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Defensive Patzer kosten Preußen Münster den klaren Sieg gegen Essen

Defensive Patzer kosten Preußen Münster den klaren Sieg gegen Essen
SC Preußen Münster - RW Essen 3:3. Hier stemmt sich Zeller gegen seinen Gegenspieler.

Es war ein Spiel, das letztlich nur einen Sieger verdient hatte – und zwar Preußen Münster. Doch am Ende retteten die Preußen gerade noch einen Punkt, das war alles. Und das war ein viel zu geringer Lohn für den insgesamt wohl starken, vielleicht sogar stärksten Auftritt der bisherigen Saison. Aber die einfach nicht ausrottbaren defensiven Fehler machen der Mannschaft einfach vieles kaputt.

Es war ein Westschlager vor fast 14.000 Zuschauern, bei richtigem westfälischen Schietwetter, Preußenwetter eben. Eine leichte Derby-Atmosphäre lag in der Luft, eine geplante Choreo der Preußen fiel dem böigen Wind zum Opfer, dafür wurde auf beiden Seiten kräftig gezündelt. Das wird demnächst das Strafenkonto weiter nach oben treiben, aber dafür trug es eben auch zu einem wilden Abend bei.

Und jener Abend begann erst einmal gut für die Gäste, die in den ersten Minuten den Ton angaben und den SCP hinten viel beschäftigen – wenngleich auch ohne echte Chancen oder Abschlüsse.

Es dauerte ein paar Minuten, ehe sich der SC Preußen sortiert hatte und dann immer und immer stärker wurde. In gleichem Zuge wirkten die Gäste irritiert oder beeindruckt, jedenfalls verlor Essen zusehends den Faden.

Spieldaten:

SC Preußen Münster – RW Essen 3:3. Montell Ndikom jubelt nach dem 1:0.

Nach 16 Minuten packte der SCP dann den Hammer aus. „Tiki-Taka“ – so beschrieb es MagentaSport später. Eine Staffette über mehrere Spieler, Hacke, Spitze, am Ende legte Felix Higl bockstark auf Montell Ndikom ab und der schlenzte den Ball dann ins lange Eck. Ein wunderbares Tor, nicht sein erstes dieser Art. „Er hat einen Lauf“, musste Trainer Thomas Wörle später schmunzeln. Das 1:0 gab dem SCP noch mehr Kraft und Selbstbewusstsein. Und so ging es dann weiter. Mag sein, dass Essen mehr Ballbesitz hatte, aber das war ergebnislos, weil ohne echte Abschlüsse. Aber wehe, wenn der SCP and en Ball kam – dann ging es mit Tempo nach vorn. All das, was man zuletzt so oft vermisst hatte, diese Energie nach vorn: die war da. Und wie!

Nach 22 Minuten hatte Babis Makridis eigentlich den Torwart schon ausgespielt, legte sich den Ball aber etwas zu weit vor, so dass Essen gerade noch klären konnte. Und nach 38 Minuten mündete das ins 2:0. Felix Higl wurde als Torschütze angesagt, aber es war wohl der Essener Rios Alonso, der den Ball irgendwie im Zweikampf mit Higl ins Tor ablenkte. Egal, es war verdient, es war erzwungen, und es passte zum Spielverlauf.

SC Preußen Münster – RW Essen 3:3. Felix Higl jubelt nach dem 2:0.

Kurz vor dem Wechsel gab es auch noch die obligatorische Rudelbildung vor den Trainerbänken. Ndikom stieß zunächst zu, dann wurde er selbst rüde umgestioßen, am Ende hatten drei Spieler Gelb gesehen und dann ging es in die Pause.

Essens Plan war klar. Endlich das Spiel beruhigen und dann mal schauen, was geht. Das gelang so ein bisschen, Münster überstand jedenfalls die ersten 15 Minuten nach der Pause ohne Gegentor. Wirklich aus dem Nichts fiel dann das 1:2. Weil Philipp Maier den Ball verlor, bekam Essen die Flanke in die Mitte und Marek Janssen traf per Kopf zum Anschluss. Das war völlig unnötig, einfach durch einen eigenen Fehler ermöglicht. Und wie das dann oft so ist: Mit dem Tor kam Essens zweite Luft. Jetzt drängte RWE in die Preußenhälfte, da konnte Thomas Wörle von der Seite so viel winken, wie er wollte…

Und doch: Die Chancen bekam nur der SCP: Felix Higls Distanzschuss nach 73 Minuten verfehlte das Tor nur um einen halben Meter. Und auch wenige Minuten später scheiterte Higl am 3:1. Dann war Niklas Varelmann links frei durch, aber am Ende fehlte die Kraft, um den Torschuss so richtig anzusetzen, Golz parierte gerade noch so zur Ecke. Die Chancen auf das 3:1 waren da, die Preußen verpassten es aber, den Deckel draufzumachen.

Wenige Tage vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf schaute auch Ex-Preuße Yassine Bouchama vorbei. Münster war lange seine Heimat, mit Essen verbindet ihn viel. Und ein bisschen wird er sich abgeschaut haben für das Spiel am kommenden Mittwoch.

Das rächte sich nach 79 Minuten. Eckball Essen, Münster hatte schon fast geklärt, verlor den Ball aber wieder und die nächste Hereingabe landete bei Rios Alonso und der traf dann zum 2:2. Das war eine richtig kalte Dusche. Und es kam noch schlimmer. Kaum war die Anzeigetafel wieder umgesprungen, da pfiff Schiri Felix Bickel einen Elfmeter für die Gäste, weil Morten Behrens knapp zu spät kam und statt den Ball mit der Faust den Gegenspieler traf. Den Elfer verwandelte Telalovic zum 3:2. Damit war die Partie auf den Kopf gestellt, in jeder Hinsicht.

SC Preußen Münster – RW Essen 3:3. Essen dreht das Spiel nach dem Elfmeter.

Das Motto für die Preußen war klar. Alles nach vorn. Joshua Mees war schon im Spiel, sein erster Einsatz nach langer Verletzungspause. Und Wörle brachte auch noch Marvin Schulz II, Mikail Demirhan und Mika Stuhlmacher. Volle Power Offensive. Und das brachte am Ende noch den Punktgewinn. Essen bekam den Ball nicht geklärt, der am langen Pfosten beim völlig freuen Joshua Mees landete und der traf per Kopf zum 3:3.

SC Preußen Münster – RW Essen 3:3. Jubel nach dem Mees-Treffer zum Ausgleich.

Mehr ging nicht, obschon Münster noch einmal alles versuchte. Es blieb beim 3:3 – und dem Gefühl, zwei Punkte verschleudert zu haben.

Tabelle 8. Spieltag
KlubSp.SUNToreVerh.P
1.)MSV Duisburg760119:71218
2.)FC Viktoria Köln750219:91015
3.)RW Essen843116:12415
4.)1. FC Saarbrücken741219:12713
5.)TSG Hoffenheim II741214:8613
6.)FC Hansa Rostock733115:15012
7.)SC Preußen Münster833215:16-112
8.)Alemannia Aachen732211:8311
9.)SV Waldhof Mannheim731311:10110
10.)Fortuna Düsseldorf73136:7-110
11.)SC Verl731310:13-310
12.)Fortuna Köln72328:809
13.)SG Sonnenhof Großaspach72236:9-38
14.)FC Ingolstadt72237:11-48
15.)VfB Stuttgart II721412:15-37
16.)Würzburger Kickers721411:15-47
17.)SV Meppen72058:15-76
18.)SSV Jahn Regensburg712413:17-45
19.)SV Wehen Wiesbaden71245:13-85
20.)TSV Havelse711510:15-54

Die Klubs auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die 2. Bundesliga auf. Der Drittplatzierte der 3. Liga spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga. Die Klubs auf den Plätzen 17 bis 20 steigen direkt in die Regionalliga ab.

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