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Kein Geld mehr für die Videowalls

Kein Geld mehr für die Videowalls
Westfalenpokal Münster - SSV Buer - aber ohne Anzeigetafel.

Am Mittwochabend gewann der SC Preußen Münster im Westfalenpokal ziemlich deutlich gegen den SSV Buer. Beim 10:0-Sieg konnte man zwischendrin schon mal durcheinander kommen mit dem Spielstand oder der Spielzeit – leider waren die beiden Videowalls im Stadion keine Hilfe. Sie waren schlichtweg aus. Grund: Eine Mischung aus Technik und Sparsamkeit. Ein Kommentar.

So ganz neu ist das Phänomen nicht – zumindest „früher“, also vor mehr als zehn Jahren. Da blieb die Anzeigetafel gerne schon einmal schwarz, wenn der SC Preußen zum Heimspiel bat. Meistens ging es dabei fehlendes Personal und (Strom-)Kosten. Zuletzt im April 2015 war das beispielsweise so, als der SCP daheim das Westfalenpokal-Halbfinale gegen Lotte spielte. Da war der SCP allerdings auch noch ein anderer Klub als heute. Und solche „Pannen“ sind seitdem glücklicherweise ausgeblieben.

Jetzt war es wieder so wie früher. Dabei sollte im Zuge der voranschreitenden Professionalisierung beim ehemaligen Zweitligisten eine abgeschaltete Anzeigetafel nicht mehr passieren. Gegen Buer blieben aber beide Videowalls aus. Vorrangig habe das, so ist es beim SC Preußen zu hören, mit der Technik zu tun.

Kraftstofftank und Stromaggregat auf Leihbasis am Preußenstadion.

Wer bei den jüngsten Heimspielen genauer hinter die Fiffi-Gerritzen-Kurve sah, bemerkte dort ein rotes Stromaggregat mitsamt Kraftstofftank. Das sicherte zuletzt die Stromversorgung auf der Tribüne.

Die großen Trafo-Stationen, die das künftig übernehmen, stehen bereits neben der bisherigen Geschäftsstelle, unweit der Tribüne. Derzeit werden sie angeschlossen, damit die teure Versorgung über einen externen Generator überflüssig wird.

Neue Trafo-Anlagen am Preußenstadion.

Künftig versorgen die neuen Trafos die Tribünen mit ausreichend Strom. Genau das war aber zum Heimspiel gegen Buer noch nicht möglich – das Stromaggregat wurde bereits abgebaut, für den Rest reichte der Strom nicht, wie es beim SCP heißt. Zu einem professionellen Auftritt gehört aber eine laufende Anzeigetafel. Nicht nur als Service für die fast 4.000 Zuschauer, sondern auch als Zeichen des Respekts an den Gegner, so ein Pokalspiel nicht einfach als lästige Routineaufgabe abzuhaken. Der SSV Buer hätte sicher sein Vereinswappen auch gerne auf den großen Videowalls gesehen. So wirkte es ein bisschen lieblos.

Der Betrieb der Videowalls hätte nämlich auch ohne Strom-Problem auf der Kippe gestanden. Das Stromaggregat allein schlägt pro Spiel mit einer vierstelligen Summe zu Buche, dazu kommen aber auch noch ein paar hundert Euro pro Spiel für die Bedienung und Betrieb dazu – billig ist das nicht und der SC Preußen wird diese Drittliga-Saison ohnehin als Minusgeschäft bilanzieren müssen. Der Wunsch zu sparen, ist in diesem Lichte durchaus nachvollziehbar. Dennoch darf so eine (Einmal-)Summe am Ende einfach kein Argument sein für einen Drittligisten mit Ambitionen.

Wenn also klar ist, dass der SCP ein Heimspiel austrägt, muss der Generator eben noch für dieses eine Spiel länger stehen bleiben. Zeit genug ist ja bis zum nächsten Heimspiel gegen Havelse, um die nun anfallenden technischen Umbauten vorzunehmen.

So wirkt das von draußen betrachtet ein bisschen wie Gleichgültigkeit. Tenor: Das läppische Spiel gegen Buer ist vernachlässigenswert. Das ist aber kein gutes Zeichen und wirkt unprofessionell. Will der SC Preußen ein Proficlub sein, muss er sich auch so verhalten.

2 thoughts on “Kein Geld mehr für die Videowalls

  1. Wer weiß wie langfristig vorher so ein Aggregat gebucht werden muss. Das dass Spiel in Münster stattfindet war ja recht kurzfristig klar. Was mich mehr stört, ist der Standort der neuen Trafos, die versperren die Sichtachse Stadion-Adlerhorst (zukünftiger Fanport), hätte man die nicht irgendwo eleganter verstecken können? Weiter Richtung Hammerstraße und den Parkplätzen? So stehen die ja quasi mitten drin, optisch nicht gut gelöst.

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