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„Ich habe Fehler gemacht“: Der Fall Lorenz wird beigelegt

„Ich habe Fehler gemacht“: Der Fall Lorenz wird beigelegt
Trainingsauftakt beim SC Preußen Münster am 23. Juni 2025. Marc Lorenz.

Zum öffentlichen Showdown vor dem Arbeitsgericht kommt es nicht mehr. Im zweiten Anlauf haben sich der SC Preußen Münster und der Ex-Kapitän Marc Lorenz noch vor der eigentlich geplanten Verhandlung am Freitag geeinigt. Das verdient ein paar Worte.

Die Mitteilung, die der Sportclub am Donnerstag verschickte, ist nur kurz, drei Absätze lang. Man habe sich vor dem Arbeitsgericht geeinigt – und damit entfällt das öffentliche und offizielle Treffen am Freitag. Diesen Vergleich hätte Marc Lorenz auch schon früher haben können, doch im ersten Anlauf ließ der Spieler selbst ihn kurz vor Fristende platzen.

Die detaillierte Auseinandersetzung vor Gericht bleibt allen Beteiligten jetzt erspart. Interessant ist dabei das zwischen den Anwälten abgestimmte Zitat von Marc Lorenz, das der SC Preußen mitschickte. „Ich habe Fehler gemacht und Menschen enttäuscht, was ich zutiefst bereue. Preußen und seine Fans sind ein bedeutender Teil meines Lebens. Ich habe mich niemals absichtlich gegen den Verein gestellt. Es fiel mir eine Zeit lang aus meiner Situation heraus schwer, Hilfsangebote anzunehmen. Umso dankbarer bin ich, dass wir nun zu einer Einigung gekommen sind.“ So steht es da nun. Und damit wird auch ein bisschen offensichtlicher, was zuvor gerade von Lorenz stets vehement verneint wurde.

Kündigung vor sechs Monaten

Die Vorgeschichte: Vor sechs Monaten hatte der SCP seinen Kapitän und Aufstiegsheld Marc Lorenz fristlos gekündigt und zugleich rechtliche Schritte angekündigt. Eher vage sprach der SCP damals von „Unregelmäßigkeiten“ im Zusammenhang mit Spendengeldern. Weitere Aussagen dazu gab es auf Seite der Preußen nicht – wofür der Klub zunächst durchaus Kritik einstecken musste. Kein Wunder, gehörte Lorenz doch zu den Publikumslieblingen der Adler. Und Lorenz selbst machte es damals auch nicht besser, weil er sämtliche Vorwürfe als unbegründet und haltlos abwies.

Dass er nun öffentlich über eigene Fehler spricht und auch „Hilfsangebote“ erwähnt, die er nicht angenommen habe, dürfte mehr über den Fall sagen, als das bisher öffentlich bekannt war. In jedem Fall klärt sich damit das Vorgehen der Preußen deutlich mehr.

Spannend ist auch, was eben nicht in der kurzen Preußen-Mitteilung steht. Ein paar freundliche oder ermutigende Worte der Preußen in Richtung Marc Lorenz. Der Ex-Kapitän wird im Halbsatz als „langjähriger und verdienter Spieler“ bezeichnet, aber weitergehende Wünsche oder Floskeln finden sich nicht. Es ist eine eher einseitige Erklärung geworden. Und damit wird es nun auch bleiben, denn „beide Seiten verzichten auf weitergehende Erklärungen“. Thema abhaken, heißt das.

„Integrität des Clubs und seiner Werte“

Und so ist es auch gut. Die Ursachen der ganzen Geschichte sind Privatsache – aber eine, die auch auf den SC Preußen Münster abgefärbt hätte. „Der SC Preußen Münster begrüßt die Einigung. Sie basiert auf der uneingeschränkten Verantwortung für die Integrität des Clubs und seiner Werte“, so der Fingerzeig darauf in der Mitteilung, „sowie auf einem angemessenen Umgang mit dem […] Spieler“.

Zur Geschichte gehört noch eine Seite: Marc Lorenz hätte einen würdigeren Abschied vom SC Preußen Münster (und mutmaßlich von seiner Karriere) verdient. Er übernahm nach seiner Rückkehr zum SCP Verantwortung, eckte sicher intern hier und da mal an. Aber er wurde eben auch schnell eines der prägenden Gesichter der Mannschaft. Sein sportlicher Wert und Beitrag für die sensationelle Rückkehr der Preußen in die 2. Bundesliga ist unstrittig und wird sicher dauerhaft im Gedächtnis bleiben. Mit etwas mehr Abstand wird dann dieser positive Blick überwiegen. Es gab schon andere Spieler und Auseinandersetzungen (beispielsweise Marco Antwerpen oder Carsten Gockel), die für Unruhe sorgten, am Ende aber vergessen und vergeben sind. Zeit heilt eben alles, oder?

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