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„Münster und die Preußen“: Premiere der WDR-Doku über Preußen Münster

„Münster und die Preußen“: Premiere der WDR-Doku über Preußen Münster
Applaus nach der Premiere der WDR-Doku im Schlosstheater. Auf dem Bild ein Teil der TV-Crew und viele der Protagonisten.

Es gab Zeiten, in denen der WDR lieber einen weiten Bogen um Münster und insbesondere den SC Preußen Münster machte. Das Verhältnis war nicht immer von großer Liebe getragen, aber das ist Schnee von gestern. Jetzt, heute, hat der WDR dem SC Preußen 45 Minuten gewidmet – am Freitagabend um 20.15 Uhr läuft der Film „Münster und die Preußen“ im WDR-Fernsehen. Ab Mittwoch gibt es die Doku bereits in der Mediathek – und am Dienstagabend gab es eine knackige Premierenvorführung im Schlosstheater. Achtung: Spoiler!

Soviel TV-Kritik soll hier möglich sein: Regisseurin Emilia Reckenfelderbäumer hat mit der Crew von der eitelsonnenschein Filmproduktion aus Köln ein nettes Porträt des SCP gezeichnet. Im Mittelpunkt stehen sechs Protagonisten, die jeweils über ihre ganz eigene Beziehung zu den Preußen erzählen. Da ist unter anderem Lambert Scheer, gebürtiger Münsteraner, und außerdem Verlagsleiter und Geschäftsführer des Coppenrath Verlags. Da ist auch Bildhauer und Steinmetz Oliver Mertens aus Laer, dessen Adler-Skulpturen aus Sandstein durchaus bekannt sind. Oder auch Vertreter von Fanclubs oder Trauerrednerin Claudia Brannekemper. Eine recht bunte Mischung.

Premiere der WDR-Doku im Schlosstheater.

Subjektiv

Naturgemäß fällt das Bild, das die Doku zeichnet, sehr subjektiv, sehr persönlich aus. Es geht um Fans, weniger um den Klub, also den SCP. Die ausgewählten Preußen bringen ihre ganz eigenen Geschichten ein und stehen damit stellvertretend für viele andere Fans, die den Sportclub von 1906. begleite. Und in dieser Hinsicht ist es eine ganz nette Abwechslung, einmal nicht die erwartbaren und oft viel bekannteren Gesichter zu sehen.

Das führt in der Doku allerdings auch zu unerwarteten Verbindungen. Comedienne Lisa Feller lebt in Münster, hat aber eigentlich keine besondere (oder wenigstens bekannte) Beziehung zum SCP. Und ob Sängerin Ute Lemper je auch nur eine Minute eines Preußenspiels gesehen hat, wäre auch noch zu klären. Als Erzählerin aus dem „Off“ führt die gebürtige Münsteranerin allerdings ganz entspannt durch die Doku. Ganz bewusst, so Redakteur Adrian Lehnigk, habe man sich für eine weibliche Stimme entschieden – jemand wie Götz Alsmann stand also nicht zur Debatte.

Schön vom Team, Max Schulze Niehues und Ex-Präsident Christoph Strässer (letzterer fast mit einer kleinen Gesangseinlage) einzubinden. Beide stellen die konkrete Verbindung mit dem Verein her.

Max Schulze Niehues und Ole Kittner am Dienstag vor dem Schlosstheater.

Geplant fürs WDR-Publikum

Während die Doku stichprobenartig dem SC Preußen nachspürt, entsteht ein Bild des SC Preußen, das für ein WDR-Publikum einen Zugang ermöglicht. Für viele andere fehlt wohl dieser gewisse „Kick“, dieses Gefühl, das andere Dokus ausstrahlen – vor allem die von Münster4Life. Um „Münster und die Preußen“ geht es nicht unbedingt in erster Linie, eher um „Menschen und die Preußen“. Die schwierigen Zeiten, die vielen dürren Jahre, das Neu-Erwachen der Leidenschaft in den vergangenen fünf, sechs Jahren oder seit 2020 – all das fehlt und findet in der Doku keinen Platz. Zeit für ein differenziertes Bild bleibt nicht und vermutlich kann eine Doku für ein breiteres TV-Publikum so etwas auch gar nicht leisten.

Wer sich ein bisschen von Erwartungen oder Annahmen löst und sich darauf einlässt, fühlt sich über 45 Minuten gut unterhalten. Das bewies am Dienstag dann auch der Applaus im Schlosstheater. Dass die Preußen zur besten Sendezeit einen Platz bekommen, ist ja auch schön für den Klub und das Umfeld. Und der SCP reiht sich nun in eine ganze Reihe von Klubs ein, die bereits Bestandteil der Serie waren: BVB, Schalke, Bochum, Leverkusen, Duisburg, Düsseldorf …

Hintergrund

Mit der Serie „Meine Heimat. Mein Verein“ will der WDR im Rahmen der Heimatflimmern-Reihe von Menschen erzählen, die den Verein begleiten. Die aktuelle Folge mit dem SCP ist Teil der dritten Staffel.

Meine Heimat. Mein Verein. Münster und die Preußen
Ein Film von Emilia Reckenfelderbäumer, erzählt von Ute Lemper
07. August 2026, 20:15-21:00 Uhr, WDR Fernsehen
In der ARD Mediathek ab 05.08.2026

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