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Regionalliga-Reform: Der Süden schießt quer

Regionalliga-Reform: Der Süden schießt quer
Symbolfoto: Über die Regionalliga wird weiter gestritten, eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Über Monate wurde die dringende Reform der Regionalliga-Struktur diskutiert, die möglichen Lösungen lagen auf dem Tisch. Am Montag konnten sich die beteiligten Verbände allerdings wieder einmal nicht einigen. Vor allem der Südwesten und Bayern stellten sich quer und verhinderten damit einen verbindlichen Weg. „Damit ist der Prozess der beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingesetzten Arbeitsgruppe beendet“, schreibt der Westdeutsche Fußball-Verband etwas ernüchtert.

Am Montagabend sollten sich die Träger der fünf Regionalligen West, Südwest, Bayern, Nord und Nordost auf ein zukunftsfähiges Modell einigen. Die Maßgabe war, dass sich alle fünf Träger für ein Modell entscheiden. Die Staffeln West (60,9 Prozent), Nord (61,5 Prozent) und Nordost (76,3 Prozent) stimmten jeweils mehrheitlich für das sogenannte Kompassmodell. Doch die Südwest-Staffel stimmte mit 93,1 Prozent für das „Regionenmodell“ und der Bayerische Fußballverband scherte völlig aus und stimmte dafür, „weitere Lösungsmodell“ zu erarbeiten. Also alles auf Anfang.

Das waren die Modelle:

  • Kompassmodell: Reduzierung von fünf auf vier Staffeln, deren Zusammensetzung jährlich neu z.B. auf Grundlage der Entfernungen KI-unterstützt gebildet werden.
  • Regionenmodell: Bildung von zwei Staffeln aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern. Die Regionalligen West und Südwest würden in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben.
  • Zwei-Phasen-Modell: Einfache Hinrunde in den bisherigen fünf Staffeln, danach Aufteilung der jeweiligen Top-Teams in eine viergleisige Aufstiegsrunde mit Blick auf Entfernungen; die Abstiegsrunden würden in den bisherigen fünf regionalen Strukturen ausgespielt.

Bayerns eigener Ansatz ist eine weitere Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams mit dann 5 Absteigern. Schwer vorstellbar, dass dieses Modell irgendwo Anklang findet, denn das würde die ohnehin angespannte 3. Liga weiter zerfasern und zu einer Abwertung des „Produkts“ führen. Die 3. Liga wurde ja bewusst als Profi-Unterbau zum DFL-Bereich installiert – und sollte jetzt nicht zu einem uneinheitlichen Sammelbecken werden.

In Bayern sah man das (Nicht-)Ergebnis nüchtern. „Dass es sowohl in ganz Deutschland als auch bei uns in Bayern nicht das eine Modell für die Lösung gibt, überrascht nicht. Das war genau so zu erwarten“, so BFV-Präsident Christoph Kern. Die AG, die sich mit der Reform der Spielklasse beschäftigt, hätte sich nach Kerns Ansicht „zwingend“ noch mehr Zeit lassen müssen, um eine Lösung zu finden, die von einer „überragenden Mehrheit“ der betroffenen Klubs mitgetragen würde. Dabei waren es streng genommen vor allem die Bayern, die ebene jene Mehrheit torpedierten.

Dass der Südwesten für das Regionenmodell stimmte, lag irgendwie auf der Hand – bei dieser Lösung würde die Regionalliga Südwest in der aktuelle Form bestehen bleiben… Die drei übrigen Staffeln waren die einzigen, die offenbar über den Tellerrand hinausschauten und bereit waren, sich von ihren bisherigen Strukturen teilweise zu lösen.

Ärger vor der Abstimmung

Vielleicht war auch der DFB selbst verantwortlich dafür, dass nun doch keine einheitliche Lösung gefunden wurde. Der DFB hatte sich auf das Kompassmodell festgelegt und dieses auch als Grundlage für die Abstimmung definiert. Ursprünglich geplant war dabei, vier Staffeln mit je 20 Klubs zu bilden. Das hätte zumindest ausreichend Chancen für alle Regionalligisten bedeutet. Doch kurz vor der Abstimmung wurde das Kompassmodell angepasst – auf jeweils 18 Teams pro Staffel bei vier Absteigern. „Viele Vereine haben sich über Monate intensiv mit dem Kompassmodell beschäftigt und ihre Positionen auf Basis der ursprünglich vorgestellten Inhalte entwickelt. Wenn wenige Tage vor einer entscheidenden Abstimmung zentrale Bestandteile des Modells verändert werden, ist das weder transparent noch vertrauensbildend“, schrieb die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ anschließend.

Die Klubs hatten die Aufstockung auf 20 Vereine pro Staffel eigentlich alle bevorzugt, weil sie durch zusätzliche Spiele eine höhere Attraktivität gewinne.

Dass der DFB zudem eine Zustimmung aller Regionalliga-Staffeln zur Bedingung machte statt einer einfachen Mehrheit der beteiligten Klubs, stieß auch sauer auf. Die kurzfristige Änderung der Bedingungen kam nicht gut an. „Das Bündnis der Fanszenen Deutschland rief die Klubs zum Boykott auf, Hansa Rostock schloss sich dem an“, heißt es bei der Sportschau.

Die Neugliederung der Regionalliga sollte ab der Saison 2027/28 gelten. Wie es jetzt weitergeht, ist erst einmal offen.

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