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1:0 gegen Fortuna Köln: Das Preußen-Glück hat nur drei Wörter

1:0 gegen Fortuna Köln: Das Preußen-Glück hat nur drei Wörter
Jubel nach dem 1:0.

Zu Null. Gewonnen. Drei Wörter, die das gesamte Glück des SC Preußen Münster an diesem stürmischen Herbstnachmittag beschreiben. Und viel mehr Positives gibt es über dieses Spiel nicht zu sagen. Der Vortrag des SC Preußen war über 90 Minuten so weitgehend ideenlos und harmlos, dass schon zur Halbzeit die Pfiffe nicht mehr zu überhören waren. Aber in der Schlussphase machte „Babis“ Makridis mit einem ganz platzierten Kopfball zum 1:0-Heimsieg das Preußenstadion doch zur Partyzentrale.

Mit dem Heimsieg vor 13.182 Zuschauern schob sich der SCP zumindest temporär auf Platz 10 – aber mehr noch: Die Preußen legten mit dem 1:0-Sieg vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze zusätzlich ins Körbchen.

Ehe dieses Ergebnis feststand, war allerdings ganz, ganz viel Arbeit und ganz, ganz wenig Fußball. Trainer Thomas Wörle hatte wieder mehrfach gewechselt – wobei der Tausch im Tor sicher der bemerkenswerteste war. Nach zuletzt einigen Fehlern musste Morten Behrens auf die Bank, für ihn kam Matthis Harsmann wie zuletzt schon im Pokal zum Einsatz. Auch Kapitän Niko Koulis war wieder an Bord, ebenso Philipp Maier und Romario Rösch.

Hier leider kein Tor nach Althaus‘ artistischer Einlage.

Ganz wenig Chancen

Mit der Elf gingen die Preußen ins Spiel, das von Beginn an ereignisarm war, um das mal vorsichtig zu umschreiben. Zwischen den Strafräumen ging das so hin und her, Münster arbeitete phasenweise gut gegen den Ball, aber weder hier noch dort gab es irgendeine echte Chance. Ein Distanzschuss der Preußen flatterte deutlich am Fortuna-Tor vorbei. Nur einmal war es wirklich aufregend – allerdings für die Gäste: Maximilian Fischer traf aus rund 18 Metern nur den Pfosten! Dass die beste Chance der Partie den Gästen gehörte, sprach auch ein bisschen für die überschaubare Qualität des Preußen-Spiels. Und es belegte gleichzeitig, warum Kölns Offensive die erfolgloseste der 3. Liga ist.

Als Schiri Näther zur Pause pfiff, war das Pfeifkonzert dann nicht zu überhören.

Fortunas Drangphase

Nach dem Wechsel änderte sich zunächst wenig. Münster bemüht, aber ohne jede Wirkung. Und so nach etwa zehn Minuten spürte Köln, dass der SCP anfällig sein könnte – und das war der Startpfiff zu einer kleinen Drangphase der Gäste. Zuerst musste sich Harsmann richtig strecken, um einen satten Schuss von Kevin Krumme zu entschärfen. Und nur eine Minuten wieder landete Krummes Schuss knapp neben dem Pfosten. Das war so gefährlich, dass das Publikum sofort wieder mit Pfiffen reagierte.

Das kleine Zwischenhoch der Gäste war damit allerdings auch wieder beendet. Es dauerte bis zur 71. Minute, ehe Makridis sich über die linke Seite einsetzte und dann einen Abschluss Richtung Tor brachte, den Fortuna gerade noch entschärfte.

Spieldaten:

Wenige Minuten später brach sich dann Jubel Bahn: Mit einer ganz starken Hereingabe fand Lucas Zeller in der Mitte den völlig freien Makridis, der per Kopf zum 1:0 traf! Das war eine echte Erlösung nach 77 Minuten. Dass der eingewechselte Jannik Mause (früher u.a. Essen und Aachen) nur kurz nach dem Tor an Harsmann scheiterte, passte zum Verlauf.

Fast das 2:0

Noch besser hätte es gepasst, wenn Makridis nach 84 Minuten sogar zum 2:0 getroffen hätte. Das war vielleicht die schönste Szene des Spiels – und sie war eine Soloproduktion von Makridis. Der schnappte sich noch in der Hälfte des SCP den Ball, zog mit Tempo davon, ließ die Gegenspieler mit leichten Drehungen stehen – und hob den Ball dann auch noch perfekt über Keeper Lennart Winkler hinweg Richtung leeres Tor… aber leider brachte Krumme seinen Fuß gerade noch vor den Ball und verhinderte das sichere 0:2. Die größte Chance des Spiels abseits des Tores – und wieder war Makridis beteiligt.

Natürlich warf Fortuna am Ende alles nach vorn – was auch sonst? Aber eine echte Chance gab es trotz zahlreicher weiter Bälle nicht mehr. Was zu verteidigen war, verteidigte der SCP. Diesmal ging es gut, allerdings auch gegen die schwächste Offensive der gesamten Liga. Das war Münsters Glück an diesem Tag. Aber manchmal sind solche Spiele ja genau das, was eine verunsicherte Mannschaft benötigt.

Fußball war das nicht am Sonntag. Das war pure Arbeit, Knochenarbeit.

Tabelle 11. Spieltag
KlubSp.SUNToreVerh.P
1.)MSV Duisburg1181228:141425
2.)FC Viktoria Köln1172230:151523
3.)RW Essen1163219:13621
4.)1. FC Saarbrücken1152426:20617
5.)Alemannia Aachen1152417:17017
6.)FC Ingolstadt1152415:16-117
7.)SV Waldhof Mannheim1151520:17316
8.)TSG Hoffenheim II1151521:19216
9.)FC Hansa Rostock1144318:20-216
10.)SV Wehen Wiesbaden1143419:16315
11.)SC Preußen Münster1143419:21-215
12.)Fortuna Düsseldorf1143412:14-215
13.)SV Meppen1142516:17-114
14.)VfB Stuttgart II1142518:20-214
15.)SC Verl1133516:22-612
16.)SG Sonnenhof Großaspach1133513:25-1212
17.)Würzburger Kickers1132615:23-811
18.)SSV Jahn Regensburg1124520:20010
19.)Fortuna Köln112458:12-410
20.)TSV Havelse1123616:25-99

Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die 2. Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 3. Liga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga. Die Klubs auf den Plätzen 17 bis 20 steigen direkt in die Regionalliga ab.

One thought on “1:0 gegen Fortuna Köln: Das Preußen-Glück hat nur drei Wörter”

  1. „Knochenarbeit“ – korrekt!
    Ich habe noch nie so wenig Jubel gesehen. Und bin laaange dabei. Womöglich (ich schließe mich nicht aus), hatten viele Fans mit ambivalenten Gefühlen danach zu tun:
    1. Deutlicher Sieg, überzeugend:
    Hey, wir sind wieder da!
    2. Remis: Das Leiden geht weiter.
    3. Niederlage: Es muss sich JETZT was ändern.

    Es wurde ein nicht überzeugendes 1:0, sehr glücklich.

    Und nun?

    Carsten, Du hattest für Geduld geworben. Ich kann Deine Argumentation nachvollziehen. Ich bin nicht auf der anderen, „dunklen“ Seite der Revolutionären. Der reaktiven Seite.
    Doch:
    Ich kann nach 11 Spieltagen kein System erkennen, kein „Ding“, wo man sagt: Hey, 3-5 Spiele noch, dann kriegen wir das im neuen Team (ehrlich: Jedes Jahr ist immer neues Team, bei ALLEN Teams:)) hin. Meiner Meinung nach wird es so nicht reichen. Beim Aufstieg in die 2. BL war ich Querulant und Fantast. Im Frühjahr. Jetzt ist Oktober. Und hoffentlich wartet Preußen nicht bis Januar bzgl. wichtiger Korrekturen. Wie letztes Jahr.
    Heute Niederlage hätte perspektivisch mehr gebracht. (Sorry, mein Bauchgefühl). Jetzt heißt es nur „Zittern“; hoffen, dass wir genügend eklige, glückliche Punkte holen, damit wir das „Übergangsjahr“ (gern benutzter Begriff, von allen Fans, bei jedem Verein verhöhnter Inbegriff von inkompetentem, hilflosen Sportmanagement) schaffen, „drin bleiben“.

    Ganz provokant:
    Kittner raus, Niemeyer zurück.
    Wörle raus, Hildmann zurück.

    Heißt nicht: „Die sind doof“!!!
    Es geht mir um Professionelles Management-Know-how und „Feuer“, „Identifikation“… wobei Wörle es bzgl. Fan-Reinholen es gut macht; Alex Ende kann man da allerdings auch nicht unterbieten bzgl. Egozentrik und fehlendem Gespür für…eigentlich allem.

    Fazit eigentlich:

    Nichts bleibt beim Alten. Das Neue ist irgendwie alt. Die letzten 2 Jahre waren schön und dennoch hart.

    Ein Abstieg in die Regionalliga kaum erträglich. Aber realistisch nach heutigen Spiel.

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