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Fehlerhaft und ideenlos zum 1:4 – Preußen Münster geht in Köln baden

Fehlerhaft und ideenlos zum 1:4 – Preußen Münster geht in Köln baden
Niederlage in Köln.

Schon im dritten Ligaspiel kassierte der SC Preußen Münster am Sonntagabend vor 5.264 Zuschauern seine erste Niederlage. Das 1:4 leitete der FC Viktoria Köln bereits ganz früh ein – mit zwei schnellen Toren gegen eine mehr als löchrige Abwehr der Preußen. Über 90 Minuten kam der SCP gegen spielfreudige Kölner nicht für einen Punkt in Frage.

Thomas Wörle musste im Sportpark Höhenberg etwas umbauen. Niklas Varelmann rückte ins Team, dafür sollte dann Charalambos Makridis etwas offensiver auftreten. Der Grund: Montell Ndikom fehlte unter der Woche krankheitsbedingt fast vollständig im Training, er blieb zunächst auf der Bank. Wie man dagegen fast schon erahnen konnte, fehlten Joshua Mees und Oscar Vilhelmsson ebenso wie weiterhin Marvin Schulz im Spieltagskader. Auch Neuzugang Romario Rösch wurde noch nicht berücksichtigt.

Rein ins Spiel: Das lief nicht einmal eine Minute, da verstolperte Lucas Zeller einen harmlosen Ball, musste dann den Gegenspieler unfair bremsen – Gelb. Kein sinnvoller Start für einen Defensivspieler… Auf dem Feld dagegen gehörten die ersten Minuten eher dem SCP als den Gastgeber. Ein Muster ohne Wert, denn Köln nutzte gleich die allererste Chance des Spiels für die eigene Führung: Nach sechs Minuten schob der gebürtige Sendener Niklas Castelle von der rechten Seite flach ins lange Eck. Ein Treffer aus dem Nichts, aber auch ganz schlecht verteidigt vom SCP, der damit erst einmal der Musik hinterherlief.

Jeder Schuss ein Treffer

Münsters Antwort? Ein schneller Vorstoß von Johansson, ein Dribbling im Strafraum, dann ein Abschluss, der zur – allerdings folgenlosen – Ecke führte. Es wurde sogar eine kleine Eckenserie, nach der die Bälle durchaus passabel ins Zentrum flogen, nur eben nicht ins Tor.

Aber: Einfache Steckpässe genügten am Sonntagabend, um die gesamte Deckung auszuheben. Perfekt ausgeführt nach 12 Minuten, als Köln links durchbrach. Ein Querpass von Castelle in die Mitte und David Otto musste aus wenigen Metern nur noch einschieben. Das 2:0 für Köln und das ging einfach schulbuchmäßig einfach. Münster vorgeführt und Köln machte aus zwei Chancen zwei Treffer.

Jubel nach dem 2:0.

Anschluss durch Higl

Und irgendwie war danach erst einmal der Zahn gezogen. Köln kombinierte jetzt mit schönem Selbstbewusstsein, Münster lief zunächst hinterher. Erweckte sich aber nach 20 Minuten mit einem schönen Ball in die Spitze wieder zum Leben. Felix Higl nahm am Ende Maß und traf flach ins rechte Eck. Das war der Anschluss und das sollte doch bitte Mut machen.

Das tat es auch, aber die nächste Chance gehörte trotzdem der Viktoria: Erneut war Castelle nicht zu stoppen, sein Abschluss verfehlte aber das Tor (26.). Ballverluste, leichte Fehler brachten den SCP immer wieder mal aus dem eigenen Fluss. Ein Muster, das schon in den ersten Saisonspielen zu erkennen war. Und wenn es gefährlich wurde, dann ging es auf die Kappe von Castelle und Otto. Chancen auf das 3:1 waren da, eine der besten vergab Castellenach 36 Minuten, als er schon an Zeller vorbei war, dann aber im Strafraum noch einmal abstoppte und so die Schusschance vergab. Münsters Defensive war da mit einfachen Steilpässen zu leicht auszuhebeln. Und überall da, wo Köln es mit einfachen Mitteln versucht, dauerte es beim SCP einfach zu lang: quer, hintenrum, nach außen, zurück. Und dann war es eben auch zu statisch.

Münsters Widerwillen, defensiv aufmerksam zu arbeiten, rächte sich dann noch vor der Pause. Nach 43 Minuten lag der Ball wieder im Tor, erneut war es David Otto, der von Münster Abwehr einfach nicht gestört wurde und dann per Kopf traf. Das ging alles viel zu einfach. Und mit dem 1:3 ging es dann in die Pause.

Wechsel zur Pause

Wörle reagierte, brachte Torge Paetow für den vorbelasteten und insgesamt auch eher schwachen Zeller. Auf dem Feld änderte das zunächst wenig. Köln eher leichtfüßig und direkt, Münster ohne klare Idee und fast immer zweiter Sieger in den Zweikämpfen. Die wenigen Versuche des SCP, den Gegner früh zu stellen, endeten meist nicht mit Ballbesitz, sondern mit schnellem Umschaltspiel der Gastgeber. Die Preußen dagegen fanden offensiv gar nicht mehr statt, die meiste Zeit baute der SCP hinten seine Mauern auf. Das war alles zu passiv. Und rätselhaft.

Chancen ergaben sich daher zunächst nicht. Stattdessen sammelte der SCP fleißig Gelbe Karten, die beim japanischen „Austausch-Schiedsrichter“ allerdings auch sehr locker saßen. Kölns erster Angriff der zweiten Hälfte nach 64 Minuten (!) hätte gut und gerne das 4:1 bringen können, wurde am Ende aber nach einem Offensivfoul abgepfiffen. Die Szene passte aber ins Bild: Köln spielte, Münster reagierte.

Ex-Trainer Alexander Ende hatte sich in Köln unter die Zuschauer gemischt – er verließ das Spiel nach 83 Minuten und hatte genug gesehen. Allzu große Wiedersehensfreude gab es bei den Preußenfans auf der Tribüne eher nicht …

Für Münsters beste Chance brauchte es 68 Minuten! Ein Fehler der Viktoria erlaubt dem SCP den Abschluss, der das Tor aber verfehlte. Da war deutlich mehr drin, aber der SCP spielte es eben nicht gut aus. Und auch die zweite, diesmal deutlich größere Chance vergab der SCP kläglich: Ganz allein steuerte Makridis auf den Kölner Keeper zu, setzte den Ball dann aber überhastet über das Tor. Ein Lupfer über den zurückeilenden Keeper oder wenigstens ein Querpass wären bessere Lösungen gewesen.

Die Youngsters sollten es dann richten: Leon Tasov und Marvin Schulz (für Johansson und Preißinger) kamen nach 75 Minuten ins Spiel. Noch ehe diese Wechsel greifen konnten, hatte der SCP richtig Glück, dass der Schiedsrichter gerade noch abpfiff, bevor der Ball zum 4:1 im Preußentor landete. Einen Freistoß gab es stattdessen für Viktoria – und kein Tor.

Einmal noch sorgte der SCP für Gefahr: Makridis zwang Keeper Arne Schulz nach 86 Minuten zur einzige Parade des Abends.

Ausgespielt

So verrann die Zeit. Eine Aufholjagd wie 2024 stand an diesem Sonntag zu keinem Zeitpunkt im Raum. Dafür war der SCP einfach zu schwach. Den Schlusspunkt setzte Köln dann nach 89 Minute. Wieder mit einfachsten Mitteln: Wieder ein langer Ball, ein Querpass in die Mitte und dort drückte Noah Maboulou den Ball zum 4:1 ins Tor.

Nach der Minuten Nachspielzeit wurde der SCP endlich erlöst. Er hinterließ aber einen Eindruck, der ernüchternd und alarmierend war.

Tabelle 3. Spieltag
KlubSp.SUNToreVerh.P
1.)MSV Duisburg330010:289
2.)FC Hansa Rostock321010:737
3.)TSG Hoffenheim II32019:456
4.)FC Viktoria Köln32019:726
5.)1. FC Saarbrücken32018:626
6.)SV Meppen32015:326
7.)FC Ingolstadt31205:325
8.)Würzburger Kickers31116:514
9.)SV Waldhof Mannheim31117:704
10.)Alemannia Aachen31115:504
11.)Fortuna Köln31113:304
12.)SC Preußen Münster31115:6-14
13.)RW Essen31113:5-24
14.)TSV Havelse31025:6-13
15.)SSV Jahn Regensburg31026:8-23
16.)VfB Stuttgart II31024:6-23
17.)Fortuna Düsseldorf31022:4-23
18.)SG Sonnenhof Großaspach31021:4-33
19.)SV Wehen Wiesbaden30121:7-61
20.)SC Verl30034:10-60

Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die 2. Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 3. Liga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga. Die Klubs auf den Plätzen 17 bis 20 steigen direkt in die Regionalliga ab.

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