Bei Dauerregen und Wind: Preußen Münster holt ein 1:1 in Mönchengladbach
Die Spieler, die nach Abpfiff der Partie im Grenzlandstadion noch Rede und Antwort standen, hatten ein gutes Spiel gesehen, unterhaltsam für die (nicht vorhandenen) Fans. Nach dem 1:1 zwischen Borussia Mönchengladbach und Preußen Münster könnte man auch sagen: Gut, dass diese Partie beendet ist.
Das Grenzlandstadion ist ohnehin kein romantischer Ort, eher eine nüchterne Anlage für Routinearbeiten. Bei Dauerregen und Wind verliert sie noch etwas mehr an Charme. Und damit passte sich das Stadion im Grunde auch dem Spiel der beiden Mannschaften an.
„Völlig frei“ habe man aufspielen können, befand Torwart Marko Dedovic anschließend. „Richtig Bock auf Zocken bei bestem Fußballwetter.“ So kann man das sehen, oder, wie gesagt, man nennt die Partie ereignisarm, wenig ansehnlich, eher kämpferisch denn elegant. Jeder hat da so seine Vorlieben.
Preußentrainer Sascha Hildmann hatte wie angekündigt viele Stammkräfte geschont. Schauerte, Scherder, Wegkamp, Langlitz (kam nur für wenige Minuten), Hoffmeier, Remberg (durfte sogar rund eine halbe Stunde ran): Da fehlten doch viele aus der normalen Startelf. Gelegenheit, um Spielpraxis zu sammeln für viele andere. Gianluca Przondziono, Justin Möbius, Naod Mekonnen, Benedikt Zahn, auch Dominik Klann. Das fühlte sich ziemlich an wie der SC Preußen Münster aus der Hinrunde. Und das sah auch ein wenig so aus.
Schön für Niklas Heidemann: Er bekam die Kapitänsbinde an diesem Tag.
Beide Teams wollten aber gerne noch etwas zeigen, so viel ist richtig. Es ging ganz munter zwischen den Strafräumen hin und her – auf einem ziemlich guten Rasen – aber aufregend war das alles nicht, weil kaum zählbare Torchancen heraussprangen. Ziemlich früh gab es eine ziemlich lange Pause, weil Jordi Bongard sich im Zweikampf mit Zahn ziemlich verletzte, Platzwunde inklusive. Nach minutenlanger Behandlung musste er früh runter und erst einmal ab in Richtung Klinik.
Preußens erster halber Abschluss kam von Klann nach 12 Minuten, aber das war nicht einmal eine Fünftelchance, eher ein Torschüsschen. Von Gladbachs U23 kam aber auch nichts. Das war alles überschaubar. Und doch jubelte plötzlich der SC Preußen! Weil nämlich Benedikt Zahn einen Möbius-Pass super aufnahm und zum 1:0 einschob, führten die Gäste. Das kam unerwartet und überraschend, aber das juckte den SCP natürlich nicht.
Im Großen und Ganzen hatte Preußens durcheinandergewürfelte Truppe das Spiel aber ganz gut im Griff. Die Gastgeber bissen sich da die Zähne aus, Münster stemmte sich ins Spiel. Allerdings auf Kosten der Offensivaktionen.
Auf der Bank der Gastgeber herrschte derweil eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Spielverlauf. Heiko Vogel schritt deutlich häufiger zum Spielfeldrand als sein Kollege Sascha Hildmann. Da gab es durchaus Gesprächsbedarf.
Das Spiel trudelte so Richtung Halbzeit und eher wenig deutete darauf hin, dass Gladbach hier plötzlich noch gefährlich werden würde. Aber wie das so ist im Fußball: Auf nichts ist Verlass. Denn Dominik Klann klärte einen Ball erst gut, aber den möglichen Nachschuss verhinderte er per Foul – leider im Strafraum, was einen sofortigen Foulelfmeter zur Folge hatte. Marcel Benger trat an, Dedovic roch die Ecke, aber der Ball rutschte doch irgendwie durch, da stand es 1:1. In der 44. Minuten, nicht gerade ein schöner Augenblick. Und dem Spielverlauf auch nicht zwingend angemessen.
Ohne Wechsel ging’s beim SC Preußen Münster weiter. Um es vorwegzunehmen: Das ohnehin nicht überragende Niveau sank in der zweiten Hälfte doch spürbar. Hildmann wechselte auch früh, Holtby und Bindemann gingen nach 50 Minuten schon raus, dafür kamen Przondziono und Moeller ins Spiel. Zehn Minuten später durfte „Dauerläufer“ Nicolai Remberg noch für Mekonnen ran.
Es tat sich aber außer den Wechseln nur wenig. Die beste Szene der gesamten Halbzeit bekam der SCP nach knapp 70 Minuten. Da flatterte eine Ecke herein, die zu zwei, drei besten Abschlüssen der Preußen führten, aber weder Möbius noch Zahn trafen. Das wäre es gewesen.
Münster hatte damit sein Pulver verschossen, Gladbach wollte hier noch etwas zeigen. Aber was hereinkam, klärte der SCP irgendwie. Alexander Langlitz durfte noch zehn Minuten mitspielen, dann war glücklicherweise Schluss.
Ein Spiel, das sowohl vom Verlauf wie auch vom Drumherum eine deutliche Sprache sprach: Es ging um nix.
40. Spieltag | |||||
Mannschaft | Sp. | Tore | Diff. | Punkte | |
1 | RW Essen | 37 | 82:24 | 58 | 84 |
2 | Borussia Dortmund II | 35 | 84:26 | 58 | 82 |
3 | SC Preußen Münster | 38 | 65:35 | 30 | 75 |
4 | Fortuna Köln | 38 | 61:43 | 18 | 63 |
5 | 1. FC Köln II | 37 | 63:52 | 11 | 57 |
6 | RW Oberhausen | 38 | 58:47 | 11 | 56 |
7 | Fortuna Düsseldorf II | 38 | 64:47 | 17 | 55 |
8 | SV Rödinghausen | 37 | 47:37 | 10 | 54 |
9 | FC Schalke 04 II | 38 | 55:50 | 5 | 54 |
10 | SC Wiedenbrück | 38 | 52:47 | 5 | 54 |
11 | Wuppertaler SV | 39 | 56:60 | -4 | 54 |
12 | Borussia Mönchengladbach II | 38 | 46:52 | -6 | 52 |
13 | Alemannia Aachen | 39 | 35:47 | -12 | 45 |
14 | SV Straelen | 37 | 39:54 | -15 | 44 |
15 | Sportfreunde Lotte | 38 | 43:65 | -22 | 43 |
16 | FC Wegberg-Beeck | 37 | 34:56 | -22 | 38 |
17 | SV Lippstadt 08 | 38 | 35:60 | -25 | 37 |
18 | VfB Homberg | 37 | 37:69 | -32 | 33 |
19 | RW Ahlen | 38 | 44:67 | -23 | 32 |
20 | Bonner SC | 38 | 37:66 | -29 | 32 |
21 | SV Bergisch Gladbach 09 | 37 | 30:63 | -33 | 30 |
Wegen des Saisonabbruchs in den Oberligen steigt nur eine Mannschaft aus der Regionalliga West ab.