Bautagebuch 46: Der A-Block ohne Dach
Es wird ein bisschen schwierig, die Arbeiten im LVM-Preußenstadion aus der Ferne zu beobachten. Nach der Abschaltung der bisherigen Webcams ist nur noch die Gegengerade im Fokus. Dort wird abgerissen – eine Hälfte der alten Stehplätze ist bereits verschwunden, ab Dienstag geht es auch dem Rest an den Kragen. Derweil passiert allerdings auch an anderen Stellen etwas …
Beispiel: Rund um die Osttribüne ist viel Bewegung. In den vergangenen Tagen wurde hinter der Tribüne ein großer Teil der Bewegungsfläche gepflastert. Langsam ist vorstellbar, dass in knapp zwei Monaten Fans dort umherlaufen. Über den alten Haupteingang werden sie allerdings eher nicht ins Stadion gelangen – der wurde mittlerweile vollständig abgerissen. Der alte Vorplatz, die alten Kassenhäuschen aus der Geburtszeit der Bundesliga: alles verschwunden. Abgefräst und abgerissen. Es sieht buchstäblich wüst aus und wie immer ist es schwer vorstellbar, wie sich das Gelände in einigen Monaten präsentieren wird. Sicher ist allerdings: Der Platz vor dem Stadion wirkt plötzlich deutlich luftiger, weitläufiger. Sehr wohl kann man daher ahnen, wie sich das Stadion künftig von der Hammer Straße aus präsentiert…
Aber noch weitere Arbeiten fanden (und finden ) im Osten statt. Die Stehplatzstufen erhalten einen weiteren Anstrich und auch die Treppenaufgänge werden farblich markiert. Aus der Distanz wirkt es so, als seien unterschiedliche Farben gewählt worden – eher gelb in den Außenbereichen, eher ein Grün- oder Schwarz-Ton im Zentrum. Wie gesagt: Aus der Distanz.
Was derzeit noch fehlt: Die „Blende“ am Oberrand der Tribüne. Dort, wo im Westen ein Sponsorenname steht, soll im Osten keine Werbung angebracht werden. Vielleicht wird später mal der Name der Fankurve darüber stehen?
In der Südost-Ecke, wo Kita und Geschäftsstelle errichtet werden, geht es voran. Die Wände zur Osttribüne hin stehen schon in Teilen. Damit der Anschluss zur Haupttribüne hergestellt werden kann, musste allerdings einiges umgebaut werden. Fakt ist: Der äußere Teil des A-Blocks ist vorerst dachlos… Sowohl das Dach selbst wie auch der komplette Dachträger wurden abgerissen. Vermutlich wird die Lücke auch erst geschlossen werden können, wenn das Eckgebäude mindestens im Rohbau steht. Damit genau der realisiert werden kann, mussten zusätzlich auch die äußeren Sitzschalen im A-Block entfernt werden.

Die Gegengerade verschwindet derweil langsam. Der östliche Teil neben dem Marathontor ist fast vollständig abgerissen: Stufen wurden abgerissen und zerkleinert. Jetzt geht es dem westlichen Teil an den Kragen – ab Dienstag wird die Dachkonstruktion entfernt.
Demnächst wird dort auch ein Bauzaun installiert – ähnlich wie zuletzt im Westen und vor der Osttribüne. Dort werden dann übergangsweise auch die kleinere LED-Videowall sowie die bisherige Videowall am Marathontor integriert.
Hinter der alten und künftigen Gegengerade bzw. Nordtribüne nehmen die Fahrradstellplätze Formen an. Die Treppenanlage ist bereits weitgehend fertig – von den Radstellplätzen geht es dann einige Meter hinunter zur neuen Nordtribüne.



Loch im Tunnel
Was man gar nicht sieht von außen: Der SC Preußen hat direkt im Spielertunnel und unter den Sitzplätzen der Haupttribüne einen neuen Raum geschaffen. Dort wird die Bewässerungsanlage des gesamten Stadionareals installiert. Dazu wurde in den vergangenen Wochen ein neuer Zugang direkt im Spielertunnel geschaffen. Theoretisch wäre unterhalb der Tribüne noch viel Platz, um weitere Funktionsräume zu installieren – da würde die Südtribüne sozusagen nachträglich unterkellert. Letztlich dürfte das dann auch eine Frage der Finanzierung sein.

