Stadt kürzt den Zuschuss für den Stadionbetrieb um bis zu 75 Prozent
Das LVM-Preußenstadion ist Eigentum der Stadt Münster. Vertraglich geregelt ist, dass der SC Preußen Münster als Nutzer sowohl eine Pacht dafür zahlt, zum anderen auch den Betrieb finanziert. Dafür zahlt die Stadt eine jährliche Beihilfe – doch die wird in diesem Jahr deutlich gekürzt.
Die jährliche Beihilfe steht grundsätzlich immer etwas unter dem Vorbehalt „wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit des SC Preußen und der Stadt“. Heißt: Ein wirtschaftlich angeschlagener Klub hätte Chancen auf eine höhere Beihilfe für den Betrieb des städtischen Stadions. Zugleich muss auch die Stadt schauen, was sie sich leisten kann. Und da eben diese Stadt sich zuletzt einen straffen Sparkurs verpasst hat, stehen viele Positionen und Zuschüsse auf der Streichliste. Davon betroffen ist auch der SC Preußen Münster, gegen den derzeit der sportliche Erfolg – nämlich die 2. Bundesliga – spricht.
Grundsätzlich weicht das Geschäftsjahr des SCP von dem der Stadt ab. Daher werden bei der Beihilfe-Vergabe die Saison 2025/2026 und 2026/2027 jeweils zur Hälfte einbezogen.
Eigentlich hatte der SC Preußen für das Jahr 2026 rund 1,2 Millionen Euro geltend gemacht – sowie für das folgende Jahr 2027 einen Betrag zwischen 600.000 Euro und 1,8 Millionen Euro. Die Beträge sind abhängig von der Spielklasse. Ein Abstieg in die 3. Liga im Frühjahr 2026 würde einen Verlust hoher TV-Einnahmen bedeuten und dann wäre eine höherer Beihilfe wichtig.
Mehr Einnahmen mit dem Stadion
Für 2025 gilt dies nicht. Der SCP spielte während des gesamten Kalenderjahres 2025 in der 2. Bundesliga. Die Stadt lehnte also die Beihilfe über 1,2 Millionen Euro ab und zahlt stattdessen 585.293 Euro im Abstiegsfall, wenn der SCP also 2026/2027 in der 3. Liga spielt. Gelingt dem SCP der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga, erhielte er für das Jahr 2026 nur noch 195.098 Euro. Dazu steht in der Beschlussvorlage der Stadt auch noch dies: „Die im Haushalt 2026/2027 veranschlagten Mittel für die Betriebsbeihilfe werden gesperrt, sofern und soweit der Zuschuss aufgrund der Ligazugehörigkeit oder der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der SC Preußen Münster GmbH & Co. KGaA entfällt.“ Heißt: Falls der SCP Ende des Jahres erneut einen positiven Jahresabschluss hinlegt und weiterhin in der 2. Bundesliga spielt, könnte die Beihilfe sogar ganz entfallen.
Die Stadt argumentiert, dass im aktuellen Jahr 2026 spätestens zur neuen Saison „knapp 16.000 Zuschauer“ im Stadion einen Platz finden könnten. Bei den Preußen fällt diese Zahl etwas kleiner aus, die Rede ist von rund 14.000 Zuschauer. Allemal sollen das mehr als in den Spielzeiten seit 2019, als der aktuelle Pacht- und Zuschussvertrag in Kraft trat. „Die wirtschaftliche Verwertbarkeit der defizitären Infrastruktur steigt dadurch deutlich, während die SCP noch die Pacht gemäß altem Pachtvertrag zu zahlen hat“, schreibt die Stadt.
Der aktuelle Zuschussvertrag sieht zwei Auszahlungstermine am 1. März und am 1. September eines Jahres vor,
eigentlich in Höhe des hälftigen Zuschussbetrages. Da sich die Ligazugehörigkeit in der kommenden Saison aber erst zwischen den Auszahlungsterminen klärt, wird zum 1. März zunächst nur eine Auszahlung in Höhe von 195.098 Euro erfolgen, also dem Minimalbetrag.
Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren fiel die Beihilfe stets höher aus. Für 2025 gab es noch 780.000 Euro, für 2024 zahlte die Stadt rund 980.00 Euro. In den Jahren davor waren es 954.000 Euro (2023) und 932.800 Euro (2022).

