Flutlicht-Spektakel im Preußenstadion: Comeback des SC Preußen Münster
Es gibt so Spiele, die man nur schwer einordnen kann. Auf dem Papier war es der 6. Spieltag der 3. Liga, Preußen Münster gegen den 1. FC Saarbrücken. Drittligakost eben. Aber was dann kurz vor 21 Uhr an der Hammer Straße vollendet wurde, war nichts weniger als ein Spektakel. Und gerecht ging es dann auch noch zu, denn beide Mannschaften trennten sich 3:3.
Und um das Spiel in Kürze zusammenzufassen: In der ersten Halbzeit musste man damit rechnen, einen Totalzusammenbruch des SC Preußen zu erleben. Was Saarbrücken in den ersten 15, 20 Minuten ablieferte, war eine Demonstration, ein Klassenunterschied. Den Preußen flogen die Bälle nur so um die Ohren, nichts lief zusammen, das war Chaos und Überforderung pur.
Und es half auch nicht, dass ein erneuter Torwartfehler wieder ein frühes Gegentor ermöglichte – Behrens unkontrollierte Faustabwehr direkt vor die Füße von Staff, der nur noch einschieben musste. Und nach 19 Minuten drehte Owusu dem gesamten SCP mehrere Locken in die Füße, ließ die Abwehr der Preußen stehen wie eine Thekenmannschaft und traf dann auch noch via Innenpfosten zum 2:0. Ungefähr 5:0 Ecken zählte der FCS zu diesem Zeitpunkt schon, es war abenteuerlich.
Kurzer Anschluss
Münsters erster sinnvoller Angriff führte überraschend zum 1:2, Makridis durfte da zentral völlig allein einköpfen – Vorarbeit von Kolbe. Das schien kurz Mut zu geben, aber Saarbrücken schraubte sofort wieder am Tempo. Und nach 29 Minuten war es der heftig ausgepfiffene Florian Pick, der zum 3:1 traf. Zehn Torschüsse für die Gäste nach einer halben Stunde…

Einmal noch war der SCP nah dran am Tor: Althaus setzte sich einmal gut in Szene und hob den Ball dann mit Unterstützung der Saarbrücker Abwehr an die Torlatte. Es blieb aber beim 1:3 zur Pause und alles sah nach einem ganz schlimmen Abend aus.
Keine Wechsel zur Pause
Thomas Wörle ließ die überforderte Elf der ersten Halbzeit unverändert auf dem Platz. Und die kam sichtlich engagierter, klarer aus der Kabine. Ja, Saarbrücken spielte noch immer einen starken Ball, aber jetzt wehrte sich der SCP endlich.
Und belohnte sich nach 57 Minuten mit dem 2:3 durch einen Kopfball von Lucas Zeller. Das brachte endlich etwas Stimmung ins mit fast 12.700 Fans gefüllte Stadion.
Und jetzt reagierte auch Wörle, brachte Higl und Ndikom ins Spiel – das war in der 61. Minute. Und vermutlich mit dem ersten Ballkontakt knallte Ndikom den Ball dann unter die Latte und ins Tor. Das 3:3 brachte das Stadion zum Toben. Was für eine Rückkehr!
War da was in der ersten Halbzeit? Jetzt setzte der SCP immer wieder nach, spielte nach vorn. Ein paar gute Ansätze waren da, aber so richtig zwingend wurde es nicht mehr.
Saarbrücken bekam in der Schlussphase, schon in der Nachspielzeit, noch zwei knallharte Chancen, aber scheiterte. Und so blieb es am Ende bei einem spektakulären 3:3, einem Spiel wie selten.

Spieldaten:
| Klub | Sp. | S | U | N | Tore | Verh. | P | |
| 1.) | MSV Duisburg | 6 | 5 | 0 | 1 | 15:6 | 9 | 15 |
| 2.) | RW Essen | 6 | 4 | 1 | 1 | 12:8 | 4 | 13 |
| 3.) | FC Viktoria Köln | 6 | 4 | 0 | 2 | 16:9 | 7 | 12 |
| 4.) | SC Preußen Münster | 6 | 3 | 2 | 1 | 12:11 | 1 | 11 |
| 5.) | FC Hansa Rostock | 6 | 3 | 2 | 1 | 14:14 | 0 | 11 |
| 6.) | 1. FC Saarbrücken | 6 | 3 | 1 | 2 | 17:11 | 6 | 10 |
| 7.) | TSG Hoffenheim II | 6 | 3 | 1 | 2 | 13:8 | 5 | 10 |
| 8.) | Fortuna Düsseldorf | 6 | 3 | 1 | 2 | 6:6 | 0 | 10 |
| 9.) | Alemannia Aachen | 6 | 2 | 2 | 2 | 10:8 | 2 | 8 |
| 10.) | FC Ingolstadt | 6 | 2 | 2 | 2 | 7:8 | -1 | 8 |
| 11.) | SG Sonnenhof Großaspach | 6 | 2 | 2 | 2 | 5:7 | -2 | 8 |
| 12.) | SV Waldhof Mannheim | 6 | 2 | 1 | 3 | 9:10 | -1 | 7 |
| 13.) | Würzburger Kickers | 6 | 2 | 1 | 3 | 10:13 | -3 | 7 |
| 14.) | SC Verl | 6 | 2 | 1 | 3 | 8:12 | -4 | 7 |
| 15.) | Fortuna Köln | 6 | 1 | 3 | 2 | 5:7 | -2 | 6 |
| 16.) | VfB Stuttgart II | 6 | 2 | 0 | 4 | 9:12 | -3 | 6 |
| 17.) | SV Meppen | 6 | 2 | 0 | 4 | 8:14 | -6 | 6 |
| 18.) | SV Wehen Wiesbaden | 6 | 1 | 2 | 3 | 4:9 | -5 | 5 |
| 19.) | TSV Havelse | 6 | 1 | 1 | 4 | 9:12 | -3 | 4 |
| 20.) | SSV Jahn Regensburg | 6 | 1 | 1 | 4 | 10:14 | -4 | 4 |
Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die 2. Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 3. Liga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga. Die Klubs auf den Plätzen 17 bis 20 steigen direkt in die Regionalliga ab.

