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Arbeit, Krampf und Glück: Preußen Münster holt den ersten Heimsieg seit zehn Monaten

Arbeit, Krampf und Glück: Preußen Münster holt den ersten Heimsieg seit zehn Monaten
Preußen Münster - TSV Havelse 2:1. Die Mannschaft vor der Fiffi-Gerritzen-Kurve.

Am Ende, also etwa in der 87. Minute des Spiels Preußen Münster gegen den TSV Havelse, erlebten mehr als 12.000 Zuschauer einen ganz raren Augenblick. Das Kopfballtor von Lukas Zeller brachte das 2:1 und am Ende den Heimsieg. Es war der erste Heimsieg seit dem 31. Oktober 2025, also seit mehr als zehn Monaten. Damals war es ebenfalls ein 2:1, aber gegen Holstein Kiel und das in der 2. Bundesliga. Münster atmet kurz durch.

Von der 2. Bundesliga war das allerdings am Samstag ganz weit weg. Spielerisch bietet die 3. Liga den Preußenfans bisher nicht viel, der SC Preußen Münster tut sich unglaublich schwer – in vielen Szenen der Partie gegen Havelse konnte man sich an die jüngsten Auftritte in Köln oder in der zweiten Halbzeit gegen Ingolstadt erinnert fühlen. Wenig Bewegung, wenig Ideen; phasenweise spielte der SC Preußen gegen Havelse so penetrant immer wieder zum eigenen Torwart oder hintenrum, dass die Pfiffe aus dem Publikum schon deutlich hörbar wurden. Was Trainer Thomas Wörle am Ende einen „Sieg des Willens“ nannte, war zumindest zeitweise ziemliche Magerkost. Ist das nun dieser Entwicklungsprozess, den die Mannschaft durchlaufen muss? Oder ist das schon ein Fingerzeig für das spielerische Niveau, das der SCP in dieser Saison zeigen wird? Vermutlich wird man das irgendwann im November oder Dezember besser wissen. Für den Moment darf der SC Preußen einmal durchatmen, weil sich die Mannschaft zumindest mal wieder selbst mit drei Punkten daheim belohnte.

Dabei wollte Thomas Wörle den Auftritt in Köln nicht völlig ohne Reaktion hinnehmen. In der Startelf fanden sich Marvin Schulz (der Jüngere), Niklas Varelmann und Leon Tasov. Torge Paetow rückte für Lucas Zeller in die Mannschaft – auch eine Reaktion auf Zellers etwas durchwachsene Auftritte bisher. Dass Zeller dann nach 38 Minuten trotzdem ins Spiel kam, lag an der Verletzung von Niko Koulis, der mit dem Verdacht auf eine muskuläre Oberschenkelverletzung raus musste.

Die Preußen begannen ordentlich und zeigten, dass Köln ein Ausrutscher gewesen sein sollte. In den ersten zehn, 15 Minuten ging es nach vorn, Abschlüsse bekam der SCP durch Charalambos Makridis und Marvin Schulz. Das sah gut aus, die Preußen waren voll drin in der Partie.

Traumtor

Dass schon nach neun Minuten gejubelt werden durfte, lang an Antonio Tikvic. Der nahm aus mehr als 30 Metern einfach mal Maß und traf den Ball so perfekt, dass er rechts am Torpfosten einschlug. Da war vermutlich auch Havelses Keeper derart überrascht, dass er sich vergeblich streckte. Wenn dieser Treffer es nicht in die Auswahl zum „Tor des Monats“ schafft, dann läuft etwas falsch.

So nach 20, 25 Minuten war aber Münsters Schwung vorbei. jetzt wurde es zäh und zäher. Havelse bekam deutlich mehr Spielanteile, der SCP ließ sich ganz weit fallen, spielte hintenrum, immer wieder zu Morten Behrens. Das sorgte spürbar für Unruhe, aber die Preußen kamen aus dem Gefühl der Kontrolle aus der Anfangsphase nicht mehr raus. Und Havelse bekam dann auch direkt Szenen. Nach 32 Minuten hätte es schon 1:1 stehen müssen, aber Guiddir köpfte den Ball nach einer weiten Flanke am Tor vorbei. Das war ein erster Warnschuss.

Der zweite war dann drin, weil sich Torge Paetow bei einem ganz langen Abschlag des Havelser Keepers verschätzte und Guiddir ziehen ließ. Der steuerte dann aufs Preußentor zu und schob den Ball ins lange Eck. Ohne Gegentor geht es beim SCP einfach nicht… Das 1:1 zur Pause war unbefriedigend., auch wenn viele der Pfiffe eher dem Schiedsrichter galten, der eine fällige Preußen-Ecke nicht mehr ausführen ließ.

Spieldaten:

Bilder:

Nach dem Wechsel war es wieder ein etwas anderes Spiel. Münster über nahm die Kontrolle, aber um ehrlich zu sein: das war ergebnislos. Die Partie plätscherte eher unaufgeregt vor sich hin. Erst in der Schlussphase waren auch mal wieder Chancen zu verzeichnen.

Samuel Althaus hatte unverhofft die Chance zum 2:1, aber sein Schuss vom Elfmeterpunkt zischte über das Tor. Vielleicht noch besser war die Chance von Ryan Johansson, der nach 85 Minuten frei über links auf das Havelser Tor zusteuerte, dann aber den Ball nicht richtig auf den Schussfuß bekam – und so in letzter Sekunde gestoppt wurde. Da war mehr drin…

Einiges deutete auf eine enttäuschendes 1:1 hin, bis in der 87. Minute ein Freistoß in den Strafraum der Gastgeber segelte, aufprallte – und dann von Zeller über den Torwart hinweg zum 2:1 im Tor landete. Was für eine Erleichterung!

Es war die letzte Szene des Spiels, endlich wieder ein Heimsieg. Aber auch mit ganz viel Luft nach oben.

Tabelle 4. Spieltag
KlubSp.SUNToreVerh.P
1.)MSV Duisburg440012:3912
2.)1. FC Saarbrücken430114:779
3.)FC Hansa Rostock422011:838
4.)Alemannia Aachen42118:537
5.)SC Preußen Münster42117:707
6.)RW Essen42114:5-17
7.)TSG Hoffenheim II32019:456
8.)FC Viktoria Köln42029:816
9.)SV Meppen42026:9-36
10.)FC Ingolstadt41215:6-15
11.)Würzburger Kickers31116:514
12.)Fortuna Köln31113:304
13.)SV Waldhof Mannheim41127:8-14
14.)TSV Havelse41036:8-23
15.)VfB Stuttgart II31024:6-23
16.)Fortuna Düsseldorf31022:4-23
17.)SSV Jahn Regensburg41037:10-33
18.)SG Sonnenhof Großaspach31021:4-33
19.)SC Verl41035:10-53
20.)SV Wehen Wiesbaden40222:8-62

Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die 2. Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 3. Liga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga. Die Klubs auf den Plätzen 17 bis 20 steigen direkt in die Regionalliga ab.

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