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Polizei Münster schreibt flehenden Brief

Polizei Münster schreibt flehenden Brief
Polizei vor der Westkurve.

Preußen Münster spielt gegen den MSV Duisburg. Irgendwas ist aber anders. Denn vor der Partie im Preußenstadion hat die Polizei Münster eine Art „Bettelbrief“ verfasst – gerichtet an die Fans beider Mannschaften, wie es heißt. Man wolle gemeinsam mit Klub und anderen Sicherheitspartnern „die Sicherheit aller Beteiligten“ gewährleisten. Offenbar ist das Schreiben durch die Vorfälle im Heimspiel gegen Düsseldorf motiviert. Ein Kommentar.

Beim Heimspiel gegen Fortuna wurde zuletzt reichlich Pyrotechnik gezündet, im Verlauf des Spiels auch ein Kind leicht verletzt. Daher heißt es nun in einer aktuellen Mitteilung der Polizei: „Die Polizei Münster appelliert an alle Fans, einander mit Respekt zu begegnen, durch ihr Verhalten zu einem friedlichen und sicheren Fußballspiel beizutragen. Fußball lebt von Emotionen und Leidenschaft – nicht von der Gefährdung anderer.“

Auch wenn die Stoßrichtung verständlich und nachvollziehbar ist: In der Vergangenheit hatte es ähnliche Schreiben für andere Partien nicht gegeben. Und es klingt auch etwas seltsam, was im Schreiben sonst noch steht. „Mehr Sicherheit im Fußball können wir nur gemeinsam erreichen. Seien Sie daher gute Gastgebende beziehungsweise gute Gäste, indem Sie einander mit Respekt und Freundlichkeit begegnen.“

Eher nicht im Fokus

Respekt und Freundlichkeit dürfte – bei allem Verständnis für den Gedanken dahinter – für die betroffenen Parteien eher nicht im Fokus stehen. Für die große Mehrheit der Fußballfans ist der Hinweis doch ziemlich überflüssig, aber gerade diejenigen, die hier gemeint sind, die Ultra-Gruppierungen nämlich, stehen in aller Regel für polizeiliche Hinweise oder Anregungen nicht zur Verfügung. Das hat in etwa die gleiche Wirkung wie 82 Warnungen des Stadionsprechers vor dem Einsatz von Pyrotechnik. Nämlich gar keine.

„Die große Mehrheit der Fans unterstützt ihre Mannschaft friedlich und trägt entscheidend zu einer lebendigen und positiven Fankultur bei.“ Das ist natürlich ein totaler Allgemeinplatz und bietet keinen tieferen Sinn. Auch nicht, wenn die Polizei in der Folge einen „Appell“ formuliert: „Wer das Abbrennen von Pyrotechnik beobachtet, sollte sich nach Möglichkeit aus dem Gefahrenbereich entfernen, ausreichend Abstand halten und gefährliche Situationen den Sicherheitskräften melden. Wir bitten alle friedlichen Fans, die positive Fankultur weiter sichtbar zu leben, sich nicht provozieren zu lassen und erkennbare Gefahren oder Straftaten frühzeitig den Sicherheitskräften zu melden. Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass Fußball emotional und leidenschaftlich bleibt – aber friedlich und sicher.“

Nun denn. Es schadet sicher nicht, das einmal zu schreiben. Man könnte die Botschaft aber auch auf einen Zettel Papier schreiben und in der Aa auf die Reise schicken. Würde auch keinen Unterschied machen.

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