TSV 1860 München plant für die Regionalliga
Die Frist lief bis 17 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt am Mittwochnachmittag hätte der TSV 1860 München eine Summe von 2,7 Millionen Euro als Liquiditätsnachweis erbringen müssen. Das Geld hätte Hasan Ismaik wohl locker zahlen können – wollte aber nicht. Der Klub teilte dann am frühen Abend selbst mit, dass man die Zulassung zur 3. Liga nicht erhalten habe – und für die Regionalliga Bayern einen Neuanfang plane.
Genau dieses Szenario hatte Ismaik zuletzt skizziert und darauf verwiesen, dass manchmal ein Start eine Liga tiefer eine Chance sein könne. Soweit man das den verschiedenen Berichten entnehmen kann, will Ismaik andere Führungsstrukturen beim TSV 1860 einführen und knüpfte sein Engagement an solche Veränderungen.
Dabei wollte der Investor, der seit 2011 als Anteilseigner TSV 1860 München e. V. und der 1860 GmbH & Co. KGaA unterwegs ist, seine Anteile 2025 eigentlich verkaufen. Dieser Plan scheiterte jedoch. Seitdem ging es um die Grundsatzfrage, wie der Klub künftig aufgestellt sein sollte.
Dass Ismaik sich nun weigerte, die fehlende Summe zu hinterlegen, ist der Höhe- oder Tiefpunkt. Beim TSV 1860 verwies man am Mittwoch vor allem darauf, dass man sich auf „Finanzierungszusagen“ verlassen habe. „Ich bedauere die Nichteinhaltung der Finanzierungszusage durch den Gesellschafter HAM International. Bis zuletzt war ich fest davon überzeugt, dass eine Lösung im Interesse der Profifußball-Gesellschaft gefunden werden kann. Dieser Wunsch hat sich leider nicht erfüllt. Wir werden nun all unsere Energie darauf verwenden, einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison in der Regionalliga Bayern aufzustellen“, formulierte Manfred Paula, Geschäftsführer der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA.
„Perspektive für die Zukunft…“
Ziel sei es nun, den Geschäftsbetrieb unter Wahrung der Rechte und Interessen der Gesellschaft geordnet aufrechtzuerhalten und gemeinsam mit den Sponsoringpartnern eine tragfähige Perspektive für die Zukunft zu entwickeln, schreibt der Klub weiter.
Derzeit sind die Folgen des Münchner Rückzugs noch nicht ganz klar. Nachrücker wäre eigentlich der TSV Havelse als Tabellen-17. Doch im Garbsener Stadtteil denkt man offenbar nicht wirklich über diese Chance nach. Damit wäre auch Aue wieder in Reichweite des Klassenerhalts.
Für die 3. Liga ist der Verlust von 1860 München sicher kein angenehmer Moment. Der Klub und seine reisefreudigen Fans ist einer der attraktiven Vertreter in der Staffel, die Auswärtsfahrt nach München ohnehin immer ein Anlass zu einer Wochenendtour. Aber am Beispiel 1860 München wird auch deutlich, was dem deutschen Fußball drohen könnte, fiele er weiter in die Hände von Investoren.

