Preußen Münster verschenkt auch in Aachen die Punkte
Die Sonntagabend-Tour nach Aachen war im Grunde sinnlos. Am Ende eines enttäuschenden Spiels fuhr der SC Preußen Münster ohne Punkte nach Hause – und mit ihm fast 2.000 Preußenfans, die zwischendrin schon ein bisschen die Geduld verloren. Alemannia dagegen bejubelte beim 2:1 gegen die Preußen den dritten Sieg in Folge.
Nie bleibt beim SC Preußen ein Stein auf dem anderen. Und auch in Aachen wechselte Thomas Wörle wieder durch. Niklas Varelmann bekam eine neue Position in der Abwehrkette, Louis Kolbe ersetzte den gelbgesperrten Lucas Zeller. Und mit der Elf hätte der SCP schon nach drei Minuten hinten liegen können, denn Aachens erster Abschluss landete am Pfosten und nicht im Tor.
Und Aachen drückte – wie erwartet – weiter nach vorn. Den Distanzschuss von Szepanik, der 2019 fast in Münster gelandet wäre, parierte Matthis Harsmann sicher.
Aus dem Nichts hätte Münsters erste Szene direkt die Führung bringen können. Mit einem steilen Ball spielte der SCP Makridis frei, der setzte sich prima durch, scheiterte aber mit seinem Abschluss an Aachens Keeper. Zuletzt gegen Köln hatte er es mit einem Lupfer aus gleicher Position versucht, was hier wohl auch die bessere Variante gewesen wäre.
Praktisch im Gegenzug jubelte aber Aachen, weil Münster den Ball erst im Mittelfeld verlor, Ex-Preuße Danilo Wiebe dann sofort weiterspielte und so Mika Schroers einsetzte, der Harsmann überwand. Das 0:1 nach 14 Minuten, es ging schon wieder los…
Spieldaten:
In der Folge blieb Aachen feldüberlegen, ohne sich allerdings große Chancen zu erspielen. Auch von Münster kam offensiv wenig bis nichts. Hier ein Abschluss von Koulis (weit drüber), dort einer von Szepanik (auch drüber). Trotzdem: Insgesamt wirkte Aachen immer etwas gefährlicher, wacher, schneller.
Und führte nach 43 Minuten mit 2:0. Auch dieses Tor gehört in die Abteilung „warum eigentlich?“. Tim Dietrich spielte den Ball völlig unbedingt direkt zum Gegenspieler da Silva Kiala, der dann gleich die gesamte Abwehr des SCP stehen ließ wie Slalomstangen und locker zum 2:0 traf. Das war schon fast Arbeitsverweigerung. Keine guten Aussichten für die zweite Halbzeit.
Später Anschluss
Aachen ließ die Preußen mehr spielen, musste ja auch nicht mehr alles tun. Das brachte den SCP ins Spiel. Es war eine kurze Drangphase nach dem Wechsel, in dem die Preußen gut und gerne den Anschluss hätten erzielen können. Oder müssen, denn Chancen waren da. Kolbes Distanzschuss verfehlte das Tor nur knapp, Rösch scheiterte nach 52 Minuten mit seinem Kopfball, nur kurz danach mit einem weiteren Schuss. Dann bekam Alemannia diese Phase wieder beruhigt… und der SCP hatte sein Pulver vorerst verschossen.
Ja, das sah nun alles gefälliger aus beim SCP, aber es war eben nicht mehr zwingend. Daran änderten zunächst die Wechsel nichts. Montell Ndikom und Torge Paetow kamen, dann kehrten nach 73 Minuten endlich Malik Batmaz und Marvin Schulz I zurück.
Die geringen Chancen reduzierte der SCP selbst, weil sich Tim Dietrich Gelb-Rot abholte (82.). Und Aachen behielt den Überblick. Selbst nach dem völlig überraschenden 1:2 durch einen Flachschuss von Ndikom brannte nichts mehr an. Es blieb beim 1:2.
Tabelle 12. Spieltag| Klub | Sp. | S | U | N | Tore | Verh. | P | |
| 1.) | FC Viktoria Köln | 12 | 8 | 2 | 2 | 31:15 | 16 | 26 |
| 2.) | MSV Duisburg | 12 | 8 | 2 | 2 | 31:17 | 14 | 26 |
| 3.) | RW Essen | 12 | 7 | 3 | 2 | 20:13 | 7 | 24 |
| 4.) | 1. FC Saarbrücken | 12 | 6 | 2 | 4 | 28:21 | 7 | 20 |
| 5.) | Alemannia Aachen | 12 | 6 | 2 | 4 | 19:18 | 1 | 20 |
| 6.) | SV Wehen Wiesbaden | 12 | 5 | 3 | 4 | 23:17 | 6 | 18 |
| 7.) | FC Ingolstadt | 12 | 5 | 3 | 4 | 16:17 | -1 | 18 |
| 8.) | SV Waldhof Mannheim | 12 | 5 | 1 | 6 | 21:19 | 2 | 16 |
| 9.) | TSG Hoffenheim II | 12 | 5 | 1 | 6 | 21:20 | 1 | 16 |
| 10.) | Fortuna Düsseldorf | 12 | 4 | 4 | 4 | 12:14 | -2 | 16 |
| 11.) | FC Hansa Rostock | 12 | 4 | 4 | 4 | 19:22 | -3 | 16 |
| 12.) | SV Meppen | 12 | 4 | 3 | 5 | 16:17 | -1 | 15 |
| 13.) | VfB Stuttgart II | 12 | 4 | 3 | 5 | 21:23 | -2 | 15 |
| 14.) | SC Preußen Münster | 12 | 4 | 3 | 5 | 20:23 | -3 | 15 |
| 15.) | Würzburger Kickers | 12 | 4 | 2 | 6 | 17:24 | -7 | 14 |
| 16.) | SSV Jahn Regensburg | 12 | 3 | 4 | 5 | 22:21 | 1 | 13 |
| 17.) | SC Verl | 12 | 3 | 3 | 6 | 17:26 | -9 | 12 |
| 18.) | SG Sonnenhof Großaspach | 12 | 3 | 3 | 6 | 13:26 | -13 | 12 |
| 19.) | Fortuna Köln | 12 | 2 | 4 | 6 | 9:14 | -5 | 10 |
| 20.) | TSV Havelse | 12 | 2 | 4 | 6 | 17:26 | -9 | 10 |
Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die 2. Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 3. Liga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga. Die Klubs auf den Plätzen 17 bis 20 steigen direkt in die Regionalliga ab.


Liest sich absolut trostlos und hat schon fast etwas resignierendes („Arbeitsverweigerung“). Das Auflaufen kann sich die Truppe eigentlich fast komplett sparen. Fehler, die fast immer zu Gegentoren führen, werden weiterhin gemacht. Hier scheint bis heute keine Weiterentwicklung oder ein Fortschritt zu erkennen. Hatte man in den Spielen nach der Länderspielpause zumindest die frühen Gegentore abgestellt, so darf man das Aachenspiel durchaus als Rückschritt bezeichnen. Da die Spieler die Fehler sicherlich nicht absichtlich machen, zumal im Vorfeld davon gesprochen wird, auch in Aachen zu Null zu spielen, ist es wohl eine Frage der Qualität. Und die Qualität für die 3 Liga haben einige Spieler einfach nicht. Es ist und bleibt bis auf Weiteres Abstiegskampf. Hoffnung macht dann zumindest für das Frühjahr 2027 die Rückkehr von Schulz und Batmaz.