalisten und Medien. Die „Rheinische Post“ hat jetzt einen Kommentar des Chefreporter Sport, Gianni Costa, veröffentlicht, in dem er die „Macher im Fußball“ (und gemeint sind die des SCP) „beschränkt“ nennt – und dann auch gleich den gesamten SC Preußen Münster „provinziell“ und seine Fans herablassend „brav“. Warum? Es geht um die 5-Euro-Karten für das eigentlich kostenlose Spiel bei Fortuna Düsseldorf, das Teil der Aktion „Fortuna für alle“ ist. Der drastische Tonfall verwundert. Ein Kommentar.

Das Thema ist simpel: Der SC Preußen Münster hat seinen Fans jeweils fünf Euro für ein Ticket in Düsseldorf berechnet. Mit den Kosten sollen beim SCP verschiedene Aufwände und Ziele verfolgt werden. Zum einen soll es darum gehen, die „no show rate“ zu minimieren, also Tickets, die einfach verfallen, weil ihre Inhaber gar nicht zum Spiel erscheinen. Mit fünf Euro, so der Gedanke, könne man das verhindern. Zur Erinnerung: Die rund 5.200 Tickets waren beim SC Preußen binnen zehn Minuten vergeben – das Interesse ist also groß und es wäre schade, blieben am Ende doch hunderte Tickets (und damit Plätze) leer. Man kann das mit gutem Willen nachvollziehen. Auch der SV Darmstadt und der SV Elversberg hatten bei diesem „Kostenlos-Spiel“ in Düsseldorf eine ähnliche Idee, kassierten aber jeweils nur einen Euro pro Ticket.

Außerdem wolle der SCP auch Kosten refinanzieren, die beim Gelsenkirchen-Spiel anfielen. Der SCP hatte dort wegen des Streiks aus eigener Tasche Busse gestellt und bezahlt und sich zudem an den Shuttle-Verkehren in Gelsenkirchen beteiligt. Kosten, die nicht einkalkuliert waren. Alles in allem fiel eine Summe im unteren fünfstelligen Bereich an, die von den Einnahmen der Düsseldorf-Partie so gerade gedeckt werden konnten.

Kritik zulässig, aber…

Grundsätzlich: Man kann das Vorgehen des SC Preußen durchaus ärgerlich finden (hier selbst wurde die Aktion kritisch hinterfragt). Ob die so generierten rund 25.600 Euro angesichts eines Zweitliga-Etats aber ernsthaft eine „stattliche Summe“ seien, wie Costa behauptet, sei einmal dahingestellt. Alleine das TV-Geld für den SCP beläuft sich in diesem Jahr auf fast acht Millionen Euro. 25.600 Euro davon sind 0,32 Prozent – fürwahr stattlich… Vielleicht baut sich der Vorstand eine Villa davon oder kauft eine Klubyacht?

Also: Gerade weil die Summe das Gegenteil von „stattlich“ ist, kann man fragen, warum der SCP sich (und damit den Fans) das nicht einfach geschenkt hat. Das wäre der eigentliche Ansatz.

Oder man formuliert eine Wutschrift, wie es nun der RP-Chefreporter Sport tut. Ihm missfällt das Vorgehen der Preußen so sehr, dass er das Verhalten des Klubs „durch und durch provinziell“ nennt und den SC Preußen beispielhaft für die „Raffgier“ im Profifußball nennt. Und dass sich in Münster im Grunde gar keine Kritik an dem Vorgehen regte, schiebt er den Fans des SCP auch noch in die Schuhe – so „brav erzogen“ seien die Fans, dass sich nicht einmal ein „Boykott“ anbot. Herablassung und Arroganz trieft aus jeder Zeile. „Jedenfalls fanden es die allermeisten Anhänger überhaupt nicht problematisch, Geld für den Trip in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt zu zahlen“, formuliert Costa – und witzigerweise ist genau das der Punkt: Ja, die allermeisten Preußen finden es tatsächlich in Ordnung, nur fünf Euro für ein Zweitligaspiel zu bezahlen, das sonst in anderen Stadien auch gerne mal 40 Euro oder mehr kostet.

Keine Herzensgüte

Und wenn man über „Raffgier“ wettert, könnte man besser mal grundsätzlich über Ticketpreise sprechen, oder? Und vielleicht müsste man dann daran erinnern, dass Fortuna Düsseldorf die Tickets nicht aus Herzensgüte kostenlos verschenkt, sondern sich die Aktion bis auf den letzten Platz von Sponsoren bezahlen lässt und so mutmaßlich sogar mehr verdient, als wenn Klubs wie Elversberg oder Darmstadt oder Münster ganz regulär in Düsseldorf aufliefen.

Dass Costa eine angeblich „fehlende Infrastruktur im Digitalen“ bemüht, die es zu einer „Mars-Mission“ mache, ein paar Tickets zu verteilen, ist fast vernachlässigenswert. Preußens Partner Eventim als Dienstleister ist im Profifußball sicher kein Paradiesvogel – und die anfallenden Kosten sind ja überhaupt erst durch diese digitale Infrastruktur entstanden. Für die übrigens Aufwände beim SCP und anderen Klubs anfallen. Geschenkt.

Costa schließt mit seiner Behauptung, Münsters Vorgehen sei eine „Respektlosigkeit den Machern von Fortuna Düsseldorf“ gegenüber. Warum? Völlig unklar. Die Macher in Düsseldorf haben ja ihr Geld und wie Gastvereine das verarbeiten, ist deren Sache, wie es bei Fortuna selbst heißt. Die Kommentare unter dem Text fallen aber erwartungsgemäß aus. Ein Nutzer schlug ernsthaft vor, den Preußenfans die Tickets wegzunehmen, um sie Düsseldorfer Fans zu schenken. Um Costa zu zitieren: „Absurder wird es nicht mehr.“

Anders gesagt: Soll sich doch der Düsseldorfer Chefredakteur Sport am SC Preußen Münster abarbeiten. Hier war und ist das alles kein Thema, auch weil es von Beginn an exakt so kommuniziert war. Und auch Fortuna-Chefcoach Danie Thioune meinte während der Spieltagspressekonferenz, die Preußenfans hätten ja die Wahl gehabt, so ein Ticket zu kaufen. Diese Wahl fiel sehr deutlich aus.

Für die „Rheinische Post“ und ihren Chefreporter ist der Aufsteiger SC Preußen offenbar zu piefig und dann ist es leicht, nach unten zu treten.

5 thoughts on “„Rheinische Post“ nennt Preußen „beschränkt“ und „provinziell“

  1. Natürlich ist für eine Weltstadt wie Düsseldorf, einen Verein wie Fortuna, der sich eher in der Champions League sieht, zumindest aber in Liga 1 und stattdessen auf Platz 10 in der zweiten Liga steht, 9 Plätze hinter dem großen Rivalen aus Köln, und einer Zeitung wie der ERPE Münster und der SCP Provinz. Sonst wäre das Spiel gegen uns auch nicht Teil der „Fortuna für alle Kampagne“ geworden. Einer Kampagne, bei der Spiele von Sponsoren gekauft werden, damit Fortuna mal das Stadion voll kriegt. Diesen Verein interessiert doch außerhalb von Düsseldorf kein Mensch.

    Und trotzdem spielen wir in der gleichen Liga 🙂 und das schönste wäre es, morgen wie schon im Hinspiel zu gewinnen 🙂 🙂 🙂

    1. Das zeigt das es eigentlich zutrifft das Münster Provinz ist ,wenn ich diesen bescheuerten Kommentar lese.Sie haben null von Fortuna für Alle verstanden ,wie es scheint auch der Verfasser d
      von diesem Artikel. Denn Fortuna für Alle ist auch ein soziales Projekt und Karten werden an Jugendhilfeeinrichtungen Behintertenverbände und Obdachlosen Hilfe Orgas sowie an Familien mit Kindern verschenkt. Aber Hauptsache gegen Düsseldof bashen und keine Ahnung haben 🤦🏽

      1. Textverständnis ist so eine Sache… wenn man nicht mal in der Lage ist, den Adressaten des Kommentars richtig zuzuordnen – die Kritik richtet sich an die „Rheinische Post“, wie man eigentlich sehr gut erkennen könnte. Düsseldorf selbst ist gar nicht Thema. Ich empfehle immer, einmal durchzuatmen, ehe man sich künstlich über die falschen Dinge aufregt.

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