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Dieter Hecking sieht „männlichen“ SC Preußen Münster

Dieter Hecking sieht „männlichen“ SC Preußen Münster
Trainer Dieter Hecking, Bochum vor dem Spiel auf Schalke im Spielertunnel. Foto: firo Sportfotografie

Es ist oft eine spannende Prosa, die von Trainern vor Fußballspielen gedichtet wird. Man lernt vieles über den Gegner, aber auch über sich selbst. Da macht Dieter Hecking, Trainer des VfL Bochum, keinen Unterschied. Wenn der SC Preußen Münster am Samstag zum ersten Punktspiel seit mehr als einem halben Jahrhundert „anne Castroper“ reist, dann wird er sich als „männlicher“ Klub vorstellen, der sehr „dominant“ auftrete. Na, dann …

Alles das hat mit der Frage zu tun, wer denn nun die ominöse Favoritenrolle inne haben wird. Münster als Zweitligist im zweiten Jahr und mit etwas mehr Ambitionen? Bochum als Bundesliga-Absteiger und über Jahrzehnte etablierter Profiklub? So richtig griffig ist es nicht. Dieter Hecking will sie nicht unbedingt haben, diese Favoritenrolle. „Wir sind nicht in der Situation, über eine Favoritenrolle zu sprechen. Das ist der Zweitliga-Alltag“, formulierte er im Vorgespräch.

Rauer Alltag

Und dieser Alltag ist für den VfL derzeit noch nicht ganz erfüllt. Der Saisonstart verlief – wenig überraschend – nicht völlig ideal. Drei Punkte, sechs Gegentore, zuletzt ein etwas unglückliches 1:2 auf Schalke. Da hatten sich viele in Bochum etwas mehr erhofft. Aber wie die Preußen auch hat Bochum derzeit etwas Pech mit Verletzungen. Gerade erwischte es Neuzugang Philipp Strompf (kam aus Ulm), er fällt aus. Es fehlen weiterhin Moritz-Broni Kwarteng, Ibrahima Sissoko, Erhan Masovic, Kacper Koscierski, Koyi Miyoshi und Mats Pannewig. Im Kader am Samstag werden daher einige U21-Kicker stehen.

Weil das alles keine perfekten Voraussetzungen sind, bat Hecking am Donnerstag schon einmal um Geduld und Unterstützung. „Wir werden viele junge Spieler auf dem Platz haben und gegen einen guten Gegner spielen. Umso wichtiger ist es, dass unsere Fans uns grenzenlos unterstützen. Das würde ich mir wünschen.“ Und dann werde die Mannschaft diese Unterstützung auch zurückzahlen.

Tabelle 3. Spieltag
KlubSp.SUNToreVerh.P
1.)MSV Duisburg330010:289
2.)FC Hansa Rostock321010:737
3.)TSG Hoffenheim II32019:456
4.)FC Viktoria Köln32019:726
5.)1. FC Saarbrücken32018:626
6.)SV Meppen32015:326
7.)FC Ingolstadt31205:325
8.)Würzburger Kickers31116:514
9.)SV Waldhof Mannheim31117:704
10.)Alemannia Aachen31115:504
11.)Fortuna Köln31113:304
12.)SC Preußen Münster31115:6-14
13.)RW Essen31113:5-24
14.)TSV Havelse31025:6-13
15.)SSV Jahn Regensburg31026:8-23
16.)VfB Stuttgart II31024:6-23
17.)Fortuna Düsseldorf31022:4-23
18.)SG Sonnenhof Großaspach31021:4-33
19.)SV Wehen Wiesbaden30121:7-61
20.)SC Verl30034:10-60

Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die 2. Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 3. Liga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga. Die Klubs auf den Plätzen 17 bis 20 steigen direkt in die Regionalliga ab.

Ganz anders die Lage in Münster. Mit dem 2:1-Sieg gegen Nürnberg verschaffte sich der SC Preußen schnell Luft in der Tabelle und stärkte auch den Glauben in die eigenen Fähigkeiten. In den „Westfälischen Nachrichten“ war sogar zu lesen, dass Neuzugang Paul Jaeckel „Bock darauf hätte, oben anzugreifen“. Worte, die etwas eigenartig selbstbewusst klingen.

Aber irgendwie findet sich Jaeckel ohne eigenes Zutun in der witzigen Situation, mit Dieter Hecking einer Meinung zu sein, was das Vertrauen in die eigene Stärke betrifft. Wie sagte doch Hecking? „Münsters Kernsystem ist die Raute im 4-4-2, das machen sie gut.  Es ist eine Mannschaft, die sehr männlich daherkommt.“

„Männlich“. Das ist eines dieser aus der Zeit gefallenen Wörter, die im Fußball immer noch gerne bemüht werden, um Härte auszustrahlen. Das ist allerdings ein ganz andere Debatte. Und Hecking fand noch andere Worte: „Sie haben ein sehr gutes Zweikampfverhalten und können sehr aggressiv spielen – mit hohem läuferischen Aufwand. Mit Ball versuchen sie, spielerische Lösungen zu finden. Da haben sie sich weiterentwickelt.“ Gerade gegen Hertha habe der SCP sehr dominant gespielt und sei ja ohnehin in der Offensive „sehr variabel“. Klingt fast wie eine Topmannschaft, oder? „Wir können uns auf einen guten Gegner freuen“, sagte Hecking.

Statistik
Immerhin 32 Punktspiele gab es zwischen beiden Klubs bereits – allerdings sämtlich vor 1971. Das war noch die alte Regionalliga West, der Vorläufer der heutigen 2. Liga. Die Bilanz fällt bescheiden aus: Nur acht Spiele gewann der SCP, 19 gingen verloren. Das letzte Pflichtspiel fand 2008 im DFB-Pokal statt, als der SCP als Viertligist erst im Elfmeterschießen unterlag. Ab 2012 gab es nur noch Testspiele, immerhin sechs Stück.

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